DIE ZEIT, 07.02.1964 - Zypern: Nach der Spaltung die Teilung?

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Friday, 7. February 1964
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DIE ZEIT, 07.02.1964 Nr. 06 - 07. Februar 1964 http://www.zeit.de/1964/06/Zypern-Nach-der-Spaltung-die-Teilung
Zypern: Nach der Spaltung die Teilung?
Makarios will keine NATO-Truppe — Die Türkei fürditet um ihre Südflanke
Wie erwartet, hat der Staatspräsident von Zypern, Erzbischof Makarios, die Entsendung einer Ordnungstruppe der NATO auf die Mittelmeerinsel abgelehnt. Er würde aber einer internationalen Polizei unter dem Schirm der UN zustimmen, noch lieber Truppen aus dem Commonwealth, da Zypern zur britischen Völkerfamilie gehört. Der Zorn gegen die NATO entlud sich in einem Bombenanschlag auf die US-Botscbaft. Viele US-Staatsangehörige verließen die Insel. Die Westmächte und die Türkei scheuen einen Auftrag für eine neue UN-Truppe, da sie entweder ein sowjetisches Veto, eine Zahlungsverweigerung Moskaus wie im Kongo oder Ostblocktruppen auf Zypern befürchten. Der britisch-amerikanische Plan, bereits von Athen und Ankara angenommen, san vor: Mindestens zehntausend Soldaten aus möglichst vielen NATO- Staaten, unter Kommando des britischen Generalmajors Michael Carver. Seine Truppen sollen drei Monate eingesetzt werden. In dieser Zeit sollen sich griechische und türkische Zyprioten auf einen neutralen Schlichter einigen. Das NATO-Korps sollte neues Blutvergießen zwischen Griechen und Türken verhindern und zugleich der angedrohten türkischen Invasion vorbeugen, die zu einem griechisch-türkischen Krieg und damit zum Einsturz der Ostflanke der NATO führen müßte. Der Türkei geht es nicht nur um den Schutz der Landsleute auf Zypern vor griechischen Überfällen. Sie will nicht zulassen, daß die Sicherheit ihrer Südflanke von der Politik eines Makarios oder Grivas abhängt. Auch befürchten sie ein Überhandnehmen des kommunistischen Einflusses auf der Insel. Der Garantievertrag für Zypern erlaubt den Türken ein selbständiges Vorgehen. Makarios erstrebt als Fernziel die volle Unabhängigkeit der Insel, das heißt die Kündigung dei Garantieund Schutzverträge mit de." Türkei und Griechenland, und ein Regime der griechischen Mehrheit. Den Einsatz von NATO-Truppen mißbilligt er, da die Griechen dann gegen dfe Umsiedlungsaktionen der türkischen Minderheit machtlos seien. Nach den letzten Uniuhen begannen die Türken, die Bevölkerung aus den gemischten Dörfern in rein türkische Dörfer umzusiedeln. Hunderte von Türken flohen vom Lande in die türkischen Stadtviertel (die Griechen sagen: unter dem Druck ihrer Führer). Praktisch besteht bereits eine separate türkische Verwaltung mit eigenen
Versorgungsdiensten. Die Türkei erwartet zumindest eine Föderation auf der Insel, die der türkischen Minderheit eine interne Regierung bei gemeinsamer Außenpolitik garantiert. Die türkische Volksgruppe selbst bevorzugt eine Teilung, also praktisch eine Umsiedlung der Türken in den Norden und Nordosten der Insel. Für den Traum der Griechen — Vereinigung Zyperns mit dem Mutterland — gibt es zur Zeit keine Hoffnung, und nur wenig mehr für die Idee eines völlig unabhängigen Zyperns. Trauriger Kommentar eines Mannes in Nikosia: „Der Kummer mit Zypern ist eben, daß es keine Zyprioten gibt." chen, 28 000 Türken), 120 türkische und 389 griechische Dörfer. Großbritannien behielt im Süden der Insel zwei Zonen für seine Militärstützpunkte (10 000 Mann). Die Griechen unterhalten in Nikosia eine Garnison (950). Ein türkisches Bataillon (650) hat zwischen Nikosia und Kyrenia Stellung bezogen.
ZEIT ONLINE 1964

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