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Vorhautkrieg: Keleks Alptraum wird wahr

Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden, ein Arzt türkischer Herkunft und eine Integrationsministerin lassen die sogenannte Islamkritikerin Necle Kelek wie ein wildgewordenes Rhinozeros in Maischbergers Talkrunde umherschnaufen. Ihre Meinungsbefürworterin, Christa Müller war ihr keine große Hilfe und der Urologe Bühmann blieb lieber sachlich.

Um 22:45 Uhr begann Maischbergers Talkrunde mit dem Thema: Der Beschneidungsstreit: Wie weit dürfen religiöse Rituale gehen?. Zu Gast waren Dieter  Graumann, Vorsitzender des Zentralrats der Juden, Baden-Württembergs Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD), Christa Müller (kämpft gegen Genitalverstümmelung, die LINKE,) Allgemeinmediziner Dr. Sebastian Isik, Dr. Wolfgang Bühmann (Urologe) und Necle Kelek, die selbsternannte Islamkritikerin.

Bei einem Namen werden die ein oder anderen mit den Augen gerollt, die Sarrazin-Fans hingegen gejubelt haben. Ob Kelek wieder die Gelegenheit hatte, über den bösen Islam herzuziehen? Ich war auf jeden Fall wegen des Themas hellhörig und nahm mir die Zeit. Ich schaltete also den GEZ-Kanal ein und verfolgte die „Diskussion“. Eins vorneweg, man muss diesmal Maischberger wirklich loben, die Diskussionsrunde war definitiv ausgeglichen (drei gegen drei) und eingeblendete Videos oder Kommentare durch die Regie waren neutral und bedienten keine Seite.

Der Jude hat es allen gegeben!  

Dieter Graumann, Vertreter der jüdischen Gemeinde in Deutschland, äußerte sich stets sachlich, gelassen und kompetent. Zu Beginn stellte er klar, dass ohne die Beschneidung oder die Verschiebung des Zeitpunktes das Judentum nicht existieren könne. Seine weiteren Ausführungen ließen klar werden, die bisherige Diskussion in der Medienlandschaft wurde überspitzt, vorwurfsvoll und respektlos gegenüber den Minderheiten geführt, erweckten teils den Eindruck, die  Juden und Muslime wären Verbrecher, Menschen die schlechte Eltern wären. Graumann stellte somit klar, dass nur eine gleichberechtigte Diskussionsbasis eine Diskussion erst möglich machen kann. Er machte deutlich, auf Augenhöhe miteinander diskutieren und sich nicht drücken zu wollen, schloss auch die Muslime mit ein. Man könne debattieren, solange es eben „normal“ zugeht und nicht so wie bisher. Dass im Laufe der Diskussion die bei Rechtspopulisten beliebte Kelek  wieder in alte Muster verfiel, war zu erwarten. Graumann verstand es aber mit präzisen und wirkungsvollen Hinweisen, die durchaus angebracht waren, weil Maischberger dazu nicht fähig war, Keleks überzogenes, unsachliches Geblubbere  im Keim zu ersticken und Christa Müller in ihre Schranken zu weisen. Lediglich mit Bühmann, der stets sachlich war, unterhielt er interessante Gespräche. Der sogenannte Jude hat allen gezeigt, wie es geht.

Necle Kelek, wild, unsachlich, politisch und mit einer Lüge erwischt!

Amüsanter hätte es nicht werden können, Necle Kelek präsentierte sich nicht nur als inkompetente Islamkritikerin (sie meint sie wäre eine), nein gleich zu Beginn wollte sie dem Zuschauer menschenverachtende Türken präsentieren, die ihre Kinder in Anatolien (verwandte Kinder von ihr seien in der Türkei vor kurzem beschnitten worden), auf übelste Art und Weise beschneiden. Dass es sich dabei um ihre eigene Verwandtschaft handelte, von der sie ständig erzählte, ließ an ihrer Glaubwürdigkeit zweifeln. So münzt die gute Dame ihre angebliche Erlebniserzählung einfach mal auf die Allgemeinheit um. Ob sie nun die Wahrheit erzählte oder nicht, kann jeder für sich selbst entscheiden. Ich für meinen Teil bin im kleinen Kreis mit 7 Jahren beschnitten worden, Cousins von mir im Babyalter ohne jegliche Feier und Trara. Ein Einzelfall werde ich nicht gewesen sein, genauso wenig wie große Beschneidungsfeiern, es wird definitiv auf vielfältige Art und Weise die Beschneidungszeremonie vollzogen. Kelek hingegen versuchte ihre erzählte Erfahrung auf 70 Millionen Menschen umzumünzen, da legte sogar Öney Einspruch ein. Selbst Maischberger blickte mit ekelerregender Mine umher, als Kelek erzählte, wie die verwandten Kinder von ihr „verstümmelt“ wurden. Der Eindruck wurde erweckt, alle Kinder hätten entsetzlichen Angstschweiß, wüssten alle nichts von der bevorstehenden Beschneidung und wären Verteidiger des Islams. Diese Lächerlichkeit zeigte doch nur die Einstellung von Kelek. Mir ist völlig neu, dass man ohne Vorhaut ein Löwe oder ein muslimischer Krieger sei. Aber nun gut, wer weiß in was für einer Sippe die Kelek aufgewachsen ist, Familienangelegenheit eben. Abgerundet hat sie diese äußerst absurde Erzählung damit, dass in der ach so menschenverachtenden und zurückgebliebenen Türkei keine Berichte über die Beschneidungsdebatte in Deutschland stattgefunden hätte und darüber in den Medien nicht debattiert worden wäre.

Die Türkei wurde hier als böses Regime dargestellt, in der man über so etwas nicht reden dürfe. Na diese glatte Lüge zauberte mir dermaßen ein Lächeln in mein Gesicht, da dachte ich mir doch wirklich, dass eine Dame, die sich von Welt präsentiert, anscheinend überhaupt keine Ahnung hat, was in der Türkei so vor sich geht. Aber Hauptsache über die Türkei gefurzt. Diese glatte Lüge von Kelek, die dem deutschen „Michel“ suggerieren sollte, der Türke in der Türkei ist ein zurückgebliebenes Arschloch, der in seinem anatolischen Drecksdorf nur seine Kinder verstümmeln möchte. Na weit gefehlt Kelek, dieses Eigentor, so unsachlich, lächerlich und primitiv, lässt sich durch die Google-Lösung leicht entlarven. Hier ist ein schönes Beispiel, oder hier, na hier ist noch ein Nachschlag. Türkische Medien berichteten breit gefächert über die Debatte in Deutschland und diskutierten in Kommentaren darüber. Wenn die deutsche Bundesregierung ein Gesetz verabschieden wird, wird man mit Sicherheit auch in der Türkei darüber lesen und diskutieren. Naja, man ist von Kelek nichts anderes gewohnt. Ansonsten präsentierte sich die moderne „Muslima“ als äußerst inkompetente Diskussionspartnerin, die anderen ins Wort fiel, einem Wörter im Munde zu verdrehen versuchte (bei Isik und Öney), oder vom Thema ablenkte. Da redete sie auf einmal vom Kopftuchverbot oder von der regierenden AKP aus der Türkei. Diese Ausschweifungen machten deutlich, dass sie  niemanden ihre Einstellung verkaufen konnte, keine Argumente mehr hatte und letztendlich versuchte ihren Diskussionspartnern ihr Gedankengut aufzuzwingen. Selbst Graumann konnte sich sein Gelächter über Kelek (deutlich hör-und sichtbar) oft nicht verkneifen. Sie vermischte nicht nur ihren offenen groll gegenüber der Türkei (Falschaussage, politisches Gefasel, AKP), nein sie bebte vor lauter Wut und versuchte Dr. Isik als einen Menschen darzustellen, der alle Deutschen (Kelek benutzte mit Absicht das Wort Christen statt Deutsche) verunglimpfte, weil dieser über Hygienemängel in der Gesellschaft klagte. Da spielte sie sich als aufopfernde Verteidigerin der Deutschen auf, wobei Isik sagte, dass Männer sich nicht wirklich die Hände nach der Toilette waschen würden. Mit keinem Sterbenswörtchen erwähnte er, dass es „die Deutschen“ wären, die sich nicht die Hände waschen. Er bezichtigte alle Männer.

Selbst gegenüber Integrationsministerin Öney verlor Kelek die Fassung, wenn diese mit Gesetzesparagraphen und sehr kompetenten Argumentationen kam wie z.B. die klare Abgrenzung (Gesetz von 2010) von Mädchen-und Jungenbeschneidung. Bei Graumann biss sich Kelek förmlich die Zähne aus, sie bebte vor Wut. Es gibt zahlreiche Szenen in der Sendung, die klar und deutlich zeigen, wie angespannt ihr Körper war, ihre Mundwinkel sich verzogen, sie am liebsten ausgeflippt wäre und gerade noch so die Beherrschung wahren konnte. Gegen Ende brach es dann doch aus hier heraus und wild durcheinander gesprochene Vorwürfe platzten aus ihrem Mund, gepaart mit gehobenen drohendem Finger. Graumann, Isik und teils auch Maischberger bändigten aber Kelek immer wieder, machtlos musste sie sich den bösen Islam und das menschenverachtende Judentum anhören. Fraglich auch, wie sie stets über die Türkei herzieht, aber selbst auf Verwandtschaftsbesuch in die Türkei reist, na wenn die Menschen dort nur wüssten, mit was sie Geld verdient.

Der ein oder andere Leser wird mir jetzt unterstellen, ich freue mich über Keleks Fehltritte und hätte mich auf die Dame fixiert. Zu meiner Verteidigung muss ich jedoch sagen, Kelek war so auffällig penetrant in der Talkshow, dass es gar nicht anders ging, ihr fast die ganze Aufmerksamkeit zu widmen. Eine Frau Öney hingegen blieb ruhig, sachlich und war gleichzeitig sehr unauffällig, eine angenehme Person. Auch wenn mir die eine oder andere Argumentationsweise der Integrationsministerin nicht gefiel, man kann mir aber nicht alles recht machen. Selbst Christa Müller mischte sich nicht wirklich in die Debatte ein, wenn Kelek zu keifen begann, sie  wartete lieber brav bis Maischberger ihr explizit Fragen stellte und versuchte erst dann ihre Sicht der Dinge (Mädchenbeschneidung) zu erläutern.

Bühmann, Isik, Öney und Müller

Die Ärzte machten einen guten Eindruck, selbst Bühmann, der gegen die Beschneidung (ohne medizinische Notwendigkeit) war, stellte einen ebenbürtigen Diskussionspartner dar. Mit sachlichen und ebenso kompetenten Argumenten präsentierte Bühmann seine Sicht als Mediziner und informierte den Zuschauer mit näheren Details bezüglich des Kölner Urteils und führte auch durchaus nachdenkliche Argumente an. Bei Isiks Äußerungen, der sich ebenso wie Graumann von Keleks Anmaßungen nicht den Mund verbieten ließ und sehr gute Argumente brachte, merkte man schon, dass dieser Mann vom Fach war. Er wusste wovon er redete, übte durchaus Selbstkritik und teilte aber auch mit Beschneidungsgegner Bühmann des Öfteren Mal die Meinung. Müller hingegen katapultierte sich abermals aus der Diskussionsrunde. Maischberger musste die gute Frau wegen Abschweifung vom eigentlichen Thema öfters  zurück in die Runde zitieren. Müller versuchte wie Kelek, dieses Thema mit unseriösen Vergleichen zu vermischen, Mädchen-und Jungenbeschneidung gleichzusetzen und auch des Öfteren Muslime und Juden zu kriminalisieren. Das brachte auch Öney öfters auf den Plan, die zu Recht Müller deswegen kritisierte, Graumann hingegen nahm Müller überhaupt nicht für voll, nur Kelek hielt brav zu Müller. Absurd wurde es dann, als Müller dem Publikum ihr persönliches Horror-Szenario einer gesetzlich erlaubten Frauenbeschneidung servierte. Wie gesagt, nicht ernst zu nehmen die Dame. Die Runde wurde dann auch durch Maischberger abrupt beendet, weil die Zeit einfach nicht mehr reichte.

In diesem Sinne...

Alles in allem war die Diskussionsrunde zur späten Stunde wirklich gelungen, nicht weil die Runde zu Gunsten meiner Meinung ausfiel, oder Kelek sich lächerlich machte, nein, die Talkrunde zeigte deutlich, dass selbst Randgruppen wie Muslime der Öffentlichkeit diesmal zeigten, sich endlich behaupten zu können, mit Argumentationen und sachlichen Äußerungen dem Gegenpart auf Augenhöhe herunter zu stutzen, statt wie bisher als beleidigte Leberwurst durch die Presse gejagt und denunziert zu werden. Über die jüdische Community brauche ich hier nichts erwähnen, diese können sich seit jeher sehr gut präsentieren. Ein Alptraum für jeden vermeitnlichen "Islamkritiker" scheint wahr geworden zu sein, Müslis, die sich diese Frechheit nicht mehr bieten lassen und das selbstbewusst und sachlich aussprechen können. Ich freue mich auf jeden Fall über die kommenden Zeitungsartikel dieser Gesprächsrunde zu lesen und selbstverständlich über Keleks Kommentare in irgendeinem Schmierblatt. Vielleicht gibt es auch einen neuen Kassenschlager in Buchformat. Sie wird mit Sicherheit irgendetwas veröffentlichen um ihr Gesicht zu wahren und ohne verbale Gegenwehr ihre Schrift auf die Öffentlichkeit los zu lassen. Mich würde es nicht wundern, wenn Kelek den türkischstämmigen Doktor als christenverachtenden Vorhautkiller und Öney als böse graue Wölfin darstellt. Glauben werden ihr das ohne hin nur ihre rechtspopulistischen Sarrazin-Anhänger, erzkonservativer Moslemhasser und Menschen, die keine Türken bzw. Moslems persönlich kennen.

Die Diskussionsrunde können sie hier anschauen.

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