Wenn Religionen geistigen Durchfall überdauern

Spanische Gurken warens nicht

Geistiger Durchfall, auch bekannt als Dünnschiss ist eine schwere Erkrankung. Sie befällt Gläubige wie auch Ungläubige, aber auch diejenigen die davon abgeschworen haben

Das Judentum wird als eine Weltreligion gerechnet, auch wenn heute nur eine zweistellige Millionenzahl dahinter steht. Das Christentum und der Islam berufen sich vielfach auf die Überlieferungen des Judentums, wenngleich die Zahl der Gläubigen dabei in die Milliarden geht. Seit Jahrhunderten verzeichnen die abrahamitischen bzw. monotheistischen Religion keinen Abbruch an Anhängern. Sie steigt mit dem Bevölkerungswachstum, auch in anbetracht der Tatsache, dass die monotheistischen Religionen nur ein Bruchteil aller Religionen stellen. Der Buddhismus, der Hinduismus, nur um mal Beispiele zu nennen.

Alle genannten Religionen haben eines Gemeinsamkeit. Sie haben Menschen, Völker, Ära, Hunderte Kriege überlebt, aber auch geistigen Dünnschiss, der in der Geschichte der Menschheit bestimmt nicht nur einmal vorkam. Von solchen geistig durchfallgebeutelten Personen und Anhängerschaften gibt es auch viele in Europa, manche haben sich zusammengeschlossen und verkünden die Genesung vom Islam, Judentum oder Christentum. Auch sowas werden die Religionen überleben, hinwegstecken, einfach übergehen. Die Geschichte ist der Beweiss schlechthin.

Als die Reconquista in Spanien in ihrer letzten Phase nach den Muslimen auch die Juden aus der spanischen Krone vertrieb und verbannte, dachten wohl die Katholischen Könige Spaniens, damit sei die Herrschaft der Muslime bzw. Juden ausgelöscht. Heute betrachtet man die Alhambra in Granada, eines der schönsten Beispiele des maurischen Stils der islamischen Kunst oder die Mezquita-Kathedrale in Córdoba und erlebt die Zeit, die Kunst des Miteinanders. Alle hatten eines gemeinsam. Emire oder Kalife, Könige und Königinnen kamen und gingen, doch der Glaube der die Kunst, den Stil, das Miteinander beflügelte, blieb erhalten. Der Islam überlebte danach auch Stalin, Lenin, Mao Zedong, Karl-Marx, Nietsche, Fritz, Vogel, Hans, Wurst und andere Berühmtheiten. Wilders, Sarrazin, Ex-Muslime, Ates, Keleks sind dagegen nur Fallobst. Intelligenzbolzen gab es und wird es wie Sand am Meer geben, im Christentum, im Judentum und anderen Religionen oder religionsfreien Großdenkertum. Deshalb kommen sie auch so groß raus und enden als Schlusslicht.

Auch Personen die einen zwanghaften Drang verspüren, Religionen selbst zu interpretieren, anderen die Religion zu erklären, egal ob sie der Religion angehören, angehört haben oder eine Aversion hegen, kamen und gingen. Sie werden auch in Zukunft kommen und gehen, an der Meinung eines jeden einzelnen Gläubigers werden sie zwar etwas bewegen können, an der Religion, an dem Glauben selbst oder an der Masse an sich aber nicht. Sie werden mitsamt ihren, Retizierenden, Gläubigen und Ungläubigen dahin gehen, zu Staub zerfallen. Die Religion wird bleiben. Welche Sympthome Folgen einem Dünnschiss, wenn das Dranghafte auch im hohen Alter nicht von einem ablässt? Die Spuren werden durch die Zeit weggespült, man steht mit leeren Händen da und überlegt sich: was habe ich bisher geleistet?

Die triefende Dummheit, Menschen von der eigener Meinung überzeugen zu wollen, in dem man Tanach-Teile, Bibelverse oder Koransuren mit eigenen Rezitationen oder Beurteilungen in einem zwanghaften Drang an den Mann oder Frau bringen will, ist ansteckend. Sie macht keinen Halt vor Extremisten, Phantasten oder Heilsbringern. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle welche Gesinnung sie befällt, ob Gläubigen oder Abgeschworenen.

Wenn der "Kaffeesatz des Denkens" sich über Jahrhunderte hinweg nicht nur erhalten konnte, dann kann man getrost vom geistigen Dünnschiss sprechen, die manche auch hier in Deutschland oder ganz besonders in Österreich von sich geben. Da sollte man lieber bei dem Kaffesatz bleiben, daraus kann man wenigstens lesen und orakeln ohne den Mief zu riechen.

Re: Wenn Religionen geistigen Durchfall überdauern

Bild von Judenfreund

@Ercan Tekin:

Sehr geehrte Herr Tekin,

Der Mensch wird seit hunderten von Jahren als ein Soziales Wesen  definiert.
Dies schließt mit ein, dass der Mensch interessiert ist zu wissen was andre denken und ebenso das Bedürfnis hat daß andre wissen wie er denkt.
Dieses Bedürfnis erstreckrt sich über sämtliche Fälder seiner Existenz.
Seit Sokrates über kant , Nietsche und Rosa Luxemburg bis Adorno und Karl Popper schreiben Männer und Frauen ihre Gedanken auf, damit andre daran teil haben können und sollen.
Ob die Gedanken Religion, Wissenschaft , Politik, Zwichenmenschliche Probleme oder Musik Geschmack betreffen ist relativ einerlei.
Würde Ihre Anschauung zutreffen, wären nicht nur religiöse Abhandlungen und Dispute Dünnschiß, sondern alles, außer technische und Wissenschaftliche Werke dass die Menschen bis dato geschrieben oder gesagt haben.
Dies würde Ihre obigen Zeilen mit einschließen.

Übrigens: Es heißt, "wenn ein Buch und ein Kopf zusammen knallen und es klingt hohl, so muss es nicht immer am Buch liegen"
Wenn Sie  religiösen Gesprächen nichts abgewinnen können, müssen diese Gespräche nicht notwendigerweise unsinnig sein.
Meine Frage ist ob der Begriff " Zwanghafter Drang" den sie meiner Erinnerung nach dreimal in Ihrem Artikel widerholen, nicht  ihre eigne Person kennzeichnet.
Oder hat irgend jemand Sie aufgefordert uns ihre Gedanken zu offenbaren ?

Mit freundlichen Grüßen.

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