Güclü: BDP kann nicht behaupten, die Kurden-Partei in der Türkei zu sein

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Ibrahim Güclü

Der Mitbegründer der "Ala Rizgarî" Ibrahim Güclü übt heftige Kritik gegenüber der pronationalistisch-kurdischen Partei BDP und unterstellt der Terrororganisation PKK mehr als 15.000 politisch motivierte Morde

Der ehemalige Mitbegründer und Aktivist der in den 70er Jahren gegründeten "Ala Rizgarî", Ibrahim Güclü, stellte sich erneut der Presse. Nach seinem Besuch bei der Generalstaatsanwaltschaft in Diyarbakir, gab Güclü bekannt, er habe die Liste der von der PKK "liquidierten Genossen" und Personen den Staatsanwälten übergeben. Darüber hinaus habe er konkrete Angaben über einzelne Fälle gemacht. Güclü kritisierte dabei auch die Linie der pronationalistisch-kurdischen Partei BDP.

Ibrahim Güclü, der in den 70er Jahren zusammen mit weiteren Aktivisten politisch und teilweise mit Waffengewalt für die politische Autonomie der Kurden in der Türkei kämpfte, erhebt erneut schwere Vorwürfe gegenüber der Terrororganisation PKK, die sich nach den 70er Jahren unter all den weiteren Gruppierungen und Vereinigungen behaupten konnte. Güclü zufolge liege das daran, dass die PKK unter der Führung von Abdullah Öcalan hunderte führende Köpfe dieser Gruppierungen hinrichten ließ. Über 15.000 sollen es seit den 70er Jahren gewesen sein, darunter auch liberale wie extremistische Köpfe.

Güclü der am Donnerstag angekündigt hatte, den ermittelnden Behörden eine 40 Seiten starke Liste zu übergeben, übte auch scharfe Kritik gegenüber der BDP. Die BDP habe trotz der massiven Einschüchterungsversuche der PKK gegenüber ihn und seinen Kollegen Kemal Burkay sich bedeckt gehalten. Wenn die BDP diese Linie weiterhin vertrete und die Drohungen billige in dem sie darüber stillschweigen bewahre, dann könne die BDP nicht den Anspruch erheben die Stimme der Kurden zu sein. Dabei kritisierte Güclü auch den kurdischstämmigen unabhängigen Abgeordneten der BDP-Fraktion und ehemaligen Minister Serafettin Elci. Er habe zwar einzelne Morde der PKK an Kurden und an "Verrätern" zumindest eingestanden, leugne aber nichts desto trotz die 15.000 Morde. Wenn die BDP und Elci an dieser Politik weiterhin festhalte, so zeige sie nur ihr wahres Gesicht, auch Elci, der im Grunde ein Lakai des Terrorchefs der PKK sei. Im Moment zahle Elci einen hohen Preis, dafür das er ein Abgeordneter in Diyarbakir geworden ist. Die reflexartigen Schutzbehauptungen der BDP würden das nur bestätigen, so Güclü im Interview.

Güclü ging auch auf die Morde der PKK ein. Die seit 1974 erfolgten Morde hätten in mehreren Phasen stattgefunden, so Güclü. In der ersten Phase hätte die PKK in den anfängen der revolutionären Bewegungen in den Reihen der kurdischen Intellektuellen und politisch Aktiven gezielt gemordet. Danach soll die PKK Mitglieder und Sympathisanten ermordet haben, die innerhalb der PKK eine bestimmte Politik verfolgt und damit gegen die Erwartungen Öcalans agierten. In dieser Phase sollen nach eigenen Angaben des Terrorchefs alleine 15.000 ermordet worden sein, so Güclü. In der dritten und letzten Phase sollen politisch aktive Türken und Kurden aus dem liberalen, kommunistischen und sozialistischen Lagern gezielt diffamiert und als Verräter gebrandmarkt, von PKK-Terroristen ermordet worden sein.

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