Der Goldene Apfel wird erobert - "Fetih 1453"

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Fetih 1453

Jeder Sultan hatte bei der Thronbesteigung zu geloben: "Beim Goldenen Apfel sehen wir uns wieder". "Fetih 1453 - Die Eroberung von Konstantinopel" gefällt den Türken und erhitzt die Gemüter in Europa

Der teuerste Film der Türkei gefällt seit dem Filmstart am Donnerstag vielen Kinobesuchern in der Türkei und Europa. Zugleich erhitzt es die Gemüter manch eines Europäers. Ministerpräsident Erdogan der nach der gestrigen Gala-Aufführung ein Interview gab erklärte, den Film habe er im heimischen Fernseher angeschaut und es sei ausserordentlich gelungen. Insgesamt gesehen werde der Film für viele türkische Regisseure ein Richtmaß für zukünftige Projekte sein. Erdogan, der sich seit einer Operation erholt, erhielt zuvor vom Regisseur Aksoy eine DVD geschenkt.

Der mit nur 17 Millionen US-$ hergestellte opulente Historienfilm von Faruk Aksoy (Macher von "Recep Ivedik") handelt über die Eroberung Konstantinopels durch das Heer des osmanischen Herrschers Fatih Sultan Mehmed II. Das Jahr 1453 führte mit der Belagerung Konstantinopels durch das osmanische Heer des Sultans Fatih Sultan Mehmed II. zum endgültigen Fall des Byzantinischen Reichs. Gleichzeitig beginnt mit diesem Ereignis eine neue Ära: Der Aufstieg des Osmanischen Reichs zur Großmacht. 1529  und 1683 sollte Wien der Goldene Apfel sein, den es zu erobern galt. Der Sultan selbst war gerade einmal 20 Jahre alt, als er 1453 Weltgeschichte schrieb, in dem er die Festung Konstantinopel mit den damals größten Kanonen und einem Geniestreich überwand. Die Eroberung der letzten großen byzantinischen Hochburg war bis ins kleinste Detail von dem Herrscher geplant: Er trommelte ein gewaltiges Heer zusammen und legte ein umfangreiches Waffenarsenal an, um im entscheidenden Moment zuzuschlagen.

Faruk Aksoys Filmspektakel über das Ende des Byzantinischen Reichs hatte bereits im Vorfeld für kontroverse Diskussionen gesorgt. Dem Film wird im öffentlichen Diskurs in Griechenland und Deutschland eine einseitige Darstellung vorgeworfen, blende er doch u.a. die Gewalt am griechischen Volk nahezu aus. Eine Gruppe namens "Via Dolorosa" ruft gar zum Boykott des Films auf, wenn auch die genannten Gründe mit der Vergangenheit wenig bis gar nichts zu tun haben. Die heroische Inszenierung des Sultans mag wohl zu dieser Kritik beitragen, doch die Hollywood-Historienfilme "Troja" oder "300" waren nicht minder heroisch, wenn nicht gar gänzlich weit vom historischen entfernt.

Mit 17 Millionen Dollar bietet Faruk Aksoy auf 160 Minuten länge ein ansehnliches Spektakel, die von Anfang bis Ende Unterhaltung auf hohem Niveau bietet. Dem Film merkt man als Hollywood-Verwöhnter auch an, dass die visuellen Effekte an manchen stellen dürftig ausgefallen sind, auch wenn das Budget vorrangig für die visuellen Effekte ausgegeben wurde. Die Darsteller sind neue Aufsteiger, was aber das Drehbuch gekonnt ausgleicht. Dennoch ist Aksoy ein Meisterwerk gelungen und setzt somit neue Maßstäbe in der türkischen Filmgeschichte. "Fetih 1453" kann sich mit hunderten Millionen Dollar Filmen aus dem Hause Hollywood durchaus messen lassen, weshalb man vor Faruk Aksoy den Hut ziehen muss. Die Besucher in der Türkei dankens ihm und seit Donnerstag auch in Deutschland.

Titel des Films: Fetih 1453 - Die Eroberung von Konstantinopel
Regie: Faruk Aksoy
Drehbuch: Atilla Engin, Irfan Saruhan
Darsteller: Devrim Evin, Ibrahim Celikkol, Dilek Serbest, Cengiz Coskun, Erden Alkan, Recep Aktug
Laufzeit: 160 Minuten
FSK-Freigabe: ab 16 Jahre
Kinostart in Deutschland: 16. Februar 2012
Offizielle Seite: http://www.1453fetih.com

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Re: Der Goldene Apfel wird erobert - "Fetih 1453"

Bild von drarda

Man findet das Bild vom 'Goldenen Apfel' des öfteren in deutschsprachigen Kommentaren. Aber eigentlich ist es doch 'Kızıl Elma' also der Rote Apfel.  

Selbst in Artikeln von Historikern wird vom Goldenen Apfel geredet. Vielleicht weil rot nicht pompös genug ist??

Re: Der Goldene Apfel wird erobert - "Fetih 1453"

Bild von Redaktion

Man findet das Bild vom 'Goldenen Apfel' des öfteren in deutschsprachigen Kommentaren. Aber eigentlich ist es doch 'Kızıl Elma' also der Rote Apfel.   Selbst in Artikeln von Historikern wird vom Goldenen Apfel geredet. Vielleicht weil rot nicht pompös genug ist??

Goldener Apfel
In der griechischen Mythologie ist der Goldene Apfel im Garten der Hesperiden wachsende, ewige Jugend spendende Frucht vertreten. Ausserdem steht es symbolisch für die Erkenntnis und Entscheidung sowie Reichtum in vielen Kulturen. In der osmanischen Tradition wurde die Bezeichnung „goldener Apfel“ als Synonym noch nicht eroberter, jedoch zur Eroberung verlockenden Ziele verwendet.

Vor seiner Eroberung durch die Osmanen war die Bezeichnung Der goldene Apfel Synonym für die Stadt Konstantinopel. Nach seiner Eroberung und Umbenennung in Istanbul fiel dieses Attribut weg.
Bis zur zweiten gescheiterten Belagerung wurde auch Wien als goldener Apfel bezeichnet.
Als bedeutende Machtzentren ihrer Zeit waren sie primäre Ziele potentieller Eroberungen durch das expandierende Reich der Osmanen.

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