Wettlauf um die Religion - Wer hängt wen ab?

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Ene mene muh

Der Wettlauf um den best-integriertesten Migranten mit "Minderheitsislam" in Nordrhein-Westfalen ist entschieden. Die Euphorie der Presse ist unschlagbar. Der Preis: Religionsunterricht

Der Alevitische Religionsunterricht wird in Nordrhein-Westfalen im kommenden Schuljahr auch an weiterführenden Schulen angeboten. Ich beglückwünsche alle, die ihre Religion in guten Händen wissen und ihre Kinder nun an diesem Angebot teilnehmen können. Es ist ein wichtiges Signal für die Eltern mit alevitischem Religionshintergrund. Trotz allem ist aus der Presse, der auch durch den Sprecher der AABF (Alevitische Gemeinde Deutschland) Ali Ertan Toprak, immer wieder angeheizt wird, ein fader Beigeschmack beigemengt.

Bisher hat keine andere anerkannte Religion sich dermaßen darüber gefreut - so auch die Presse -, wie die von der AABF vereinnahmte alevitische Religion. Kann sie, darf sie. Wenn es aber heißt, ausserhalb des "Mehrheitsislams" existierte bisher eine andere Variante des Islam, eine die nicht so streng ist, die keine Pflichtgebete oder das Fasten fordert bzw. irrelevant sieht, dann wird die Sache interessanter. Schadenfreude? Also hat die AABF sich im Wettbewerb gegenüber dem "Mehrheitsislam" behaupten können, auch weil man bei den gemeinsamen Treffen in Cem-Häusern Alkohol trinken kann... Was zum Teufel, meine Damen und Herren des Domradios, hat Alkohol mit dem Glauben oder dem Religionsunterricht zu tun? Wieso muss Radio Eriwan, pardon, Domradio die Esoterik hervorheben oder das gemeinsame Treffen mit Männern und Frauen unterstreichen? Verstehe, der Mehrheitsislam erlaubt ja kein Alkohol oder Schweinefleisch und ich würde meinen Hintern darauf verwetten, wenn ein anderer "Minderheitsislam" daherkommen würde, der sich liberal versteht und das selbstlos immer wieder betont, sich im Einklang mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung versteht und zugleich beim Beten Schweinefleisch verzehrt, der würde sofort einen anerkannten Religionsstatus erhalten, auch weil Domradio daran fiederhaft mitwirken würde. Soll ich das so verstehen?

Nein ehrlich, ich verstehe das nicht so, ist mir auch egal weil Glaube zuerst einmal Privatsache ist und privates nicht eingeschränkt werden kann, aber man versucht es ständig auf diesen Nenner zu bringen: der "Mehrheitsislam", hier namentlich der Sunnite, ist gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung, gegen Alkoholausschank in Cem-Häusern in der Türkei und ausserhalb sowie allgemein in Bierzelten, gegen Liberalität, gegen alles was nicht geschlechtergetrennt ist und bei verstößen gegen die Glaubensregeln nicht bis drei auf Bäumen hockt, sonst hängt man ja drunter.

Die AABF hat mich Sunniten anscheinend erneut vorgeführt, ohne dabei rot zu werden. Ich für meinen Teil wünsche allen Aleviten einen geruhsamen Abend und hoffe auf liberale Meinungen. War das korrekt, was die Presse oder ein Ali Ertan Toprak von sich gegeben haben, ohne gleich die Türkei als Beispiel zu nennen? Dachten wir nicht alle, die AABF steht für Integration und Teilhabe? Stattdessen befinden wir uns mitten in einem Schönheitswettbewerb: wer hat die schönsten Kurven, wer kann noch aufreizender wirken, welches Hinterteil ist bekömmlicher... wenn dass das Glaubensverständnis manch eines Aleviten ist, dann Frage ich mich, wann die Katholiken oder andere konservative Religionen an die Reihe kommen werden, mit dem Hinweis, der Dede dürfe ja heiraten, der Pfarrer aber nicht oder, die "Aleviten" betrachten das als irrelevant, die anderen nicht...

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