Türkische Regierung greift erstmals wieder durch

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PKK-Trauerzug in Mersin

Monatelang konnten Begräbnisse von PKK-Terorristen öffentlich mit Protestmärschen ausgerichtet werden. In Mersin griff nach Monaten die Polizei hart durch, als ein PKK-Terrorist in seiner Heimatstadt beerdigt wurde

Der Beerdigungzug für den in Batman getöteten PKK-Terroristen Murat Şakar konnte nach dem Moschee-Besuch auch bis in den Friedhof in Mersin unbehelligt durch die Stadt ziehen. Nach dem Murat Şakar begraben wurde, schritt aber die Polizei ein. Insgesamt 100 Personen wurden beim verlassen des Friedhofs festgenommen, darunter auch BDP-Kreisvorsitzende und Mitglieder der pronationalistischen Partei  BPD aus Mersin.

Nach der vorläufigen Festnahme und Identitätsfeststellung wurden 41 Personen freigelassen. Der BDP-Vorsitzende Musa Kulu und Fazil Türk mussten jedoch zur Vernehmung mitkommen.

Die Polizei hatte wie in den vergangenen Begräbniszeremonien im Vorfeld Vorkehrungen getroffen und Hundertschaften aufgeboten. Nach dem der Leichnam von Murat Şakar aus der Moschee in einen Leichenwagen gebracht wurde, bewegte sich der Trauerzug, darunter auch Angehörige des getöteten in Richtung Güneykent-Friedhof ausserhalb der Mittelmeerküstenstadt Mersin. Dabei wurden Slogans für die Terrororganisation PKK und seinen Terrorchef Öcalan gerufen. Der Sarg des Leichnams wurde unterwegs mit der PKK-Flagge verhüllt. Der Trauerzug konnte vorerst unbehelligt den Friedhof erreichen, wo auch hier Slogans gerufen und Propaganda für die PKK betrieben wurde. Den Trauerzug begleiteten in sichtbarer Entfernung Einsatzkräfte der Polizei sowie ein Hubschrauber. Nach der Zeremonie riegelte jedoch die Polizei den Friedhof weiträumig ab. Vor den Zufahrten in den Friedhof nahm dann die Polizei mehr als 100 Personen vorläufig fest, darunter zahlreiche junge Männer, die sich der Kontrolle entziehen wollten.

Das ist das erste mal seit Monaten, dass die türkische Polizei wegen Gesetzesübertritten in eine PKK-Begräbniszeremonie eingriff. Zuvor wurden Dutzende Leichnahme von PKK-Terroristen in ihren Heimatstädten beerdigt, wobei es immer wieder zu Propaganda-Kundgebungen und Ausschreitungen kam. Die Presse geht davon aus, dass die Sicherheitskräfte kurz vor dem Jahrestag der Verhaftung des PKK-Terrorführers Öcalan rigoros eingreifen will, nach dem es zu immer häufigeren Anschlägen und Angriffen auf die Öffentliche Ordnung gab.

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