"Kommende Generation der Frommen wird so aufwachsen"

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Atatürk mit Schülern einer Schule in Edirne
Aksam zitiert türkischen Ministerpräsidenten und zieht eine parallele zur momentanen Debatte um die Abschaffung der "Ansprache Atatürks an die Jugend"

Nach dem die Tageszeitung Cumhuriyet die Hiobsbotschaft über eine bevorstehende Streichung der unanttastbaren Rede Atatürks an die Jugend in Schulen unter unklaren Zeilen vorgestern veröffentlichte, zieht die türkische Tageszeitung Aksam nach. Zuvor hatte der stellvertretende Generalsekretär der regierenden AKP, Hüseyin Celik, in einer TV-Sendung zu den Vorwürfen Stellung bezogen. Celik fragte dabei, ob die Ansprache an die Jugend ein Gottesvers ist.

Die Tageszeitung Aksam berichtet heute über ein bevorstehendes Projekt der türkischen Religionsbehörde Diyanet, die zuvor schon durch den türkischen Ministerpräsidenten Erdogan angekündigt wurde. Erdogan hatte darin angekündigt, eine Generation heranziehen zu wollen, die fromm, konservativ und demokratisch ist. Der Aksam zufolge verfolgt nun die Diyanet diese Strategie, in dem sie in einem Vierjahresplan Kinderbücher in Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium herausgibt und kostenlos an Schulen verteilt.

AksamDie ersten herausgebrachten Bücher sind bereits Online auf der Diyanet Seite zu sehen. Darin wird u.a. ein Kind dargestellt dass den Propheten als Held anpreist. In einer Reihe von Büchern wird so ein Held "Mein Held" nahegebracht und mit einem weiteren Buch "Mein Held, der heilige Muhammed" näher erläutert. Aksam zieht in ihrem Bericht eine Parallele zu der äusserst emotional geführten Debatte über eine mutmaßlich bevorstehende Streichung aller Zitate Atatürks an die Jugend, die bis heute in jeden Schulbüchern und Schulen einen besonderen Stammplatz einnehmen. Angefeuert wird die Debatte auch durch eine TV-Talksendung, die gestern ausgestrahlt wurde.

In der TV-Sendung hatte Hüseyin Celik während der Gesprächsrunde die Frage gestellt, ob denn die Worte Atattürks an die Jugend einen besonderen Stellenwert besitzen würde, die einem Gottestvers gleichkommt. Gleichzeitig unterstrich Celik die Meinung, dass die Verbreitung dieses Dogmas bizarr und absonderlich wirke. Nicht einmal der Prophet werde so unter Schutz genommen, wie Atatürk selbst. "Man kann mit Gesetzen und Dogmen niemanden dazu zwingen, jemanden zu mögen" sagte Celik weiter.

Die Aussagen Celiks wurden innerhalb des oppositionellen Lagers scharf kritisiert. Celik warf man darin vor, die Neutralität und den ideellen Wert der Rede Atatürks an die Jugend vollkommen ausblenden, ja sogar enstellen zu wollen. In Kolumnen warf man der Regierung vor, international anerkannte demokratische und zivilisatorische Prinzipien von Bord werfen zu wollen. Andere warnen vor einer kontiunierlichen Demontage kemalistischer Leitlinien wie Laizismis und Säkularimus. Das türkische Volk werde so von Atatürk entfremdet um ein Vakuum für neue idelle Werte zu schaffen.

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