Der Verfassungsschutz warnt vor einer Minderheit einer Minderheit

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Verfassungsschutz - Cartoon

Wenn Rassismus in unserer Gesellschaft ein Problem darstellt, dann schafft man sich weitere angebliche Problemfälle. So wird nebenbei auch Sicherheit vorgegaukelt: der Verfassungsschutz tut etwas...

Wenn man es nicht selber gelesen hat, glaubt man es kaum! Das Phänomen "Verfassungsschutz" befasst sich zur Zeit intensiv mit einer Minderheit einer Minderheit von Migranten, den "Grauen Wölfen", unter Türken als "Ülkücü" bekannt. Da der Rechtsradikalismus ja eine besondere Gefahr darstellt, insbesondere weil die Neonazi-Mordfälle aus purem Zufall zu Tage gefördert wurden, richtet man den Fokus wieder auf die "Grauen Wölfe", die bekanntlich - darüber wird in deutschen Medien schon kein Zweifel mehr gehegt - Rechtsradikalismus betreiben und die Jugend damit in den Bann ziehen.

Die vorübergehende Ausfallerscheinung des Verfassungsschutzes - jahrelang, wäre wohl in diesem Falle angebrachter - wird zur Zeit mit anderen Themen kompensiert. Heute richtet sich der Fokus wieder auf die türkischen "Rechtsnazionalisten". Kein Wunder, nach all den Neonazi-Morden und tödlich endeten Begegnungen der besonderen deutschen Art, die in den Jahren sich so angesammelt haben aber ständig verklärt wurden, Isolationsbemühungen ihre Wirkung zeigen, kann man erst recht auf die Interessenverschiebung der türkischen Jugendlichen aufmerksam machen. Statt die Gründe beim Namen zu nennen, bevorzugt man aber die Auswertung der Sympthome. Und die gelingt dermaßen gut, dass die Nebelkerze so viele wie möglich vom eigentlichen Drama ablenken wird.

Da wurden seit 1990 in Deutschland 182 Menschen (ZEIT selbst geht von 137 Opfern aus) aufgrund rassistischer oder rechtsextremer Gewalt getötet. Die rassistische Mordserie von 2000 bis 2007, die 2011 aufgedeckt wurde, zeigte nur eine von vielen würdelosen Umgängen der staatlichen Behörden mit rassistischer und rechtsextremer Gewalt. Die Ignoranz und das Versagen dass der Verfassungsschutz in den Ländern oder des Bundes da an den Tag gelegt hat, ist unbeschreiblich, nach dem sie weiter an dem Kurs festhält, die sie seit Jahren verfolgt hat. Dabei berücksichtige ich nicht einmal mehr, wie viele deutsche Jugendliche noch mit dem Gift "Neonazi" in Berührung kommen werden. Die Atmosphäre dazu wird geradezu heraubeschworen, dank des Internets.

Unbeschreiblich ist auch die Frechheit zahlreicher "Experten", die Menschen im Land für Dumm verkaufen zu wollen. Auf Teufel komm raus werden "Grauen Wölfe" dort verortet, wo sie hinzugehören haben. Leider ist die Praxis schnell durchleuchtet, zumal viele dieser "Fachexperten" sich als kurdennah oder anderweitig nah erweisen. Da ist auch der Turkologe Mieste Hotopp-Riecke nicht davor gefeit, zumal eine Mitarbeit am Institut für Kurdische Studien Berlin e.V. oder am Berliner Gesellschaft zur Förderung der Kurdologie e.V. dem eine besondere Note verleiht. Es würde dem Verfassungsschutz auch nie in den Sinn kommen, einen Kurdologen mit Faible für Türken zu rate zu ziehen, wenn es um kurdische Extremisten geht. 

Aber so ist das nun einmal! Wenn man gegen Neonazis nichts in der Hand hat, weil man mit ganz anderen Sachen beschäftigt ist, dafür aber Mutmaßungen aus dem Ärmel schütteln kann wenn es um türkische Nationalisten geht, so kann ganz klar die Gefahr von Deutschen Rechtsradikalen weiterhin heruntergespielt werden. Unterm Strich will man uns nur sagen, "ihr seit eh alle gleich und Nationalisten. Da macht ein Verein im VS-Bericht mehr, zehn Personen in der Bevölkerungsstatistik weniger nicht viel aus.".

Die Politik und die Sicherheitskreise haben anscheinend nichts dazugelernt. Das "rassistische, türkisch-nationalistischen Welt- und Menschenbild" ist ein Produkt ihrer selbst, ein Ebenbild die sie geschaffen haben und dabei das Wort "Kurden" auch noch in Zusammenhang bringen, obwohl schon etliche, ja hunderte male darauf deutlich hingewiesen wurde, dass die Ülkücüs nichts gegen Kurden, dafür aber gegen die Terrororganisation PKK haben. So lange das nicht ankommt, so lange wird man weiterhin die Ülkücüs beobachten, während ihre Vereinshäuser von PKK-Aktivisten zerlegt werden und Neonazis entwischen oder "untertauchen", während Angehörige von Opfern der Neonazis mit Grauen Wölfen in Zusammenhang gebracht werden, die ja illegalen Machenschaften nachgehen. Also nichts neues im Land.

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