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Organisatoren der Demonstration in Paris sprachen um ca. 14.00 Uhr von etwa 30.000 Teilnehmern. Beobachter von bis zu 50.000. Die Polizei gab in einer Erklärung an, 15.000 Demonstranten hätten sich in Paris eingefunden
Der AFP- und Reuters-Meldung zufolge sollen sich am Nachmittag in Paris mindestens 15.000 Teilnehmer aus ganz Europa eingefunden haben, um an einer Demonstration gegen die Annahme des Gesetzesentwurfes der UMP (Union für eine Volksbewegung - Partei die auch Sarkozy als Staatspräsidenten aufgestellt hat) zu protestieren. Die Le Monde und Le Figaro beziehen sich auf die gleichen Zahlen und erwähnen die Demonstration nur am Rande. Die Zahl wurde von der Polizei übernommen, die dazu eine Erklärung abgab und von rund 14.500 Teilnehmern sprach. Beoachter sprechen indes von bis zu 50.000 Türken, die aus sehr vielen europäischen Städten mit Bus und Bahn angereist waren um vom Place Denfert Medici in Richtung Senat zu marschieren. Die Organisatoren hatten bereits um 14.00 Uhr gemeldet, es seien bereits jetzt rund 30.000 Demonstranten in Bewegung.
Die Bushaltestellen in Paris waren überfüllt. Der staatlichen türkischen TV- und Radiosender TRT, IHLAS und DHA zufolge kamen ein Großteil der Teilnehmer mit über 500 Bussen aus ganz Europa und Frankreich in Pariser Vororten an, um an der Großdemonstration teilzunehmen. Die DHA meldet, alleine aus Deutschland seien in den frühen Morgenstunden 75 Busse, aus Holland 50, aus Belgien 40 und aus England 15 Busse gestartet. Die Organisatoren hätten zu Anfang etwa 35.000 Teilnehmer erwartet. Geworden seien es dann nach ihren Angaben am frühen Nachmittag etwa 30.000. Die Kundgebung wurde um 18.00 Uhr beendet. Die TRT titelte ihre Schlagzeile kurz nach 19.00 Uhr mit "Geschichtsträchtige Demonstration von Türken in Paris".
Über 500 Ordner hätten für einen reibungslosen Ablauf gesorgt. Die Kundgebung verlief entsprechend ruhig. 5 Vertreter der Großkundgebung überreichten auf dem Place de la Concorde einem Senatsvertreter eine Erklärung, worin der Senat aufgerufen wird, den für Montag zur Beratung anstehenden Gesetzesentwurf zu blockieren. "Wir demonstrieren gegen die Denunzierung. Es geht um etwas sehr ernstes", sagte Ahmet Ugras, einer der Organisatoren der Veranstaltung. Ugras erklärte, es hätten sich 30.000-40.000 Menschen eingefunden und 500 Vereine sowie Verbände hätten stellvertretend für 600.000 türkischstämmige Franzosen und Türken diese Erklärung verfasst, um gegen den Entwurf zu protestieren. Die Armenier hätten eine starke Lobby innerhalb des Senates, die Türken würden sich dem aber nicht beugen. Es sei ein Damoklesschwert dass über den Köpfen der Senatoren schwebe, wenn sie ihre "stimmen gegen dieses Gesetz" nicht erheben, sagte Ugras, Präsident der Union Europäisch-Türkischer Demokraten.
Hikmet Türk vom Koordinationsrat der türkischen Vereine erklärte, man hätte 35.000 erwartet und die Erwartungen seien übertroffen worden. Türk bedanke sich deshalb bei Staatspräsident Sarkozy. Niemand habe zustande gebracht, was Türken selbst in Frankreich seit Jahren versuchen, eine Massenbewegung zu organisieren an der auch Massen teilnehmen, so Türk weiter.
Der Vorsitzende des Anatolischen Kulturvereinigungen, Demir Önger erklärte gegenüber der Habertürk, er habe diese Menschenansammlung von Türken seit 50 Jahren nicht gesehen. Das erste mal, dass die Türken ihre Rechte direkt suchen würden, so Önger.
In den Druckausgaben der Le Monde und Libération wurden offene Briefe sowohl der türkischen als auch der armenischen Verbände veröffentlicht, um den Senat in der Entscheidung jeweils umzustimmen. Seit Donnerstag soll jedoch der Druck auf die Senatoren, die sich enthalten oder gegen das Gesetz stimmen wollen, gestiegen sein.
Der Entwurf der am 22. Dezember vom Nationalparlament mit geringer Beteiligung angenommen wurde, soll die Leugnung von Völkermorden strafbar machen, darunter die des sogenannten Völkermordes an Armeniern im Jahre 1915. Sie muss zuvor noch vom Senat abgesegnet werden, bevor sie dem Staatspräsidenten vorgelegt und verabschiedet werden kann. Der mittlerweile als "Armenier-Gesetz" bekannte Entwurf sieht vor dass die Leugnung des Völkermords an den Armeniern unter Strafe gestellt (Negationismus) wird. Historiker, Politiker und Intellektuelle in Frankreich stehen dem seither kritisch gegenüber, weil man befürchtet eine staatlich verordnete Geschichte zu akzeptieren, die nicht nur der Verfassung widersprechen, sondern die Arbeit der Historiker unmöglich machen.
Demonstration in Paris gegen die Annahme des Leugnungsgesetzes
Demonstration in Paris gegen die Annahme des Leugnungsgesetzes
Demonstration in Paris gegen die Annahme des Leugnungsgesetzes
Demonstration in Paris gegen die Annahme des Leugnungsgesetzes
Demonstration in Paris gegen die Annahme des Leugnungsgesetzes
Demonstration in Paris gegen die Annahme des Leugnungsgesetzes
Demonstration in Paris gegen die Annahme des Leugnungsgesetzes
Demonstration in Paris gegen die Annahme des Leugnungsgesetzes
Demonstration in Paris gegen die Annahme des Leugnungsgesetzes
Demonstration in Paris gegen die Annahme des Leugnungsgesetzes
Demonstration in Paris gegen die Annahme des Leugnungsgesetzes
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