Sunday Times bestätigt Ali Chamene'is Vorwurf

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Iran-Bombenanschlag

Der Bericht der britischen Tageszeitung Sunday Times bestätigt die Vorwürfe des iranischen Staatsoberhauptes, wonach Ahmadi Roschan durch den israelischen Nachrichtendienst MOSSAD umgebracht wurde

Die nibulösen Umstände in einer Reihe von Mordserien an Atomwissenschaftlern im Iran haben auch die türkischen Tageszeitung erfasst. Wieder aufgelebt wird dabei auch eine Reihe von Selbstmorden leitender Ingenieure in der Türkei.

Am vergangenen Mittwoch war Mostafa Ahmadi Roschan, leitender Angestellter in der Handelsabteilung der Urananreicherungsanlage in Natans in Zentraliran, einem Bombenanschlag in Teheran zum Opfer gefallen. Kurz nach dem Anschlag wurde von der iranischen Regierung der Vorwurf gemacht, der israelische Nachrichtendienst MOSSAD sei darin verwickelt. Der iranische Staatsoberhaupt Ali Chamene'i erklärte in einer TV-Sendung, der israelische Geheimdienst MOSSAD sei in diesen Fall direkt verwickelt. "Wir sehen den jüngsten Terroranschlag als Ergebnis amerikanischer Aktivitäten“, erklärte dagegen Irans Parlamentssprecher Laridschani und machte damit die USA indirekt dafür verantwortlich. Bisher gab es dazu aber keine Indizien.

Die britische Tageszeitung Sunday Times gab in einem gestrigen Bericht unter Berufung auf einen Informanten aus Israel an, dass der israelische Geheimdienst MOSSAD den Anschlag gegen Ahmadi Roschan minutiös geplant und ausgeführt habe. "Dieser Plan muss ohne Fehler ausgeführt werden. Bei einem solchen Anschlag darf einem kein kleiner Fehler unterlaufen, sonst ist nicht nur die Sicherheit der Agenten in Gefahr, es kann sich sogar zu einem internationalen Skandal ausweiten" soll der Informant angegeben haben.

Der Sunday Times zufolge sollen MOSSAD-Agenten in Teheran in der Nähe der Wohnung vom Atomforscher Roschan ein Lagezentrum eingerichtet haben. Gleichzeitig habe man unweit des Anschlagsortes auch den iranischen Nachrichtendienst observiert. Am Mittwoch soll Roschan in das von der iranischen Regierung bereitgestellte Fahrzeug eingestiegen sein, der von einem Chauffeur zuvor auf die Sicherheit überprüft wurde, so die Sunday Times. Auch der Tathergang wird genauestens erklärt, wonach das Fahrzeug sich in Bewegung gesetzt habe. An einer Kreuzung soll ein Motorrad herangefahren, ein magnetisiertes Bombenpäckchen ans Fahrzeug angeheftet und sich schnell entfernt haben. Ein weiterer MOSSAD-Agent habe dabei sichergestellt, dass sich der Atomforscher im Fahrzeug befindet, bevor die Bombe innerhalb von 9 Sekunden zur Explosion gebracht wurde, so der Informant in der Sunday Times.

In einem heute veröffentlichten Bericht des US-Magazins Foreign Policy  wird der israelische Geheimdienst ebenfalls ins Rampenlicht gerückt. Demnach hätten sich MOSSAD-Agenten als Mitarbeiter der CIA ausgegeben und so iranische Rebellen für Anschläge angeworben. In den vergangenen zwei Jahren starben insgesamt 3 Atomforscher im umstrittenen Atomprogramm des Irans durch gewaltsamen Tod. Beobachter gingen bereits seit längerem davon aus, dass der israelische Geheimdient darin involviert sein könnte. Der Foreign Policy-Bericht wirft zwar kein neues Licht auf den Sachverhalt um die mögliche US-Unterstützung, lässt aber erkennen, weshalb das Weiße Haus not amused ist. Laut CIA-Berichten, die im letzten Amtsjahr von Präsident George W. Bush erstellt worden sein sollen und deren Inhalt von sechs aktiven beziehungsweise ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeitern verifiziert wurde, habe der Mossad Jundallah-Aktivisten angeworben. Dabei hätte der israelische Geheimdienst unter falscher Flagge agiert, in dem die MOSSAD-Agenten sich bei ihren Rekrutierungsbemühungen als Mitarbeiter der CIA ausgaben und US-amerikanische Pässe verwendeten.

In der Türkei hat die Nachricht über den Tod des iranischen Atomforschers zwar weniger Aufmersamkeit erlangt, dafür aber den mysteriösen Selbstmord von 3 Ingenieuren  erneut in die Schlagzeilen gebracht. Die Ingenieure die für die ASELSAN (türkisch Askerî Elektronik Sanayii A.Ş. - der größte türkische Rüstungskonzern) arbeiteten, verübten innerhalb weniger Monate Selbstmord, so zumindest die bisherige offizielle Version. Die offizielle Version ist aber bis heute umstritten und erhält durch den iranischen Vorfall an Brisanz. Die Familien der ASELSAN-Mitarbeiter fordern bis heute die Aufklärung der Fälle.

Am 7. August 2007 wird Maschineningenieur Hüseyin Basbilen Tod in seinem PKW aufgefunden. Die Pulsschlagader ist aufgeschnitten, am Hals werden kleine Schnittwunden festgestellt. Nach der Oduktion wird als Todesursache Selbstmord genannt. Nach dem die Familie erneut auf eine zweite unabhängige Obduktion drängt, erklären 3 von 10 Gerichtsmedizinern, sie würden nicht von einem Selbstmord ausgehen.

Am 16. Januar 2007 wird der 30-jährige Elektroingenieur Ali Ünsem Ünal in seinem PKW Tod aufgefunden. Bei den ersten Ermittlungen stellt die Polizei eine Schußwaffe sicher, mit der sich Ünal erschossen haben soll und einen Abschiedbrief. Ünal hätte drei Tage danach geheiratet. Auch hier glaubt die Familie nicht daran, dass sich Ünal selbst erschossen hat.

Am 26. Januar, nur 9 Tage nach dem ersten Selbstmord wird Elektroingenieur Evrim Yanceken vor dem Haus gefunden. Er soll vom 7.Stock gesprungen sein. Auch hier lautet die offizielle Todesursache: Selbstmord.

Alle Ingenieure arbeiteten an strengen Militärprojekten, darunter vermehrt an Avionik-Programmen, mit der die türkischen Luftstreitkräfte ausgestattet werden sollten, um unabhängiger zu werden. Die Ingenieure hatten nach bisherigen Informationen auch die technischen Details für die Umsetzung eines eigenen Panzers herausgearbeitet, nahmen an Projekten Teil, die die Radarerfassung, Elektronische Kriegführung und Intelligente Systeme beinhalteten.

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