Erdogan: "was suchst du dann hier, steig auf die Berge"

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Erdogan in Kizilcahamam 2011

Der türkische Ministerpräsident Erdogan teilt aus. Demirtas würde von seinen Herren nicht einmal 10 Hammel anvertraut bekommen und Leyla Zana habe sich wohl an der Tür verirrt, müsse wieder in die Berge steigen

Ministerpräsident Erdogan sprach während der Fraktionssitzung der AKP in Ankara von unhaltbaren und völlig taktlosen Aussagen innerhalb der pronationalistisch-kurdischen Partei BDP. Erdogan sagte bei seiner Rede, die momentane Situation sei ein Lackmustest für die türkische Gesellschaft. Jetzt werde sich zeigen wer Krokodilstränen vergieße und wer wirkliche Trauer empfinde. Erdogan ging dabei auf den Vorfall in Uludere ein, bei der vor zwei Wochen 35 Menschen bei einem Luftangriff der türkischen Luftwaffe ums Leben kamen.

In seiner Rede ging Erdogan auf die Äusserungen des BDP-Vorsitzenden Demirtas ein, der zuvor den Generalstabschef für seine Meinungsäusserung kritisiert und ihn in einem Vergleich mit Gefreiten gleichgesetzt hatte. Erdogan sagte, Demirtas könne weder Gefreiter bei der türkischen Armee werden noch würde sein großen Bruder in den Bergen ihm eine Herde von 10 Hammeln anvertrauen. Ausserdem müsse er auch keinen Gefreiten kennen um diese Aussage zu treffen. Aber er könne zu seinen bewaffneten Herren gehen und von ihnen selbst hören, welche Heldentaten die Gefreiten bisher geleistet hätten, so Erdogan weiter.

Auch Leyla Zana wurde von Erdogan in die Kritik genommen. Erdogan erklärte gegenüber der Fraktion, Zana habe die Waffe als Versicherung der Kurden ins Gespräch gebracht und einen Frieden ausgeschlossen, so lange die Frage nicht nach ihren Willen gelöst werde. Dann müsse Leyla Zana auch in die Berge steigen, erklärte Erdogan mit den Worten: " was suchts du dann hier noch, gehe in die Berge". Zana hatte während einer Konferenz in Frankfurt am Main die Fragen der kurdisch-türkischsprachigen Tageszeitung POLITIKA beantwortet, in der die Debatte um einen einseitigen Waffenstillstand erörtert wurden.

Zur Zeit sei die Frage unerheblich, ob die Waffen schweigen müssen. Die Waffe sei die Versicherung der Kurden und so lange die Frage offen bleibe, sei die Waffe deshalb auch die Sicherheit der Kurden, so Zana in ihrer Rede. Zana hatte auch gefordert, dass der in Imrali in Haft einsitzende PKK-Terrorführer Abdullah Öcalan in Hausarrest genommen werden müsste. Ob nun in Istanbul oder in Urfa, dass sei belanglos, aber wichtig für den Fortschritt in dieser Frage. Ausserdem müsse sich das kurdische Volk in einem Referendum endlich entscheiden, welches Modell sie bevorzuge, ob nun die föderale-, kommunale- oder anderweitige Selbstbestimmung.

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