Debatte über Uludere zieht Kreise

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ULUDEREE

Die Debatten zwischen der türkischen Regierung, Armee und Geheimdienst und der Tageszeitung Taraf über den Luftangriff auf eine Schmugglergruppe in Uludere halten an

Nach wie vor wirft die Tageszeitung Taraf dem Geheimdienst vor, die Informationen an das Militär weitergegeben zu haben, die zum Luftangriff auf eine Schmugglergruppe in Uludere geführt habe. Die MIT, der türkische Geheimdienst dementierte dies bis zuletzt. Zum ersten Male in der Geschichte des Geheimdientes trat der Präsident der MIT Hakan Fidan in einem TV-Presseinterview auf, um Klarheit zu schaffen. Erneut bekräftigte Fidan, dass mutmaßliche Informationen über eine Gruppe die die Grenze zur Türkei über den Irak betreten werde, nicht von der MIT stammen.

Die Debatte ob der Geheimdienst mit Informationen den Luftangriff auf eine Schmugglergruppe heraufbeschworen habe oder nicht, geht in eine neue Runde. Bei dem Angriff am vergangenem Donnerstag waren in der Provinz Sirnak 35 Menschen getötet worden. Die Schmugglergruppe war offenbar mit PKK-Terroristen verwechselt worden, die dieselben Pfade über die Grenze nutzen, um etwa Waffen in die Türkei zu schmuggeln.

In einem angekündigten Presseinterview versicherte der Präsident der MIT in den Räumen der Zentrale der MIT in Ankara, dass das türkische Militär zu diesem Vorfall keine Informationen von der MIT erhalten habe. Die MIT habe auch keine Informationen oder Aufzeichnungen der Aufklärungsdrohnen über diesen bestimmten Vorfall erhalten, habe auch keinen direkten Zugriff auf diese. Deshalb würden auch Gespräche im Raum stehen, um das Oberkommando für elektronische Überwachungssysteme des Generalstabs (GES) auf die MIT zu übertragen. In anbetracht diese Tatsachen, seien die Vorwürfe bestimmter Medien haltlos, so Fidan. Auf die weiteren Fragen der Journalisten und Pressevertreter ging später der Sprecher der MIT ausführlich ein.

MIT nach 12 Jahren erstmals vor den Journalisten

Der Nachrichtendienst hat nach 12 Jahren erneut die Pforten für Journalisten geöffnet. Normalerweise gibt die MIT alle 5 Jahre eine schriftliche Erklärung ab, in der die bisherige Arbeit ausführlich bewertet wird. In der heutigen Pressesitzung wurde auch Bezug auf die Gespräche mit der PKK genommen. Der Sprecher erklärte, man habe u.a. mit der PKK Vereinbarungen getroffen, die aber von selbigen nicht eingehalten worden seien, darunter auch mit der Delegation, die über die irakische Grenze Habur in die Türkei gekommen sei, um Friedenswillen zu bekunden. Was daraus wurde, habe man aber so nicht abgesprochen, sagte der Sprecher.

MIT prescht vor

Die MIT reagierte damit aber auch erneut auf die anhaltenden Berichte der Tageszeitung Taraf, die ihre Version abermals unterstrich und berichtete, dass der Geheimdienst dem türkischen Militär die Informationen zugetragen habe, die zum Vorfall in Uludere führten. Unterdessen griff auch der Journalist und Kolumnist der Tageszeitung Hürriyet, Ertugrul Özkök, die Berichte der Taraf, u.a. die des Journalisten Mehmet Baransu, Yıldıray Oğur und Verlegers Ahmet Altan auf. Özkök schrieb in der gestrigen Kolumne, bestimmte Medien hierzulande und im Ausland hätten nur auf diese Gelegenheit gewartet, um das Militär und die Regierung ins Kreuzfeuer zu nehmen. Die Bilder in denen die 35 Leichen in Bettlaken eingehüllt gezeigt werden, würden der Armut und Obdachlosigkeit in Afghanistan ähneln. Das sei beabsichtigt um den "arabischen Frühlings" wiederaufzuleben, der die Türkei beinahe gestreift hätte.

Der Schmuggel hat nach Özal zugenommen

Öztürk schreibt, er habe darüber nachgedacht und verstanden, was die Jugendlichen dort seit dem verstorbenem Ministerpräsidenten Özal wieder machen, nämlich schmuggeln. Anscheinend habe nach Özal dieses Gewerbe im Schatten des Staates wieder Blüten getrieben. Auch habe er verstanden, dass die Armee, das türkische Militär Fehler begehen kann. Es gebe also eine Armee die Fehler begehe, ohne dass sie dabei mit der Ergenekon in Zusammenhang gebracht werde. Das erstaunliche aber daran sei, dass die Medien bei den militärisch hohen Verlusten in den vergangenen Monaten nicht ebenso reagiert hätten. Die türkische Armee sei der Prügelknabe der Nation gewesen, bis zuletzt. Doch diesmal habe der türkische Ministerpräsident anders reagiert und die Armee in Schutz genommen. Das traurige daran sei aber, dass die Inanspruchnahme dieser Geste Wagemut abverlange. Erdogan habe Özkök zufolge richtig gehandelt, er und das Volk würden hinter ihm stehen. Man dürfe die vielen Angehörigen und Kinder Gefallener Soldaten und Offiziere der medialen Inszenierung durch Akademiker und diesem und jenem nicht opfern. Die Regierung und die Armee hätten in ihren ersten Statements ihr Beileid bekundet. Von den hiesigen bestimmten Medien werde das völlig ausser acht gelassen, um es polemisch in Szene zu setzen, so Özkök.

Ahmet Altan und Yıldıray Oğur reagieren auf Erdogan und Özkök

In der heutigen Ausgabe der Taraf reagiert der Verleger der Taraf, Ahmet Altan und der Journalist Oğur auf die Kolumne des Hürriyet-Journalisten und die Rede des Ministerpräsidenten Erdogan und ruft die Bevölkerung erneut auf, ihre Einstellung zu überdenken. Altan ruft darin das Volk auf, in sich zu kehren und über die Ausmaße ihres handelns bei der Wahl der amtierenden Regierung bewusst zu werden. "Hatte man das beabsichtigt, als man Erdogan gewählt hat?" fragt Altan und fügt hinzu, "wenn ja, dann hätte man gleich bei den 28`ten Februaler und Vorgängerregierung unter Demirel bleiben können, warum also dann die AKP?". Yıldıray Oğur bezeichnet hingegen Özkök als Deckel die Erdogan gefunden habe.

"PKK und BDP lachen darüber"

Der sagenumwobene Autor "Fikircibey", der mit seinen Kolumnen in auflagenstarken Zeitungen seine Meinungen abgibt, hat sich in die Debatte eingeklinkt. Fikircibey bezeichnet die momentane Debatte als "im trüben Fischen" und geht mit den Kritikern hart ins Gericht. Nach dem Tod von 35 Menschen hätten die Kritiker vergessen erst ihrer Trauer ein Gesicht zu verpassen, das auch so wahrgenommen wird. Damit reagiert Fikircibey auch auf die Pressesitzung der BDP in Uludere, in der die BDP selbst in eine regelrechte Falle der Medien getappt sei und dabei erwischt wurde, wie sie vor einer traurigen Selbstinzenierung sich ins Fäustchen gelacht habe, zusammen mit der PKK, die der stotternden Demokratisierungsphase sowieso mit Argwohn begegnete und bis vor kurzem noch vor der Selbstauflösung stand, so Fikircibey in der ENSON HABER.

Generalstaatsanwalt verhängt Informationssperre

Der leitende Generalstaatsanwalt der Provinz Sirnak hat in der Untersuchung des Uludere-Luftangriffs eine Informationsperre verhängt. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor die Herausgabe der Aufzeichnungen des Aufklärungsfluges vom Generalstab verlangt. Zudem soll Zeitungsberichten zufolge auch die Generalstaatsanwaltschaft in Diyarbakir unter der Leitung eines Sonderstaatsanwaltes die Untersuchungen aufgenommen haben. Ebenso sollen drei Untersuchungsbeamte des Präsidialamtes die Ermittlungen aufgenommen haben.

PKK soll den Angriff auf den Landrat veranlasst haben

Der Angriff auf den Landrat von Uludere, Naif Yilmaz im Dorf Gülyazi soll türkischen Medienberichten zufolge durch die PKK befohlen worden sein. Funksprüche zwischen PKK-Terroristen und der Führungsrige die kurz nach dem Vorfall abgefangen wurden, sollen das bestätigen. In den Gesprächen wird Stellung zum namentlich nicht genannten Vorfall Bezug genommen. Ausserdem finde man die Arbeit der Jugend noch unausgereift. Die Jugendlichen müssten koordinierte Vorgehen, so die Gesprächsteilnehmer der Funksprüche. Ausserdem müsste die Erklärung der Regierung ins lächerliche gezogen werden und die Armee provoziert werden, weil sie zur Zeit ungewöhnlich stark in ihren Kasernen bleibe. 

Re: Debatte über Uludere zieht Kreise

Bild von Turkishgirl

Ist doch klar, dass Erdoğan jetzt nichts mehr auf "sein" Militär kommen lassen will, nachdem er alle Führungspositionen ausgetauscht hat. Wäre dann ja auch seine Schande.
Was den MIT betrifft, so kann es durchaus sein, dass der Geheimdienst nicht falsch informiert wurde. Die V-Männer wollen ja unentdeckt bleiben. Und dass es zu Grenzüberschreitungen immer wieder kommt, zeigt uns die Vergangenheit und die vielen Opfer.
Wahrscheinlich haben die handelnden Offiziere erst zu spät erkannt, dass die Gruppe nur eine "Vorhut" war, die dem Militär als "Versuchtskaninchen" zugespielt wurde, um vom tatsächlichen, nachfolgenden Übertritt abzulenken. Dass dabei 35 Schmuggler getötet wurden, freut die PKK und ihre Sympathisanten, weil sie jetzt gegen den türkischen Staat als Ganzes rebellieren können. Der Mob, der danach los ging, zeigt ja das Resultat.

Auf jeden Fall ist das Militär auf dem richtigen Weg. Die PKK ist durch die Angriffe der letzten Monate geschwächt und wird es weiter werden. Mit einem schwachen Gegner lässt es sich am Ende besser verhandeln als mit einem überlegenen.
Wenn es in der Folge dann auch noch eine Verbesserung für die Bildung und Ökonomie der kurdischen Menschen gibt, dann werden sie erkennen, dass es besser ist, auf Gewalt zu verzichten. Denn wer arm ist und nichts zu verlieren hat, dem ist alles egal - sogar sein Leben. Wer satt ist und eine Arbeit hat, der hat auch ein Ziel. Seine Kinder sollen es einmal besser haben und nicht als Schmuggler oder PKK-Terroristen enden.

Re: Debatte über Uludere zieht Kreise

Bild von Yeniceri

@Turkishgirl
Hallo lovely türkish Girl,

die jetzigen inneren Staatsfeinde der Türkei, die terroristischen Kurden, die PKKler, ihre Helfer und Helfershelfer sind den damaligen Staatsfeinden,
den Armeniern gleichzusetzen. Die arbeiten zur Spaltung der Türkei mit allen Feinden der Türkei zusammen. Sie haben keine Gnade verdient.
Die türkische Armee 50.000 Soldaten für eine große Offensive einsetzten, vorher Agent Orange sprühen, damit auch der letzte Baum und Strauch
als Deckung unmöglich wird, danach werden die Berge Tag un Nacht ununterbrochen mit bunkerbrechenden Bomben eingedeckt. das sind nur
ein paar Maßnahmen. Das Ziel der völligen Zerstörung und Vernichtung verfehlt seine Wirkung nicht. Danach wird  große Trauer, Selbstzweifel,
Depression Traumata, Hunger, Invalidität entstehen. Da wird für viele Jahrzehnte, vielleicht auch für Hundert Jahre Ruhe herrschen. Diese Bar-
baren verstehen nur diese eine Sprache, nämlich gegen sie noch brutaler vorzugehen, wie sie selber vorgehen.

Selamlar!

Yeniceri

Re: Debatte über Uludere zieht Kreise

Bild von Turkishgirl

@Yeniceri
Naja, das ist, denke ich, etwas stark überspitzt und übertrieben. Aber im Prinzip hast du Recht. Die PKK versteht nur die Sprache der Gewalt. Darum muss man sie mit Gewalt bekämpfen. Alles andere ist Augenwischerei und hat nur zur Folge, dass es am Ende wieder mehr Tote gibt.

Staaten, die die PKK unterstützen, helfen mit, den Krieg zu verlängern und zusätzliche Opfer zu erzeugen. So etwas ist Kriegstreiberei und darum abzulehnen. Keine Waffen an die PKK!

Re: Debatte über Uludere zieht Kreise

Bild von Abraxas01

Besser wäre es, wenn wir die gleiche Waffe einsetzen wie die Terroristen. Auf dem Gesicht spielen wir die lieben und netten, wir sind Freunde, aber tief in uns spiegelt sich der abtrünnigste Hass und wir spielen das Spiel so perfekt, das kein Terrorist mehr das durchschaut. Wie sie es mit unseren getan haben. Das Spiel können wir auch spielen. Es ist leider so, wir versuchen ein miteinander und die bringen uns einen nach dem anderen um, deswegen haben wir auch plötzlich so wenige Türken und Türkinnen. Nicht nur seit dem 1. Weltkrieg, auch durch das Jahrhundert haben unsere zu lange geschlafen und nicht gemerkt, das eine Falle nach der anderen gestellt wurde. Deswegen sagen alle Uludere sei absicht gewesen, weil sie es die ganze Zeit so gemacht haben.  Deswegen reden alle von Völkermord, weil sie es uns antun. Es wird Zeit das der Türke und die Türkin erwacht, genau hinhört wer wie was sagt. Und der Türkische Geheimdienst "eine NSA nach US Vorbild" langsam die Politik und hohen amtsträgern säubert. Den Leuten kündet und nur noch echte Türken und Türkinnen einstellt die dem Türkischen Volk und der Türkischen Kultur Treue schwören. Und nicht solche Holzfäller mentalität, auf das die Welt nur wartet um Sevres zu erfüllen. Mann muss vorsichtig sein, vor allem der Staat darf sich nichts erlauben das uns in Gefahr bringt.
Der Staat soll alle die für die PKK auf die Strasse gehen, fotografieren und in einer Kartei speichern, alle Familienmitglieder beschatten und sofort bei Verstoss das Strafgesetz anwenden. Kriminelle, Staatsfeinde werden früher oder später ein Gesetzesverstoss machen, und da muss die Türkei nur abwarten. mehr nicht. dann kann kein Staat der Welt uns was vorwerfen. 

Re: Debatte über Uludere zieht Kreise

Bild von Yeniceri

Hallo Turkishgirl,

Du bleibst bei Allgemeinfloskeln. Ich habe den Eindruck, das Du dieses Gesindel mit Kuschelpädagogik und sozio-psychologischer Behandlung bekehren möchtest. Das ist völlig kontraproduktiv. Solche Leute sind nicht therapierbar. Diese Entwicklung der PKkler die hat doch schon lange einen staatsbedrohen-
den Zustand erreicht. Wenn ich die Aussagen der Regierung Erdogan täglich zu dieser staatszersetzenden Entwicklung vernehme, habe ich den Eindruck das die resigniert haben. Oder darf die türkische Regierung auf Druck der USA nicht endlich für diese Seuche PKK-BDP vollendete Tatsachen schaffen. Vor ein paar Jahren habe ich einen türkische Bekannten, den ich schon sehr lange kenne gefragt, ob er keine Angst hat, wenn die PKKler wieder mit rücksichtslosen, brutalen Terror gegen die Zivilbevölkerung droht. Er sagte mir damals wörtlich, das ist doch seit Jahrzehnten normal. Kann es sein, das mit solchen laschen Aussagen, große Teile der türkischen Bevölkerung schon vor dieser Pest kapituliert hat ? Ich hoffe nicht. Aber leider wird das auch deshalb noch Jahre so weitergehen, da an dem PKK Terror beide Seiten viel Geld verdienen, und durch Bestechung Einfluss auf die Entwicklung dieses Kriegen genommen wird.

Selamlar!

Yeniceri

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