Hamas-Führer ehrt Opfer der Mavi Marmara

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Haniyya in Istanbul

Ismail Haniyya, politischer Führer der Hamas traf bei seinem Besuch in der Türkei mit Ministerpräsident Erdogan zusammen

Der ehemalige Ministerpräsident der Palästinensischen Autonomiegebiete und politischer Führer der Regierungspartei Hamas, Ismail Haniyya, traf bei seinem Besuch in Istanbul den türkischen Ministerpräsidenten Erdogan. Nach Angaben der DHA unterhielten sich Haniyya und Erdogan während des 2-stündigen treffens über die Zusammenarbeit der Hamas mit der Fatah. Anfang Mai 2011 hatten beide Parteien ein Versöhnungabkommen unterzeichnet, um eine gemeinsame Übergangsregierung für den Westjordanland und Gaza zu bilden. Erdogan bekräftigte erneut, dass beide Parteien zu einer Übereinkunft gelangen müssten, um in der Region eine Stabilität zu gewährleisten. Dass sei eine Grundvoraussetzung für weitere Schritte in Richtung Palästina.

Bei dem Treffen nahmen auch der palästinensische Gesundheitsminister Basim Naim, Bildungsminister Usame el Müzeyni und Wirtschaftsminister Ala Rafati teil, die zuvor mit Ismail Haniyya die Golfstaaten und Ägypten besucht hatten. Haniyya bedankte sich bei Erdogan für die Geste des türkischen Volkes gegenüber den Palästinensern und unterstrich die Wichtigkeit, dass die Blockadehaltung innerhalb der Vereinten Nationen aufgebrochen werde. Haniyya bedankte sich zuletzt auch für den Einsatz der Türkei, um einen Austausch von Gefangenen zu ermöglichen. Ministerpräsident Erdogan unterstrich erneut, dass die Anerkennung Palästinas und die Aufhebung des Embargos oberste Priorität besitze. Nach dem Treffen traf sich Haniyya mit 11 Palästinensern, die im Rahmen des Gefangenenaustausches durch Israel freigelassen und in die Türkei überführt wurden.

Nach dem Besuch der freigelassenen Palästinenser besuchte Haniyya auch das am Istanbuler Hafen ankernde Hilfsschiff "Mavi Marmara". Die "Mavi Marmara" wurde am 31. Mai 2010 auf der Route nach Gaza von der israelischen Marine in internationalen Gewässern aufgebracht, nachdem diese zuvor angekündigt hatte, den Konvoi daran zu hindern, die Blockade des Gazastreifens zu durchbrechen. Beim Entern der Mavi Marmara wurden neun Aktivisten getötet und über vierzig Aktivisten sowie sieben israelische Soldaten verletzt. Haniyya erklärte gegenüber den anwesenden Journalisten, die Opfer der Erstürmung der Mavi Marmara hätten diese Ehrerweisung verdient. Die ums leben gekommenen türkischen Staatsbürger hätten für das palästinensische Volk das höchste Gut geopfert. Nun sei er hier, um ihnen die letzte Ehrerweisung zukommen zu lassen. Das palästinensische Volk habe das ausdrücklich verlangt, so Haniyya.

Haniyyas Besuch ging bereits ein Besuch des Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde und PLO-Chef Mahmud Abbas voraus. Abbas nahm dabei an Gesprächen mit dem türkischen Kabinett teil, um über die palästinensische Zukunft zu beraten und über die Anerkennung als Staat übereinzukommen.

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