Kommentar: Deutschland und die Armenier-Frage

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Van nach der russischen Einnahme 1915
Neue Forschungen zeigen, dass deutsche Militärs und Politiker die Massaker an den Armeniern nicht nur guthießen, sondern diese anregten und sich aktiv an der Durchführung beteiligten

"[...](Die deutsche) Haltung war geprägt durch Missachtung und oft schlichte Verachtung für die Armenier, die fast immer vor allem als gierige Händler beschrieben wurden. Das fing mit Bismarck an, der behauptete, „dass ein Armenier überhaupt kaum etwas tut, ohne pekuniären Gewinn“. Saurma von der Jeltsch, seit 1895 Botschafter in Konstantinopel und immerhin Mediator im Konflikt um die Armenier-Hochburg Zeitun, behauptete: „Dankbarkeit kennt der Armenier nicht. Er betrachtet die Lage lediglich vom Standpunkte einer für sich möglichst gewinnbringenden Art“. Diese Sicht ist uns bestens von den Antisemiten bekannt, und mit den Juden wurden die Armenier auch immer verglichen mit der Tendenz, sie seien noch viel schlimmer. Aber nicht nur in der Geschäftstüchtigkeit der Armenier sahen die Deutschen einen Makel. Marschall von Bieberstein, sieben Jahre lang Staatssekretär im Auswärtigen Amt, also Außenminister, dann eine Art Überbotschafter in Konstantinopel, wollte im April 1909, als es in Adana einen regionalen Völkermord an den Armeniern gab, von den Massakern schlicht nichts wissen. Als sein für Adana zuständiger Konsul Christmann ihm die Details schilderte, hielt er alles nur für „Klatsch und Tratsch“, wie er es nannte, dem man schon deshalb nicht glauben könne, weil die Berichte von Armeniern stammten, denn, so Marschall, „die Armenier gehören zu den verlogensten Nationalitäten, die es überhaupt gibt.“ [...] Die tüchtigen Armenier siedelten im Südosten der Türkei, genau in jenem Landstrich, für den sich die Deutschen besonders interessierten und den sie ihr „Arbeitsgebiet“ nannten, sprich eine mögliche Kolonie, sollte die Türkei zusammenbrechen.[...]"

Wenn es darum geht, Front gegen die türkische Republik zu machen, bezüglich des angeblichen Völkermords an den Armenier, fallen zwei Staaten besonders auf. Frankreich und Deutschland. Auf beide Staaten einzugehen, würde hier den Rahmen sprengen, aber ich will mich, mit diesem Artikel, besonders dem damaligen Bündnispartner des osmanischen Reiches, dem Nachfolgestaat des deutschen Reiches, also Deutschland, widmen. Warum die Forderung Deutschlands, an die Türkei, die Vorkommnisse Damals als Genozid anzuerkennen absurd ist, wenn Deutschland diese Forderung nicht gleichzeitig auch an sich selbst stellt, soll im Folgenden erörtert werden!
 
"Die deutsche Schuld"

Die deutsche Regierung war nicht nur unbeteiligter Mitwisser der Massaker an den Armeniern, vielmehr trugen deutsche Militärs, wie der im türkischen Großen Hauptquartier für das Verkehrswesen und damit auch die Bagdad-Bahn zuständige deutsche Oberstleutnant Böttrich, mit die Hauptschuld, etwa durch die Unterzeichnung der Deportationsbefehle. Desweiteren hat der langjährige deutsche Militärberater an der Hohen Pforte, General von der Goltz, auch bekannt als "Goltz-Pascha", bereits vor Ausbruch des Krieges gefordert, die 500.000 Armenier, die in den sechs Ostprovinzen lebten, ein für allemal aus den russisch-türkischen Grenzgebieten zu entfernen und in den Regionen um Aleppo und in Mesopotamien anzusiedeln.

Wolfgang Gust schreibt hierzu:

"[...]Aufmerken lassen Berichte, nach denen türkische Offiziere und Offizielle die Deportationen zur eigenen Exkulpation auf deutsche Veranlassung zurückführten. “Belgien” diente ihnen als Vorbild und Rechtfertigung. Deutsche beeinflussten die Politik des Osmanischen Reiches seit 1882 intensiv, der Kaiser und viele deutsche Offiziere und Diplomaten hatten gute Beziehungen zu den Jungtürken und beeinflussten sie stark.

In seiner Einführung weist Vahakn N. Dadrian auf den preußischen General Colmar von der Goltz hin - von den Türken hochachtungsvoll Goltz-Pascha genannt-, der 1883 in das osmanische Heer eintrat und den Aufbau einer modernen türkischen Armee organisierte. Dieser hatte schon um die Jahrhundertwende ein politisches Konzept für das Osmanische Reich entworfen, in dem kein Platz mehr für das armenisch-christliche Element vorgesehen war. Kurz vor Beginn des Weltkrieges stellte Goltz die Armenier als größte Bedrohung für das Osmanische Reich dar und empfahl eine umfassende Deportation in die Wüste Mesopotamiens.[...]" Er war es auch, der den Deportationsbefehl abgesegnet hat, obgleich er die Verhältnisse im Land bestens kannte und wissen musste, dass Deportationen in die Wüsten Mesopotamiens, für die berggewohnten Armenier, den sicheren Tod bedeuteten.[...]"

Zunächst einmal sollte darauf hingewiesen werden, dass sich auf dem Höhepunkt des Krieges 800 deutsche Offiziere an den Schaltstellen des osmanischen Heeres befanden. Geheime Verträge legten fest, dass jedem türkischen Truppenkommandanten ein deutscher Stabsoffizier zur Seite gestellt war.

Einige deutsche Offiziere und ihr Wirken

• Königlich preußischer Major Sylvester Boettrich. Er war Chef der Eisenbahn-Abteilung im osmanischen Generalstab, im Krieg dann Chef der osmanischen Feldeisenbahn. Er unterzeichnete am 16. Oktober 1915 einen Befehl, der die Entlassung und darauf folgende Deportation Tausender beim Bau der Bagdad-Bahn eingesetzten Armenier genehmigte und der damit zum angeblichen Völkermord an den Armeniern beitrug.

• Der deutsche Artillerie-Offizier Eberhardt Graf Wolffskeel von Reichenberg beschoss im Landesinnern und weit ab von der Front, armenische Wohnviertel, in denen Zivilisten sich verbarrikadiert hatten, um nicht deportiert und getötet zu werden.

• General Fritz Bronsart von Schellendorf, Chef des Generalstabs des osmanischen Feldheeres im Großen Hauptquartier in Istanbul. Dadrian schreibt, dass er eine besonders aktive Rolle bei den Deportationen spielte, indem er die Deportationsbefehle unterschrieb. Auf Drängen Bronsarts, berief Enver Pascha Anfang 1915 eine geheime Konferenz der osmanischen Minister und der deutschen Militärberater ein. Bei diesem Treffen drängten vor allem die Deutschen auf den Beginn der Deportationen im Osten. (vgl. Vahakn N. Dadrian. Foreword by Roger W. Smith: German responsibility in the Armenian genocide: a review of the historical evidence of German complicity. Watertown, Mass./Blue Crane Books 1996)

• Botschafter Hans Freiherr von Wangenheim, der die Armenier als „verräterisches Geschmeiß" bezeichnete, war an der Planung der Deportationen beteiligt.

• Oberstleutnant Sievert, der als Leiter der Operationsabteilung des Geheimdienstes, dessen Chef, der osmanische Oberst Sytir, direkt für Organisation und Finanzierung des angeblichen Völkermordes zuständig war, sich sogar selbst die Hände schmutzig machte. (vgl.: die Tageszeitung 20. April 1995. „Das ist hart, aber nützlich“ Von Jürgen Gottschlich)

Karrieren einiger, beteiligter deutscher Offiziere nach dem Krieg

• Ludwig Maximilian Erwin von Scheubner-Richter war als deutscher Vizekonsul im türkischen Erzurum stationiert und eine Führungsfigur in der Frühphase der NSDAP. Der erste Band von Hitlers Buch „Mein Kampf“ ist ihm als einem der sechzehn Nationalsozialisten, die beim Hitlerputsch umkamen gewidmet. Für den  Hitlerputsch – den gewaltsamen Staatsstreich zur Beseitigung der Weimarer Demokratie – hatte Scheubner-Richter zunächst zusammen mit Alfred Rosenberg einen Putschplan entworfen, der nicht weiter verfolgt wurde. Am Abend des 8. November 1923 holte er persönlich Ludendorff aus Ludwigshöhe mit dem Auto ab und brachte ihn zu den wartenden Aufständischen in den Münchener Bürgerbräukeller. Am nächsten Morgen marschierte er neben Hitler, Ludendorff und Hermann Göring am Kopf des Demonstrationsmarsches der Putschisten zur Münchener Feldherrnhalle. Nachdem der Zug der Aufständischen bereits eine polizeiliche Postenkette hatte durchbrechen können, traf er auf dem Odeonsplatz auf einen weiteren Cordon bewaffneter Polizisten. Aus bis heute nicht vollständig geklärten Gründen kam es zu einem Schusswechsel, in dessen Folge zwölf Putschisten (später zwei weitere vor dem bayerischen Kriegsministerium) und vier Polizisten starben. Scheubner-Richter war der erste, der tödlich getroffen zu Boden sank. Hitler hatte sich bei ihm untergehakt und wurde von dem Sterbenden mit zu Boden gerissen. Dabei kugelte Hitler sich zwar den Arm aus, lag aber während des nun folgenden Schusswechsels am Boden, so dass die Kugeln über seinen Kopf hinweggingen und er weitgehend unverletzt blieb. So hat Scheubner-Richter durch seinen Tod womöglich Hitler das Leben gerettet. Hitler widmete seinem Gefolgsmann nicht nur – wie den fünfzehn anderen toten Gefolgsleuten des gescheiterten Putsches auch – den ersten Teil seines Buches Mein Kampf, sondern meinte außerdem: „Alle sind ersetzbar, nur einer nicht: Scheubner-Richter!“ (Quelle: Wikipedia)

•Rudolf Franz Ferdinand Höß, trat während des Ersten Weltkrieges freiwillig der Armee bei. Höß wurde danach in der Türkei an der Irakfront und später an der Palästinafront gegen die Engländer eingesetzt, wo er bereits im Alter von 17 Jahren als Unteroffizier mit dem Eisernen Kreuz I. und II. Klasse ausgezeichnet wurde. Bekannt als überzeugter deutscher Nationalsozialist, SS-Obersturmbannführer und von Mai 1940 bis November 1943 Kommandant des Konzentrationslagers Auschwitz. Er wurde als Kriegsverbrecher 1947 zum Tode durch den Strang verurteilt und im Stammlager hingerichtet. (Quelle: Wikipedia)

Beispielhaft sollen nur diese Beiden genannt werden, zur Verdeutlichung der Tatsache, wie "arische Herrenmensch-Phantasien" bereits Damals in den Köpfen Vieler existierten und warum der Faschismus im deutschen Reich so schnell Fuss fassen konnte.

Auf den vom deutschen Reich, im heutigen Namibia (1904-1908) begangenen Völkermord, will ich jetzt gar nicht näher eingehen! Kurz gesagt, ich finde die deutsche Position recht verlogen!

Wenn man wirklich davon überzeugt ist, dass die Vorkommnisse von Damals, ein Genozid waren, dann muss Deutschland, genauso wie die Türkei, an den Pranger gestellt werden! Sollte die türkische Position die Richtige sein und es war kein Völkermord, sondern Ereignisse, die man als Massaker beschreibt, im historischen Kontext der Massaker, von Seiten der Armenier, an den Muslimen, betrachtet, dann wird, in dem Fall auch Deutschland neben der Türkei stehen und nicht auf der anderen Seite Stehend, mit dem Finger auf die Türkei zeigen.

Das Standardwerk, die Basis des Völkermord-Vorwurfs, an den Armeniern, ist die Publikation „Deutschland und Armenien 1914-1918- Sammlung diplomatischer Aktenstücke“ von Johannes Lepsius. Einer Person, von dem auch das Zitat: „Das jüdische Volk hat ja Mittelalter und Neuzeit als Parasit der Germanen überdauert“ stammt und der Damals die Regierung in Russland (die Bolschewisten) als jüdische Mongolenherrschaft von Lenins goldener Horde‘‘ bezeichnete!

Weiterhin stammt von ihm die Aussage: „Das Heil der Welt ist im Morgenlande schon dreimal verlorengegangen. Das erste Mal, als Jerusalem zerstört und Israel verworfen wurde, das zweitemal, als die Truppen des Omar Jerusalem eroberten, und das drittemal, als sich die europäische Christenheit als ohnmächtig erwies, das wiedereroberte Jerusalem zu halten.“

„Muhammedanermission“ war seine Absicht, als er sich mit einer protestantischen Mission im osmanischen Reich befand und basierend auf den Äußerungen des Reformators Martin Luther gegenüber Türken, ist auch sein Türken-Bild zu betrachten. Er äußerte häufig, dass er sich auf "Muhammedanermission" befinde und diese Mission war lange Zeit auch Untertitel seiner Zeitschriften „Der Christliche Orient“ und dem Nachfolger „Der Orient.“

„Dass es im Kampf gegen den Islam hart auf hart gehen muss, das hat Lepsius damals bereits empfunden und dass auf christlicher Seite nicht Sanitäter als Kämpfer stehen können.“ beschreibt sein Sekretär und Jünger, Richard Schäfer.

Wie der Journalist und Autor Wolfgang Gust untersucht und bewiesen hat, war Lepsius keineswegs der uneigennützige Anwalt der Armenier, sondern zugleich ein extrem rechtsgerichteter "Anti-Demokrat", der eine deutsche Expansion und den Erwerb von Kolonialgebieten im Osmanischen Reich befürwortete und dafür die Armenier benutzen wollte.

Es ging dem Deutschen Reich vornehmlich um die Sicherung von Rohstoffen, im Speziellen die Kontrolle der Erdölfelder im Kaukasus. Stichwort: "Baku Oil".

In den 1920er Jahren rückte Lepsius weiter nach rechts. Er war ein Anhänger der anti-semitischen Rassenideologie Houston Steward Chamberlains, nannte die Weimarer Demokratie ein Intermezzo und hoffte auf ein neues großdeutsches Kaiserreich (Wolfgang Gust: „Verständnislose Auswüchse des Militarismus“. Historicum, Juni 2008).

Lepsius bestand darauf, die Massaker an den Armeniern, anhand staatlicher deutscher Quellen, zu dokumentieren, woran das Auswärtige Amt, in keinster Weise, interessiert war. Gust schreibt:
„[…]Neun Tage nach dem Waffenstillstand, am 20. November 1918, schrieb Lepsius an Solf einen Brief, in dem er sich als ”Delegierter für Fragen des Orients, speziell für Armenien” für die Friedensverhandlungen in Paris anbot: ”Ich glaube nicht zu übertreiben, wenn ich sage, dass ich nahezu der einzige Deutsche bin, der auch jetzt noch das volle Vertrauen des armenischen Volkes und seiner Führer, der türkischen sowohl als auch der Kaukasischen, besitzt”. ”Antrag ist ernstlich zu prüfen”, schrieb Solf an das Schreiben, ”Lepsius gilt im Ausland![…]”. (alle folgenden Zitationen aus - Wolfgang Gust: Wer manipulierte die Dokumente in „Deutschland und Armenien“? - Aus:„Magisches Viereck – Johannes Lepsius, Armenien und Deutschland“ erschienen in der „Armenisch-Deutschen Korrespondenz“ Jahrgang 2001/ Heft 3).

"Aus der Beraterrolle bei den Friedensverhandlungen wurde zwar nichts, doch Solf und Lepsius einigten sich auf ein anderes Projekt, ein weitaus Bedeutenderes"

Da damit zu rechnen war, dass die deutsche Mitwirkung oder Zustimmung zu den Massakern, bei den Pariser Friedensverhandlungen (Versailler Vertrag) , zur Sprache kommen würde, beauftragte das Auswärtige Amt, Lepsius mit der Herausgabe von Dokumenten, die diesen Vorwurf entkräften sollten!

Der im Ausland besonders von den Armeniern hochgeschätzte Lepsius habe den Auftrag erhalten, notierte der Legationsrat Otto Göppert am 14. Dezember 1918, „das Aktenmaterial über die Haltung der deutschen Regierung in der Armenier-Frage zu veröffentlichen“. Einige Dokumente wolle er „in einer Vorrede zu seiner Schrift über die Armenier-Verfolgungen“ abdrucken.

Dann solle „eine Zusammenstellung von Aktenstücken ohne begleitenden Text folgen”. Das Auswärtige Amt hatte für das Dokumentenwerk eine eindeutige politische Zielvorgabe:

"[...]Es sollte Deutschlands Ausgangslage bei den anstehenden Friedensverhandlungen in Paris, die schließlich in den Versailler Verträgen mündeten, in einem für Deutschland günstigen Sinn beeinflussen. Denn während des ganzen Krieges hatten besonders die angelsächsische und französische Presse, aber auch Politiker immer wieder Deutschland beschuldigt, den Völkermord an den Armeniern mit verantwortet, wenn nicht initiiert zu haben. Diese Anschuldigungen sollten durch die Herausgabe der Akten widerlegt werden. Der bekannte Armenier-Freund Johannes Lepsius sollte dafür bürgen, dass diese Botschaft im Ausland auch ankam.[…]“

Natürlich war auch dem kaisertreuen Lepsius klar, dass sein Werk in erster Linie, einzig die „Frage der deutschen Schuld“, wie Göppert sie nannte, genauer ihre Zurückweisung als Zweck hatte.

Er habe den Grundsatz befolgt „bei der Auswahl nur den Zweck der Entlastung Deutschlands von türkischen und internationalen Verleumdungen im Auge [zu] behalten"

Bestätigt wird diese Absicht durch seinen Sekretär Richard Schäfer, der im Juni 1919, über die Verwendung der gedruckten Bände sagte:

„Der größere Teil ist ja zur Verbreitung zu Propagandazwecken bestimmt“. Die dann von Johannes Lepsius 1919 herausgegebenen Dokumente „Deutschland und Armenien 1914–1918“ war durch Auslassungen und Fälschungen so manipuliert worden, dass eine deutsche Mitverantwortung am Völkermord vertuscht wurde!

Weiterhin sollte erwähnt werden, dass auch die "verfälschten-und propagandistischen" Veröffentlichungen von Lepsius, nicht den, vom Auswärtigen Amt, gewünschten Effekt hatten und die Londoner "Times" seinerzeit die Dokumentation von 1919 rezensierte und dabei feststellte, "dass daraus eine Mitverantwortung Deutschlands am Völkermord deutlich hervor geht".

Selbst wenn wir die türkische Sicht mal komplett ausblenden, die ganzen menschenverachtenden Massaker an den Muslimen außer vor lassen, die Aktivitäten der armenischen Banden und der christlichen Missionare nicht in Betracht ziehen, selbst dann, ist es für mich nicht nachvollziehbar, warum sich der Vorwurf NUR gegen die Türkei richtet.

Die Klagen gegen die Deutsche Bank und die Dresdner Bank, in den USA, wegen des Einbehaltens von Opfergeldern, sind nur ein weiteres Indiz für die Beteiligung des deutschen Reiches, an den Ereignissen.

Heisst es nicht: "Mitgegangen - Mitgefangen - Mitgehangen? Warum wird dieser Vorwurf, dann nur der Türkei gemacht? me

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Re: Mitgegangen - Mitgefangen - Mitgehangen?

Bild von Milo

Ich bin darauf aufmerksam gemacht worden, dass mein Beitrag die Frage, ob ein Genozid stattgefunden hat, nicht eindeutig klärt!

Stellungnahme: Es war nie meine Absicht, diese Frage zu klären!

Ich bin persönlich der Meinung, dass eine rein selektive Betrachtung, erst ab den Jahren 1914-1915 in keinster Weise dazu geeignet ist, um diese Frage zu beantworten. Nur eine ganzheitliche Analyse, in der auch die Rolle der Missionare/Missionen, die Rolle der Enquete-Mächte, die Bedeutung/Hintergründe der armenischen Unabhängigkeitsbestrebungen, die Massaker der russisch-armenischen Armee, wie auch die von armenischen Banden durchgeführten Massaker an den Muslimen, sowie der gesamthistorische Kontext, beleuchtet wird, kann zur Klärung dieser Frage beitragen. Jedoch bin ich kein Historiker und die türkische Position, dass es KEIN Genozid war, ist plausibel für mich.

Dieser Artikel sollte einzig die Frage aufwerfen, warum Deutschland noch nie mit diesem Vorwurf konfrontiert worden ist. Ausgehend von den Publikationen derer, die es als Genozid bezeichnen, war es das deutsche Reich, dass ALLES, was Damals passierte, zu Verantworten hat und nicht die Türkei, als Nachfolgestaat des osmanischen Reiches!

Die Quellenwahl hat sich rein auf Jene konzentriert, die es als Völkermord bezeichnen und alle benannten Argumente, zur Rolle Deutschlands, entstammen diesen Publikationen! Ich wollte nur auf das Glashaus hinweisen, in dem Deutschland sitzt, wenn man beispielweise die Frage eines EU-Beitritts, an eine Anerkennung der Geschehnisse, als Genozid koppelt, ohne jegliches Bekenntniss zur eigenen Schuld. Das ist nicht Recht!

Ich betone nochmal, dass es in dem Beitrag nicht darum geht, die historischen Ereignisse zu bewerten, sondern nur einen Überlick zu verschaffen, was die Literatur, die man als "Beweise" nennt, über die Rolle des deutschen Reiches sagt. Bitte auch meine kritische Position gegenüber der deutschen Politik nicht missverstehen ... und alleine die Tatsache, dass alles Erläuterte und die genannten Quellenverweise in Deutschland zugänglich sind, spricht für das Grundgesetz und die Informationsfreiheit ist ein hohes Gut, was ich Hier zu würdigen gelernt habe - es ist ein universelles Gut und gibt der Aufforderung "Lies" einen angemessenen Wert!

Ich hoffe insgesamt, dass ich die Irritationen aus dem Weg räumen konnte! Sonst stehe ich für Rückfragen gerne zur Verfügung.

me

Re: Mitgegangen - Mitgefangen - Mitgehangen?

Bild von amselina

wir wissen nicht, ob die Aussagen in Deinem Artikel stimmen .. sind keine Akademiker ... aber könnten es uns schon vorstellen, dass damals die Deutschen hier mit beteiligt waren und finden daher - wenn es so war:

- eine SAUEREI!!! dass heute nur die Türkei dafür verantwortlich gemacht wird
- und wieso überhaupt, ist ja schon eeewig her
- ... wer macht Schlesien/Pommern usw. rückgängig

da könnte man ja eeewig in die Urzeit zurück gehen und Schadenersatz / Vergeltung usw. fordern ...

....lasst uns doch die Welt in der wir leben besser gestalten!!!!!!!!!!!!!

Re: Mitgegangen - Mitgefangen - Mitgehangen?

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Wir sehen also, dass die Kriege im Osmanischem Reich auch durch Bündnisspartner angestachelt wurden. Wobei dies in anderen Themen noch zur Sprache kommen wird. Schwierig vorallem nun sich in die Deutsche Seele hinein zu versetzen. Auf der einen Seite Bündnispartner, Lobgesänge, Freundschaften und auf der anderen Seite Verrat, Aufstachelung, perfide Hinterlist. Der Deutsche Wahn, Herrenmenschen Herrenrasse, Weltmacht, aber andere Völker für sich ins Schlachtfeld schicken andere aufopfern für das Deutsche Volk, damit die Deutschen dann als edle Kommandanten und Inteligenzia die Kränze bekommen. Wieso kann Deutschland im Wissen Ihrer alleinigen bösen Schuld, mit den bösen Hintergedanken und Eigennutz Profitgier uns Türken/innen in solch ein Desaster schicken, und wir im guten Glauben dadurch 90 Prozent geschwächt waren in unserer Naivität und Menschlichkeit. Es ist nicht einfach eine Sauerei oder sonst irgendwie entschuldbar, weder abklopfbar noch versöhnlich solch eine Ignorranz. All die Jahrzehnten mussten unsere Leute, ob Frauen, Männern und Kindern Leid erfahren, das Leben lassen, sich Anschlägen und Hass erdulden lassen überall auf dieser Welt. Wir mussten durch diese Lügen, das uns die Weichen in schlimmen negativen Wegen stellten sehr viel durchmachen. Deutschland hatte alles geplant, von den Aufständen bis zu den Evakuierungsplänen. Mit den dummen Türken/innen im glauben die Bevölkerung zu schützen, und Kriminelle Elemente vor Gericht bringen zu können. Das wir unter den Deutschen Oberbefehl hohe Verluste hatten und nur als Kanonefutter missbraucht wurden um ihre eigenen  Leute hoch im Norden zu entlasten, war mir schon lange bekannt. Schlimm ist  das Deutschland immer noch versucht ihre Schuld uns in die Schuhe zu stecken, und schweigt. Das Deutschland alles Plante und auch im Plan miteinbezogen wurde, falls sie als Kriegsverlierer dastehen,  die Türkei als Schuldigen hinzustellen werden kann. Deutschland hatte sicher Talat Pascha ermorden lassen, ihn im guten Glauben als Bündnispartner nach Berlin geholt, um ihm im glauben zu lassen dass  er die Türkei und auch sich mit seinen Beweisen die Unschuld klar Belegen kann. Deswegen wusste der Mörder wo er ihn auffinden kann, wusste der Mörder das er sich erwischen lassen darf um der Welt noch überzeugter die Schuld der Türkei ins Bewusstsein prägen wird. Deutschland liess Talat Pascha ermorden und den Mörder liessen sie mit einer billigen Ausrede wieder frei. Deutschland liess zu das nur um die Wahrheit zu vertuschen, in all den jahrzehnten die Zahl unsere Türkischen Martyrer und Martyrerinnen stetig stieg. Deutschland schweigt, während sie immernoch dem Bündnispartner ins offene Messer laufen lässt. Immernoch müssen wir den Kopf herhalten für die Fehler von anderen. Dies ist der Preis unserer Bequemlichkeit und unserer zu schnellen zufriedenheit.Die Türkei un dwir müssen mehr Leistungen bringen.

Die Deutschen schimpfen über die Juden, weil sie knallharte Geschäftsleute sind. Aber wie sieht es aus mit falschen Freunden, ist das nicht schlimm oder schlimmer? Der Deutschen Seele ist es nicht einfach sich hineinzuversetzen.
Ich danke dem Verfasser für diesen Bericht, und kann nur immer wieder unsere Leute auffordern nicht stehen bleiben und sich wirklich mit der Zukunft und dem Wohlbefinden auseinader zusetzen und sich ins Zeug zu legen für ein eigenes besseres Leben.

Re: Kommentar: Deutschland und die Armenier-Frage

Bild von Scalar

@Milo:Das ist doch wieder so absolut türkisch: Also eigentlich hat es den Genozid an den Armeniern gar nicht gegeben, aber WENN es ihn gegeben hat, dann sind natürlich nicht die liebenswürdigen Türken Schuld, sondern alle anderen, ganz vorneweg die bösen bösen Deutschen. *gäääähn*

Und ganz sicher sind wir auch Schuld daran, dass die Türken zweimal vor Wien standen, an der Knabenlese und der Versklavung von in die Harems stecken von Christen, ganz sicher haben auch in Wirklichkeit die Deutschen Konstantinopel überfallen und dort grauenvolle Massaker angerichtet. Türken würden sowas ja niiie tun. Auch im Balkan sind die Türken niiie gewesen. Ja nee, is klar.

Meine Güte, steht doch einfach zu dem was ihr getan habt. Tun wir doch auch. Habt doch wenigstens ein einziges Mal Eier in der Hose. Alles andere, diese Lügen, dieses Gejammer, diese Schuldzuweisungen an andere - ist so ehrlos!

Re: Mitgegangen - Mitgefangen - Mitgehangen?

Bild von Yeniceri

@Abraxas01:

bitte servieren Sie mir das Osmanische Reich nicht als dummes Reich. Wer ein so großes Reich ca. 600 Jahre beherrscht, verwaltet und regiert hat, der konnte nicht blöd sein. Natürlich waren die Deutschen den Osmanen in vielerlei Hinsicht überlegen. Wenn Sie ehrlich sind, dann gestehen Sie auch ein, das der
Befreiungskampf nur mit dem einzig wahren Freunden, den Verbündeten Deutschen, nur mit Hilfe deren Generälen und dem hervorragenden Kriegsgerät gewonnen wurde. Ich sehe die Unterstützung von damals als unsere Pflicht an. Das türkische Volk war schon immer Angriffsziel anderer Kollonialherren, wie den Ente-Mächten. Auch vorher war es wegen seiner geo-strategischen Lage immer wieder Versuche die Türkei zu kolonialisieren. Der Bau der Bagdad-Bahn durch Heinrich August Meißner Pascha, diese tech- nische Meisterleistung wurde von den Briten mit Hilfe der arabischen Kameltreiber, den arabischen Beduinen sabotiert. Der Rückmarsch der Osmanischen Truppen aus Kut (Irak) hat hundertausenden Soldaten das Leben gekostet. Die Begehrlichkeiten fremder Nationen sind bis heute die gleichen geblieben. Nur wird heute mit noch suptileren Methoden versucht die Türkei schwach zu halten.  Die
Türkei soll für kriegsbedingte, zum Selbstschutz getroffenen Maßnahmen heute zum Schuldaner-
kenntnis gezwungen werden. Der aus meiner Sicht der Dinge niemals einer war. Da haben die Zio-
nisten, die Franzosen und die Amerikaner wohl die weltweite Deutungs-und Definitionhoheit. Wie Sie feststellen, gibt es auch Leute wie mich, die nicht alles nachplappern, sondern die historischen Tat-
sachen, die strategischen, machtpoltischen Zusammenhänge etc. sehen. Ich persönlich würde
niemals die weit über Hundert Jahre bestehnden engen Beziehungen zu Deutschland verleugnen.
Im Gegenteil! Ich weiß, das das Osmanische Reich auch für Deutschland damals sehr große Opfer
zu beklagen hatte. Ich hoffe das die jetzige und auch nachfolgende Regierungen niemals die dama-
lige Selbstverteidigung zum Völ- kermord wegen der EU Mitgliedschaft oder anderen Ködern umdeuten werden. Mein Wunsch ist und bleibt, das die deutschstämmige Bevölkerung endlich erkennt, was uns
mit dem großartigen, fleißigen, kämpferischen, gastfreundlichen türkischen Volk seit ewigen Zeiten viel
mehr verbindet als trennt.

Selamlar!

Yeniceri

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