ÄHNLICHEBEITRÄGE
ÄHNLICHEBEITRÄGE
NEWSÜBERBLICK
TURKISHPRESSVOTE
Tunceli oder auch als Dersim bekannt, ist die Hauptstadt der türkischen Provinz Tunceli. Die Aufstände die seit dem frühen 18.Jahrhundert immer wieder aufflammten, bereiteten nicht nur dem Osmanischen Reich, sondern auch der Türkischen Republik Kopfzerbrechen
Der Vorstoß des Abgeordneten der Volkspartei kam nicht unerwartet. Hüseyin Aygün, Rechtsanwalt, Menschenrechtler und Abgeordnete der oppositionellen Republikanischen Volkspartei CHP für die Provinz Tunceli, der bereits in der Vergangenheit aufsehen erregende Interviews abgab, lastete diesmal der CHP und der Türkischen Republik unter der damaligen Führung des Staatsgründers Atatürk selbst die Vorfälle in Tunceli vor über 70 Jahren an.
Die CHP-Fraktion wollte sich zunächst zu der Wortwahl des Politikers aus Tunceli nicht äussern, die er zuvor in der Tageszeitung ZAMAN getroffen hatte. Es könne sich um ein Missverständnis handeln, meinte Parteichef Kemal Kilicdaroglu noch, als die Lage sich bereits langsam zuspitzte. Zuvor hatten mehr als ein Dutzend Abgeordnete der CHP für den Rücktritt Aygüns plädiert und im nachhinein den Parteivorsitzenden aufgefordert den Parteiausschluss in Erwägung zu ziehen. Kilicdaroglu reagierte und erklärte, Aygün habe mit seinen Äusserungen gegen die Parteidisziplin verstoßen. Man werde sowohl die Äusserungen Aygüns, aber auch die Erklärung der CHP-Abgeordneten in die Verantwortung ziehen. Niemand könne sich über die Parteirichtlinien erheben und eigene Wege gehen, sagte Kilicdaroglu, der selbst einem Asiret angehört, bei denen Mitglieder während des militärischen Vorgehens im Jahre 1938 getötet wurden.
Nur wenige Tage danach folgte der AKP-Abgeordnete Mehmet Metiner den Spuren des Amtskollegen der Oppositionspartei. Man müsse in Erwägung ziehen, den internationalen "Sabiha Gökçen" Flughafen in Istanbul umzubenennen. Die Adoptiv-Tocher vom Staatsgründer habe Aygün zufolge als Kriegspiloten eine maßgebliche Rolle bei der Niederschlagung des Aufstands in Tunceli gespielt. Man müsse aufgrund der Umbenennung des "Mustafa Muğlalı" Militärbasis auch in betracht ziehen, den Flughafen in Istanbul umzubenennen.
Auch diese Äusserungen ernteten heftige Kritik innerhalb der AKP. Mehmet Metiner, der sich bereits in der Vergangenheit gegenüber der kemalistischen Staatsdoktrin mehrfach kritisch geäussert hatte, wird von Teilen der Gesellschaft als überzeugter Anti-Kemalist bezeichnet. Kolumnisten bewerteten den Vorstoß des AKP-Abgeordneten als Wunschtraum. Er müsse sich mit seinen Äusserungen vorsehen, schreibt u.a. die CUMHURIYET, denn wenn er so weitermache, müsse er auf Bus und Bahn umsteigen, da ja auch der internationale Flughafen in Ankara "Atatürk" heiße. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Mutmaßungen, man versuche die Volkspartei mit dem Thema "Dersim" zu entzweien. Wer der Nutznießer sein könne, stehe doch ausser Frage, so Kolumnisten und zeigen dabei auf die AKP.
Ein anderer Kolumnist erklärte, Metiner habe einen entscheidenden Fehler begangen, als er Mustafa Muğlalı herangezogen habe, denn die Vorfälle würden auch aufzeigen, dass der Staat zu damaliger Zeit Recht und Gesetz durchzusetzen gewillt war und auch durchsetzte. Bei dem Vorfall handle es sich um den selben Vorgang, die letztendlich auch Tunceli heimgesucht habe. Der als "Menemen Olayı" (Menemen- oder Kubilay-Fall) bekannte Aufstand der von Mitgliedern des Naqschbandi-Ordens angezettelt wurde, zeige, dass die damalige Türkei ungeachtet der Volkszugehörigkeit oder des Glaubens alles unternommen habe, um den aufkeimenden Separatismus niederzuschlagen, die ein Produkt der staatlichen Emanzipation gewesen sei. Davon habe es in der frühen türkischen Republiksgeschichte zuhauf gegeben. Aufgrund der vorherrschenden Feudalstruktruren die sich trotz der Staatsmacht erhalten hätten und vor allem das Problem der Asirets, dass die dortige Bevölkerung und ihre Stammesführer gegen den Staat angestachelt habe, die Gesetze des eigentlichen Staates nicht anzuerkennen, keine Steuern zu zahlen oder den Wehrdienst zu verweigern, hätten dazu geführt, dass der Staat militärisch und massiv gehandelt habe, um Recht und Gesetz in der ländlichen und vor allem feudalem Gegend durchzusetzen.
Im Winter 1930 hatten Mitglieder des Naqschbandi-Ordens unter Scheich Esad von Manisa, in der Kleinstadt Menemen nach dem Frühgebet die Bevölkerung dazu angestachelt und gedroht, sich unter dem Grünen Banner des Propheten zu versammeln. Jeder der sich nicht bis zum Mittagsgebet dazu entschließe, werde von 70.000 Naqschbandis niedergemetzelt, hallte es in den Straßen der Kleinstadt an der Westküste. Als eine Patrouille der Gendarmerie die Lage unter Kontrolle bringen wollte, eskalierte die Situation. Der Truppenführer hatte sich alleine in die Gruppe des Scheich Esad begeben, um mit ihnen die Situation zu erörtern. Er wurde dabei von den Mitgliedern zunächst verwundet, woraufhin die Patrouille von der Waffe gebrauch machte, die jedoch mit Platzpatronen ausgerüstet waren. Der Truppenführer wurde danach von den Mitgliedern mit seinem eigenem Dienstschwert geköpft. Nach der Ausrufung des Ausnahmezustands wurden die Rädelsführer sowie mehr als 70 Personen verhaftet und vor ein Militärgericht gestellt, die von Mustafa Muğlalı einberufen wurde. Mehr als 20 Personen wurden daraufhin erhängt, die Teilnehmer des Aufstandes mit bis zu 24 Jahren Haft verurteilt.
1943 wurde Mustafa Muğlalı selbst von einem Militärgericht zum Tode verurteilt, die aber wegen seinem hohen Alter zu 20 Jahren Haft umgewandelt wurde. Muğlalı wurde zur Last gelegt, 33 mutmaßliche Schmuggler die zwischen der Türkei und dem Iran verkehrt haben sollen, ohne Verurteilung in der Nähe der Stadt Van standrechtlich erschossen zu haben. Der Fall sorgte in den 90er Jahren für Furore, als ein Militärstützpunkt der nach ihm benannt war, einen anderen Namen erhielt.
| M | T | W | T | F | S | S |
|---|---|---|---|---|---|---|
|
|
1 |
2
|
3
|
4
|
5
|
6
|
|
7
|
8
|
9
|
10
|
11
|
12
|
13
|
|
14
|
15
|
16 |
17
|
18
|
19
|
20
|
|
|
22 |
23 |
24 |
25 |
26 |
27 |
|
28 |
29 |
30 |
31 |
|
|
|
Newsletter markieren das per E-Mail gesendet werden soll. Zum abbestellen Markierung entfernen.
|
TURKISHPRESS |
NEWS |
SOCIUS |
SERVICE |
WISSEN |
PARTNER |
| Impressum | Politik | Community | Tags | History |
![]() ![]() ![]() ![]() |
| Kontakt | Gesellschaft | Sitemap | Türkei | ||
| Über uns | Geschichte | Newsfeed | Deutschland | ||
| FAQ | Sport | Newsletter | PKK | ||
| Login / Registrieren | Türkce | Unterstütz uns | History News Archiv | ||
| News-Archiv | Mediadaten / Werbung | Galerie | |||
| Allg. Nutzungsbedingungen | Gesicht zeigen! | ||||
![]() |
|||||
|
TURKISHPRESS © 2009-2012 |
![]() |
![]() |
![]() |

LESERKOMMENTARE