Generalstaatsanwalt stellt Anklageschrift vor

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Anschlag Sicherheitseskorte - Kastamonu

Im Verfahren gegen zwei PKK-Terroristen, die am Anschlag gegen den türkischen Ministerpräsidenten beteiligt waren, hat die Generalstaatsanwaltschaft die Anklageschrift vorgestellt

Türkische Medien berichten über Einzelheiten des Terroranschlags im vergangenem Mai, bei der ein Polizist und ein Gendarme des Sicherheitskonvois des Ministerpräsidenten ums leben kamen. Der Anschlag der PKK richtete sich gegen Ministerpräsident Erdogan selbst, stellen die Ermittlungsergebnisse fest. Gegen zwei mutmaßliche PKK-Terroristen, darunter dem Rädelsführer, die in Untersuchungshaft sitzen fordert die Generalstaatsanwaltschaft zwei mal lebenslänglich. Gegen weitere drei mutmaßliche Attentäter die auf der Flucht sind, soll das Urteil in Abwesenheit fallen und Haftantrag gestellt werden.

Die Tat ereignete sich in der Nähe der Stadt Ilgaz auf der Bundesstraße zwischen Kastamonu und Cankiri. Die Eskorte bestehend aus Polizeimannschaften, Sicherheitspersonal des Ministerpräsidenten und Sondereinsatzbeamten war nach Ende der Wahlkundgebung in Kastamonu am 4. Mai auf dem Weg nach Ankara. In einem Talabschnitt wurde das Feuer auf das vorausfahrende zivile Polizeifahrzeug eröffnet. Den einvernehmen nach erlag der Polizeibeamte Recep Şahin aus Kastamonu auf der Stelle durch mehrere Schußwunden, die von 5 PKK-Terroristen aus 5 ausgehobenen Stellungen durch das Kreuzfeuer auf den Konvoi abgegeben wurden. Ein weiterer Kollege, Metin Kuş, wurde bei dem Schußwechsel verletzt und nach Ankara per Hubschrauber in die Anadolu-Klinik eingeflogen. Bei der anschließenden Verfolgung der Täter starb bei einem weiteren Schußwechsel ein Gendarme.

Wie aus der Anklageschrift hervorgeht, sollen die Terroristen den möglichen Tatort ausgekundschaftet und bereits 14 Stunden vor der Tat auf der Landstraße Stellungen ausgehoben und auf die Durchfahrt des Konvois des Ministerpräsidenten gewartet haben, der an diesem Tag nach einer Wahlkampfveranstaltung in Kastamonu weiter in die anatolische Stadt Amasya reisen wollte. Kurz vor der Abreise habe Ministerpräsident Erdogan sich aber dafür entschieden, mit dem Hubschrauber nach Amasya zu reisen. Der Sicherheitskonvoi habe sich dann auf den Weg in die Hauptstadt Ankara gemacht und um 17:00 Uhr den Anschlagsort erreicht. Hier warteten nach Angaben der zwei Verhafteten insgesamt 5 Terroristen in 5 ausgehobenen Stellungen, um die Kolonne ins Kreuzfeuer zu nehmen. Beide mutmaßlichen Terroristen hätten dabei die Taten zugegeben und den Ermittlern den Hergang präzise geschildert.

Aus der Anklageschrift geht auch hervor, dass die Terroristen nach der Tat 3 Stunden auf der Flucht waren und immer wieder in Gefechte mit den Sicherheitskräften befanden. Erst Anfang Juni und Anfang August hätten sich die zwei Terroristen bei Gefechten mit der Armee gestellt. Bei den anschließenden Verhören seien auch Verstecke und Waffendepots in Amasya genannt worden, um am Programm zur Generalamnestie teilnehmen zu können, berichten Medien. In der Anklageschrift fordert die Generalanwaltschaft auch die Verurteilung der drei auf der Flucht befindlichen PKK-Terroristen mit sofortiger Haftanordnung. Den Tätern drohen bis zu drei mal lebenslänglich, darunter wegen Mord, Mordversuch und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung.

 

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