Innertürkische Themen in Köln "zu Hause"

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Türkische Flagge

Nicht nur aus Köln heraus, sondern Land auf, Land ab wird die Debatte über die Integrationsleistung der türkischestämmigen Mitbürger immer noch eng mit der Innenpolitik der Türkei verknüpft

Vielen stößt diese ewige Debatte über das Türkendasein langsam aber sicher sauer auf. Andere sehen darin erst recht den Bedarf, Aufklärungsarbeit zu leisten und widerum andere holen rechts aus um scharflinks zu zuschlagen und die Debatte zu beflügeln. Das beste Beispiel dazu, wie man sich gekonnt liberal, christdemokratisch nah, linkslastig und verfassungstreu zugleich geben kann, liefert die "nicht liberale Islam" Vertreterkaste, die sich in hohen Ämtern der Alevitischen Gemeinde Deutschlands zu Hause fühlt 1.

Im Grunde einem Verband dessen Integrationsbemühung darin besteht, alevitische Befindlichkeiten in der Türkei hier beständig vorzuführen, in dem man gleichzeitig immer und immer wieder auf das Schrecksgespenst in Europa, der "Sharia" hinweist. Das wäre so, als ob man den Aleviten "Mum söndü" 2 unterstellen würde. Jeder Alevite der was von sich hält, würde wohl jetzt im Dreieck springen. Während also ein Ausdruck in der Türkei regelrecht den Aleviten die Zornesröte ins Gesicht treiben würde und auch heute noch von Aleviten hier an den Pranger gestellt wird, ist es für Ali Ertan Toprak eine Selbstverständlichkeit geworden, Sunniten andauernd mit einem in Europa negativ behafteten Sharia-Verständnis in Zusammenhang zu bringen, die an saudische oder iranische Verhältnisse erinnert. Toprak muss sich auch zwangsläufig der sunnitisch-türkischen Belange annehmen, um sich überhaupt auf der Agenda halten zu können. Über Sunniten den "Integrationsverweigerern" schlechthin zu berichten ist produktiver, besonders dann wenn man sich selbst als Verband gut situieren will. Wie klein doch die Welt der Marktschreier ist...

Sicher, die Integrationsleistung mit der Anerkennung des Alevitentum als Religion an sich und dem alevitischen Religionsunterricht ist ein Meilenstein in der Geschichte der Aleviten in Deutschland, doch vergessen wir nicht! Die sunnitischen Muslime stehen weiterhin vor einer unüberwindlichen Mauer der Bürokratie, in einem Land, dass die Religionsfreiheit sicherstellen will, aber nicht willens ist es zu tun. Toprak kann das auf der einen Seite gelassen sehen und verschweigen, dass die Muslime weiterhin ohne eine anerkannte Religion dastehen und ihre verfassungsgemäßen Rechte beraubt sind. Kann er ja auch, weil er die eigenen Schäfchen bereits ins Trockene gebracht hat. Nun kann er aus allen Rohren auf Spatzen schießen und so der deutschen Integrationsdebatte einen Bärendienst erweisen. Da kommen dann solche Gelegenheiten wie die Reden des Ministerpräsidenten Erdogan geradezu recht, kann man doch mit Wortverdrehern vieles zugespitzt an den Mann bringen und gilt zugleich als Türkei-Kritiker dessen Leumund nicht in Frage gestellt werden kann.

Doch dabei tranformiert sich die Vertreterkaste der AABF (Alevitische Gemeinde Deutschland) nicht nur zu einer fast ethnisch-religiösen Alleinvertretung, sondern auch zu einer politischen Institution mit vermeindlichen Führungsqualitäten in der Integrationsarbeit; wobei sie das eigentlich torpediert! Und das hat einen einfachen Grund. Während sich die AABF als liberaler Glaubensvertreter verkauft, wo noch zig andere alevitische Verbände in Deutschland Aleviten für sich beanspruchen; die Sunniten in den Augen der Deutschen geradezu demonisiert in dem man sich andauernd von der "Sharia" distanziert und als liberaler Nichtislamreligion ausgibt; die "nationalistischen" Strömungen innerhalb der Türken als Demokratiefeinde deklariert und sie mit allen Mitteln, ob politischer oder gesellschaftlicher Natur, an den Pranger stellt; innertürkische Probleme tabuisiert, ja demonisiert wenn Türken in Deutschland das zum Anlaß ihrer "jetzt reichts!" Proteste hier austragen, aber in eigenen Belangen geradezu türkeispezifische Themen in den Vordergrund rückt, ja dann darf man sich auch nicht wundern, dass die "Türken" an sich gegenüber der Integrationsdebatte überhaupt kein Interesse mehr zeigen, ja geradezu boykottieren.

Die Integrationsdebatte kann nur dann fruchten, wenn Türken in Deutschland als Bürger dieses Landes verstanden werden. Solange die Türken hier immer noch als Fremdkörper empfunden und als "Islamisten" sowie "Ultranationalisten" verklärt werden, Themen ständig mit der Türkei in Verbindung gebracht werden, das Wort "türkischstämmige" einher geht mit dem Land selbst, ja dann kann die AABF von sich und seinem sogenannten Integrationsverständnis noch so viel halten, sie wird daran scheitern, ist zum Scheitern verurteilt. Da fragt man sich, weshalb eine "Minderheit" in Deutschland geradezu verherrlicht wird, wenn auf der anderen Seite diese auf den Sunnitentum ständig den Finger zeigt, bis man sich vorkommt, dem Stinkefinger ausgesetzt zu sein?

Dabei stinkt es im Umfeld der AABF nicht nur nach verfassungsfeindlich eingestuften Vereinen oder in Deutschland mit der PKK in Verbindung gebrachten Medien, man ist auch bestrebt, die zuvor genannten türkeiinnerpolitischen Themen wie "Dersim38" oder "Armenier-Genozid" zu unterstützen, was widerum Integrationsbremser sind. Ein Parodoxon, wenn man bedenkt mit welchem Eifer die AABF selbst "Extremismus" ächtet und alles in Bewegung setzt, um das auch Publik zu machen. Es scheint aber vielmehr einen recht großen Satz nach Links gegeben zu haben. Anders sind auch die Pressemitteilungen nicht zu erklären, in der z.B. die Jugendorganisation über den aktuellen PKK-Terrorismus von "Wir fordern einen Stopp des Blutvergießens und das Ende jeder Gewaltspirale. Mehr denn je brauchen wir heute wahre Friedensstifter. Gefragt sind keine guten Kampfjetpiloten und Meister des Todes, sondern Meister des Friedens und der Demokratie. Nicht nur auf zwei, sondern auf allen Seiten unserer Welt!" spricht, aber die Terrororganisation mit keiner einzigen Silbe darin miteinbezieht, stattdessen den "religiös-konservativen" Erdogan namentlich in die Pflicht nimmt. Das könnte man zugleich auch als Grund nennen, weshalb die AABF mitsamt ihrer Jugend- und Frauenabteilung einen hehren Kampf gegen den türkischen "Ultranationalismus" in Deutschland führt. Das finde ich aber "Scheiße! Und zwar in dieser Deutlichkeit!". 

Dass natürlich wie immer geschickt formuliert, schön im Hinterhof des AABF. So kann es dann durchaus auch mal vorkommen, dass die "Yeni Özgür Politika" oder auch bekannt als "POLITIKA", zusammen mit der Föderation der Dersim Gemeinden und der IFWPB e.V. mit einer darin tätigen türkischstämmigen Vereinsvorsitzenden Ende des Monats eine Doktorarbeit 3 im Ezgi-Center bespricht die zufällig auch im Gebäude der AABF beheimatet ist, in der wie immer es dann um die sogenannte Benachteiligten Kurden oder wie es der Titel der Veranstaltung verrät, es um "Dersim" geht. Wie man mit türkeispezifischen Themenfeldern Integration fördern kann, ist mir bis heute schleierhaft. Politiker in Deutschland nutzen dieses zwar sehr gerne aus - man nannte das mal Ausländerpolitik, heute ist es Integrationspolitik - dass die AABF ein politisches Instrument der Politik geworden ist, die Vertreter sich gerne darin spiegeln wollen, dass will ich mir dann doch nicht eingestehen. Vielleicht klären uns mal die Herren in der AABF darin auf? Man ist sich ja sonst nicht zu schade dafür, andere Verbände anzukreiden, weil bei ihnen im Umfeld so einiges im argen liegt.
 

  • 1. Main Post - Kritik an Erdogan, Hoffnung auf Freiheit - Auf der 50-Jahr-Feier diskutiert die alevitische Gemeinde über Sarrazin, Integration und EU-Beitritt; 4. Nov. 2011
  • 2. Ein diffamierender Ausdruck über das gemeinsame Beten der alevitischen Frauen und Männer. Von Aleviten zurecht als sehr beleidigend empfunden. Seit Jahrhunderten leiden die Aleviten unter dem Stereotyp, in ihren religiösen Ritualen würden sexuelle Praktiken angewandt. Am hartnäckigsten hat sich das Gerücht gehalten, es würde sexuelle Untriebe betrieben werden. "Mum söndü" ist türkisch, und bedeutet übersetzt ins deutsche "die Kerzen sind erloschen".
  • 3. Doktorarbeit der Politologin Askim Müller-Bozkurt an der Universität Stuttgart zum Thema „Das Kurdenproblem in der Türkei“

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Re: Innertürkische Themen in Köln "zu Hause"

Bild von Abraxas01

Sehr gut geschriebener Artikel. Mann will nicht nur, auf primitivste Schwarzmalerei betreiben, und stellt hier auch den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse her, in ihrer regionaler Welt. Und wer sich hier als die guten ausgiebt, sind gerade die die den Terror der PKK ja befürworten. Also das Böse gibt sich als das Gute her, der Wolf im Schafspelz. Denn will ich was erreichen mit niedren Beweggründen und Instinkten, muss ich mich ja zuerst Lammfroh und nett geben. So viel Kraft und Schauspielerei sollte ich ja dann schon aufwenden, umso herrlicher dann die Frucht. Dauernd wird versucht einen Keil, zwischen den Bevölkerungsgruppen und Schichten zu pressen, bis er stecken bleibt. Es wird dann von aussen hinein gehauen. Das dann auch nicht in der Türkei, unbemerkt bleibt. Ein Stachel wird immer von aussen nach innen kommen, ausser es ist ein Geschwür wie die PKK, dass von innen heraus sich verbreitet wie Krebszellen,das aber auch von äusseren Einflüssen gewachsen ist. Dann brauchts aber wieder die Guten, das sind wir die mit gleicher Kraft auftreten und aufklären, mit viiel Geduld und viel Vernunft. Um diesen Stachel oder Geschwür gar nicht zuzulassen. Es ist ermüdend und verzweifelnd, aber so ist nun mal unser Leben. Sehen wir es Sportlich, und bereiten uns auf die Zielgerade vor, umso köstlicher ist unsere Frucht dann. Wir dürfen das Feld nicht den Türkei hassern überlassen, wir haben genug den Kopf hinhalten müssen für deren Spinnereien und Lügen. Die Welt soll wissen, das sie irgendwelchen Spinnern, Banditen, Halsabschneidern auf den Leim gegangen sind. Dann gucken Sie sie ganz anders an, denn dann wird man sich auch fragen wann denn wir dran sind, oder st es schon geschehen das wir, die Welt, betrogen und belogen wurden.

Die Aleviten und Alevitinnen brauchen auch keine die dauernd Probleme herbei reden, die mit den Problemen hier überhaupt nichts zu tun haben.

Re: Innertürkische Themen in Köln "zu Hause"

Bild von Abraxas01

Wenn man die Mitreferenten an der Veranstaltung studiert, sehen wir das ein Armenischer Name auftaucht. Ein Armenischer Künstlername, oder der sogenannte Künstlername, seit Generationen weitergegeben, um dann nicht doch eine Verschwörungstheorie ein Fundament zu geben. Gehen wir dem Namen nach, sehen wir das Ararat immer noch in seinem Herzen sitzt. Das kommende Veranstaltungen, ob im Lepsius Haus oder an den Kölner Tagen, oder egal wo und wie, der Armenischer Terror nie erwähnt wird, sondern immer nur unsere Schlechtmachung aufrecht erhalten wird. Warum wollen unbedingt Armenier, hier Support geben, da ja der Ararat, und auch Van von der PKK beansprucht wird. Es wird wieder munter vor Weihnachtszeit Türkei Bashing betrieben um wieder die Opfer Rolle zu erfüllen. Ob Tessa Hofman, Tessa Savvidis laut Wikipedia, oder Necla Kelek, ob sie nicht doch auch eine Kryptochristin ist. Sie alle tragen dazu bei, dass wir bei den Leuten immer ein schlechtes Bauchgefühl hinterlassen, und wir dann in Entscheidungsfragen in die Röhre gucken müssen. Wir müssen unsere Charme offensive beibehalten und den Türkeihassern den Wind aus den Segeln nehmen. Es darf nicht sein, das wir uns schlecht machen lassen. Unser Leid hat auch mehre Veranstaltungen verdient, und unsere Toten ein Gebet mit der Europäischen Bevölkerung. Zeigen wir die Massaker der Griechen, Assyre, Aramäer, Armenier und so weiter die wir erlitten haben! Erich Feigel, Ruhe in Frieden, hat deren Lügen durchschaut und nicht nur für uns sondern auch für seine Leute die Wahrheit verkündet.

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