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" Heimat ist die Gesamtheit der Lebensumstände, in denen ein Mensch aufwächst. Auf die wird seine Psyche geprägt, ihnen " ist er gewachsen". Was Heimat bedeutet, erfährt insbesondere der im Exil, in der Fremde Lebende."
Also ist die Heimat in dem Zusammenhang für den hier geborenen Deutschland, für seine Eltern jedoch z.B. die Türkei. Ich habe nachgesucht, viel rumgefragt, und keiner konnte mir eine Definition dafür geben, was Deutschland für gebürtige Deutschländer mit türkischen Eltern(-teilen) wirklich ist, Heimat? Nein! Exil? Nein!
Was bedeutet für mich Deutschland?
So ging ich in mich hinein, sah ab und zu auf die Weinberge, auf die Kirchen, auf die Straßen Deutschlands, ich sah mir meine Mitmenschen an, ich lief die Straßen hoch und runter und beobachtete dabei meine Gefühle.
Ich fühlte mich wohl hier, auf den deutschen Straßen, an einer deutschen Universität mit deutschen Kommilitonen.
Ich sprach die Sprache, dachte aber auf einer anderen, nämlich auf türkisch. Ich verstand die Beweggründe, verhielt mich trotzdem manchmal ganz anders. Ich kannte die deutschen Sitten und Bräuche und hielt mich nicht an sie. Trotzdem fühlte ich mich nicht als Fremde in Deutschland. Dann dachte ich daran, wie es wäre in der Türkei zu leben. "Natürlich wäre es wundervoll" dachte ich zuerst, "Woher willst du es wissen?" antwortete meine innere Stimme ganz schnell. Sie hatte Recht, woher sollte ich das wissen? Woher weiß ich, wie es ist in einem Land zu leben, woher meine Eltern kamen, wenn nicht mal mehr meine Eltern es wussten?
Wieso stellte ich mir überhaupt diese Fragen?
Wieso wollte ich irgendwo dazugehören?
Wieso war es mir so wichtig?
Ich konnte mir diese Fragen nicht beantworten und doch brachten mich meine Gedanken zu einem Entschluss:
Ich hatte keine Heimat!
Ich wollte keine Heimat haben!
Ich wollte mich nicht entscheiden, weil ich ein solches Ultimatum nicht eingehen wollte. Wieso sollte ich auf etwas verzichten, um an etwas anderes zu gelangen? Ich will einfach beide Länder!
Ich will Deutschland und ich will die Türkei.
Ich bin eine "Almanyali" oder auf deutsch: eine "Deutschländerin" wie es Müjde Karaca nennen würde.
Und doch bin ich die "Türkin" und ich bin stolz darauf, dass ich beides sein kann und mich nicht entscheiden muss.
Ach, wo waren wir geblieben?
Was ist Deutschland für mich?
Deutschland ist für mich ein Land, in dem ich mich wohlfühle, wie sonst in keinem auf der Erde, was wohl auch daran liegt, dass ich mich nirgends so gut auskenne, wie hier. In der Türkei fühle ich mich auch sehr wohl, mit einem Unterschied, Türkei ist für mein "Lieblingsurlaubsland" (ohne Vergleich!) und wenn ich je auswandern wollen sollte, dann wäre die Türkei meine erste Wahl.
Ich beschäftige mich, wie ihr merkt, sehr stark mit diesem Thema.
Welch´ ein Wunder! Die Medien zwingen mich ja dazu! Die Umstände zwingen mich doch dazu! Wie ich darauf komme??
Wenn ich hier schreibe: "Denk nicht an einen Elefanten!" so wird jeder, der das liest automatisch an einen Elefanten denken, so funktioniert dieser Teufelskreis auch.
Je öfter man uns dazu auffordert, Deutschland als unsere Heimat zu akzeptieren und aufzuhören die Türkei als unsere Heimat zu bezeichnen, umso stärker kommt man überhaupt auf die Idee, an die schöne, alte Heimat Türkei zu denken.
So hört endlich auf damit, mich damit zu konfrontieren, wenn ich aufhören soll, so zu denken. Jede bösartige Bemerkung lässt mich fühlen, dass ich nicht dazugehöre. Jede Diskriminierung lässt mich fühlen, dass ich eine Türkin bin und meine Heimat, so denke ich in solchen Momenten, ist wohl die Türkei.
Hört auf mich zu fragen, für wen ich bin, wenn die türkische gegen die deutsche Fußballmannschaft spielt, wieso wollt ihr es hören? Verbirgt diese Frage nicht eine Diskriminierung, egal ob bösartig oder nicht?
Indem man mich fragt, unterstellt man mir, dass ich für die Türkei bin. Also wieso diese rhetorische Frage?
Heimat, hat verschiedene Definitionen.
So fand ich eines Tages ein Gedicht im Internet, ein Gedicht von Arnold Scherner.
"Heimat"
"Heimat, das sind die Menschen die man kennt, die man Verwandte, Nachbarn und Freunde nennt.
Heimat, das ist die Sprache die man spricht, die man hört, liest und versteht, wie ein Gedicht.
Heimat, das sind der Hof, das haus und die Räume, das sind das Feld, die Wiese, der Garten, die Bäume.
(........)
Heimat, das ist was wir lieben, ist all das Vertraute, was unser Vorfahr hier einst erbaute.
Heimat, das ist die Vergangenheit, von der unsere Väter berichten, in vielen alten und fernen Geschichten,
Heimat, das ist die Gegenwart mit Freude und Sorgen, das ist unserer Kinder leuchtendes morgen.
Heimat, das ist wo wir wirken, schaffen und streben, das ist wo wir lieben, leiden und leben.
Heimat, viele Wege führen von dir hinaus, aber alle führen einmal zurück nach Haus"
Danke lieber Arnold Scherner! Danke für diese schönen Worte!
Dank dir Gott,
dass ich nicht nur eine,
sondern besitze zwei Heime!
Danke Mama, danke Papa,
ohne eure Herkunft,
wäre es nur einer!
Ich liebe es hier zu sein
und
ich liebe es in der Türkei zu sein.
Das Eine schließt das Andere nicht aus.
So fühl ich mich in beiden Ländern zuhaus´ !
Lasst mich lieben und leben.
Wer liebt,
den brauche man nicht befürchten!
Wer liebt,
dem solle man sein Herz nicht nehmen!
In dem Sinne....
Hört auf mit dem Begriff Heimat zu spielen!
Hört auf uns auf den Nerven zu reiten...
Vergesst nicht, Deutschland gehört genauso zu uns wie die Türkei! Den Türken in Deutschland wird immer vorgweorfen sie seien Nationalisten, auch wenn manche es nicht hören wollen,wir lieben Deutschland auch. So sind wir wohl keine Nationalisten in dem bakannten Sinne, sondern Multinationalisten, hört sich doch nicht schlecht an, oder?
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Re: Heimat ist da, wo man sich zuhause fühlt, oder?
Belüg dich nicht selbst liebes...
Heimat ist da wo man willkommen ist. Und in Deutschland bist du es nicht/wirst du es nie sein.
Wir leben heute in einem Deutschland das wieder 20 Jahre hinterherhängt. Und bis man den ganzen Integrationsmüll verarbeitet hat werden weitere 10 Jahre vergehen und dann fängt der ganze Mist von vorne an. Vielleicht sinds dann die Russen?
Wer weiß das schon?!
..und Türken SIND Nationalisten. Hier sollten wir uns auch nichts vormachen. Das haben wir ja ausgiebig in eingien Diskussionen gesehen. Die Deutschen dürfen nur nicht wie Nationalisten ausschauen, da sie ja eine schlechte Vergangenheit haben, deshalb wird das gerne überspielt.
Multinationalisten? Schwachsinn!
Wenn wir mal anfangen würden wie Menschen zu denken und nicht wie Nationen dann würde ich evtl. Potenzial auf Besserung sehen. Sogar in deinem Artikel liest man keine Wörter mehr als "Deutsche" und "Türken". Aber ist ja auch richtig so, ich hab mir sagen lassen dass das was die Mehrheit denkt und sieht richtig sein soll...
tzz...
Viele Grüße
Leylam
Re: Heimat ist da, wo man sich zuhause fühlt, oder?
Leylam,
dass ich nicht willkommen bin, das spüre ich genauso. Nur gebe ich nicht die Hoffnung auf. Und wenn ich mir überlege, sind die, die hier nicht willkommen sind, in der Türkei ebenso nicht willkommen. Das ist das Dilemma. Wir leben alle und wachsen alle mit dem Glauben auf, dass man jederzeit in die schöne alte Heimat zurückgehen kann, dass man uns dort mit offenen Armen erwartet. Für Akademiker ist das sicherlich richtig, aber genau die, die in Deutschland unseren Ruf schädigen, die will auch in der Türkei keiner sehen. Ist leider so :-(
Ich bin ein Nationalist. Ich bin stolz darauf eine Türkin zu sein, aber wenn man es mir nicht schwer machen würde, wäre ich auch stolz darauf in Deutschland geboren und aufgewachsen zu sein.
Ich liebe zum Beispiel meine schwäbische Disziplin, ich weiss nicht, ob ich so diszipliniert wäre, wenn ich woanders auf der Welt geboren wäre...
Ich glaube das größte Problem ist, dass wir selber nicht genau sagen können, was in uns vorgeht... es sind komische Gefühle...
Nein, das was die Mehrheit sagt ist nicht zwingend richtig :-) Ich finde deine Meinung sehr angenehm, deine Kritik auch. Freut mich sehr dass du auf mein Essay reagierst.
Liebste Grüße
Saziye
Re: Heimat ist da, wo man sich zuhause fühlt, oder?
@ Leylam
"Ich bin ein Nationalist. Ich bin stolz darauf eine Türkin zu sein..."
HELAL OLSUN...
Das Problem liegt daran dass einige von "Mensch-sein" reden und schreiben aber andere Menschen mit einem anderen Glauben verurteilen... Insbesondere wenn es Nationalisten sind werden sie verurteilt... (die ebenso Moslem, Christ, oder Jude sein können)
Als Türke muss man kein Moslem sein aber das haben noch immer nicht viele verstanden...
Und haben Es auch nicht verstanden das man als Gläubiger ebenso Nationalist sein kann...
Diese Personen reden sehr viel über Glauben und sind der Meinung wer Nationalist ist kann keinen Glauben haben und wer Laizist ist kann ebenso keinen Glauben haben...
Dabei müsste selbst Erdogan oder sonst wer als Ungläubiger dargestellt werden
der ebenfalls Säkularismus prädigt und vom Laizismus nicht viel abweicht... Nur die Ignoranz ist bei den Verachtern sehr ausgeprägt...
Ich möchte keine Namen nennen aber es ist offensichtlich von wem die Rede ist...
Zitat
"Wenn wir mal anfangen würden wie Menschen zu denken und nicht wie Nationen dann würde ich evtl. Potenzial auf Besserung sehen."
Solche Leute reden über Demokrate und vieles vieles mehr aber sind der Meinung das Ihr Glauben auch als Staatsführung dienen sollte...
Leben aber genau in den Ländern die entweder Staat und Religion strikt trennt oder in denen wo das Christentum ausgeprägter ist...
Aber das wiederspricht Ihren EIGENEN Glauben und trotzdem Zahlen sie Steuern und vieles vieles mehr genau in den Ländern und können sich mit keinem einzigen identifizieren...
Weder mit dem Geburtsland welches der Wiederspruch ihres "Eigenen" Glaubens ist noch mit Ihrer ursprünglichen Nation weil dort Ihr Glauben auch nicht als Staatsführung gilt...(Den genau diese leute sind die eigentlichen Seperatisten und die extremisten die deren "eigenen" Glauben missverstehen)
Solchen Leuten Rate ich geht mit Gott aber bitte geht...
In die Länder in der "Euer" Glauben auch zur Staatsführung trägt und redet nicht von Mensch-sein und verachtet dennoch die Personen die einen Glauben haben aber nicht als Staatsführung "nutzen" aber sich im Privaten dafür aufopfern...(Bsp. MKA)
Zu Deinem Essay...
BOMBE...
Schön geschrieben und es gibt sicher viele die so denken wie du...
Und wieder stehst du sicher nicht alleine mit deinen Gedanken...
Multinationalist... Auch kein schlechter Begriff... :-)
Die Heimat ist dort wo man sich wohl fühlt UND wo es dich Hinzieht und zugleich dein Geburtsort...
"Und wenn ich mir überlege, sind die, die hier nicht willkommen sind, in der Türkei ebenso nicht willkommen."
Stimmt nicht güzelim...
den das hat dann nur was mit Rassisten zu tun und nicht mit Nationalisten!
Denn Rassisten gibt es auch überall... Selbst wenn die sich nur auf den Glauben oder nur auf die Nation(Herkunft) beziehn...
Rassisten sind das Problem und nicht die Nationen oder Nationalisten selbst...
Den es gibt im Christentum Judentum und im Islam genauso Rassisten wie bei "Möchtegern Moslems" die sich als solche ausgeben aber andere verurteilen...
In diesem Sinne mach weiter so...
Selamlar
Imza:
Cem...
Islamismus/Nationalismus/Kemalismus
Ezan Dinmez!!!!!Bayrak İnmez!!!!!
Şehitler Ölmez!!!!!Vatan Bölünmez!!!!!
Elhamdulillah Müslümanım!!!
Türk olmak herkeze nasip olmaz...!
Ne Mutlu Türküm Diyene!!!
Re: Heimat ist da, wo man sich zuhause fühlt, oder?
Weißt du lieber Cem,
ich hoffe inständig das du irgendwann einmal weißt wovon ich rede.
Hani bazen gün gelirde insan derya: "ah ah keske dinleseydim...felanca filanca demisti". Cani gönülden diliyorum sende birgün..."Leylam demisti" dersin ;)
Du kannst dir nicht aussuchen ob du als Türke, Deutscher, Kurde, Afrikaner, Asiate etc. pp. auf die Welt kommst.
Du kommst einfach auf die Welt. Wenn du in von türkischen Eltern stammst bist du Türke und wenn deine Eltern deutsche sind bist du Deutscher. Das ist einfach so...daran kannst du nichts ändern.
Der gravierende Unterschied liegt jedoch darin, dass du dir deine Religion selbst aussuchst.
Ein Christ kann Muslim werden. Ein Jude kann Muslim werden. Ein Atheist kann Muslim werden.
Oder andersrum.
DU allein hast die Wahl, welchen Weg du einschlägst.
Selbstverständlich kann ich bei der Thematik " Religon" Differenzierungen machen, das MUSS ich sogar! Man kann wahrscheinlich eine Rechenschaft abgeben weshalb man zwischen den Religionen differenziert hat....(wenn nicht wäre dies schlimm)
....aber wie will ich Gott rechtfertigen, dass ich jemanden wegen seiner Herkunft gedemütigt habe? Kannst du das? Wirst du später vor Gott sagen, "Ich war Türke und Atatürkanhäng(sel)er, deshalb bin ich was besseres und sollte deshalb gutes Erhalten"?
Wach auf lieber Cem...wach auf.
Viele Grüße
Leylam
Re: Heimat ist da, wo man sich zuhause fühlt, oder?
Wer schädigt denn unseren Ruf? ...und vorallem "Wie" schädigt man unseren Ruf?
Um einen Ruf zu schädigen muss man doch erstmal einen Ruf haben nicht wahr?
Welchen Ruf haben denn die Türken in Deutschland?
Gastarbeiter....Ausländer.....Mensch mit Migrationshintergrund.
Siehst Du irgendeine Entwicklung in den 50 Jahren die vergangen sind? Ich nicht.
Wie sieht deine Hoffnung denn aus? auf was genau hoffst du?
Das sind ernst gemeinte Fragen. Ich kann dir nämlich nicht folgen.
So gemischte Gefühle wie du habe ich für meinen Teil nicht.
Und noch eines: Ich finde es eine Frechheit gegenüber jedem Deutschen, das man halshoch schreit, dass man Nationalist ist und auch noch stolz darauf ist.
Denn genau diese Leute haben meiner Meinung nach nicht das Recht, daraufhin beleidigt durch die Welt zu ziehen, wenn ein Deutscher kommt und schreit: "Ich bin Nationalist, geht endlich Raus aus meinem Land".
Es ist einfach nur Paradox zu behaupten, dass man Nationalist ist zugleich in Deutschland lebt.
"Dogruya dogru, yanlisa yanlis!"
Viele Grüße
Leylam