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Eines der verheerensten Terroranschläge der PKK in der Türkei seit 1991 hat für Entsetzen und Proteste in der Gesellschaft und Politik gesorgt
Der Terrorangriff der PKK in der vergangenen Nacht hat in der gesamten Türkei für Entsetzen gesorgt. Am frühen Nachmittag sprachen Fraktionsvorsitzende sämtlicher Parteien ihr Beileid aus. Ministerpräsident Erdogan bezeichnete den Terror als einen vergeblichen Versuch der PKK, innerhalb der kurdischen Gemeinschaft Aufmerksamkeit zu erlangen. Je mehr sie sich gegen den Friedenswillen streube, desto weniger Halt bekomme sie. Staatspräsident Gül verurteilte den Terroranschlag in der Provinz Hakkari als furchtbar und drohte mit Vergeltung. Fraktionsvorsitzender der AKP, Ünal erklärte in einer Sondersitzung, die Zeit des Redens sei vorbei. Bekir Bozdag, stellvertretender Vorsitzender der AKP kritisierte die momentane Situation im Parlament. Statt politisch gegeneinander zu arbeiten, sollten die Parteien endlich dazu übergehen, die PKK als Terrororganisation zu sehen und entsprechend auch Statements abzugeben. Eine gemeinsame Politik, eine gemeinsame Vorgehensweise gegen die PKK sei jetzt gefragt, so Bozdag.
Für den morgigen Tag wurde eine Parlamentssitzung angekündigt, um die Terrorfrage zu erörtern. Kultur- und Tourismisminister Ertuğrul Günay konnte während seiner Presseerklärung die Tränen nicht unterdrücken. Ertuğrul Günay: "was versuchen die eigentlich?". Der MHP-Vorsitzende Bahceli forderte die Verhängung des Ausnahmezustands (OHAL) nach Artikel 119 und 120 der Verfassung. BDP-Vorsitzender Selahattin Demirtaş forderte eine sofortige Waffenruhe. Das Leid muss ein Ende finden, erklärte Demirtaş. Der Vorsitzender der CHP Kılıçdaroğlu erklärte, er habe Erdogan zum ersten mal in einer Hilfslosigkeit gesehen. Die Terrorfrage müsse im türkischen Parlament behandelt und die Forderungen zu einer gemeinsamen Erörterung der Frage endlich anerkannt werden, so Kılıçdaroğlu.
Bei dem nächtlichem Terrorangriff in Çukurca und Yüksekova in der Provinz Hakkari wurden nach bisherigem Stand 24 Sicherheitskräfte getötet. Den berichten zufolge griffen annähernd 200 Terroristen zeitgleich Polizeistationen, Wohnheime und Gendarmeriestationen an. Dabei wurden auch Wohnhäuser in der Umgebung getroffen. Das Militär zog in den frühen Morgenstunden mehrere Einheiten in der Provinz Hakkari zusammen. Kampfhubschrauber sollen die Einheiten unterstützen, hieß es. Çukurca und Yüksekova wurden abgeriegelt. 18 Verletzte Sicherheitskräfte wurden in Militärhospitäler eingeliefert. Ihr Zustand ist noch unbekannt. Die Zufahrten in die Städte sollen unter militärischer Kontrolle stehen. Die Medienticker teilten in den Mittagstunden die Namen der Gefallenen mit. In den großen Metropolen versammelten sich spontan Menschen um gegen den Terror zu protestieren. In Ankara versuchten mehrere Dutzend Angehörige von Gefallenen in das Ministerialamt zu gelangen. Es kam zu Handgreiflichkeiten zwischen der Polizei und den Protestanten. Während die Nachrichtenticker die ersten Namen der Gefallenen bekannt gaben, versammelten sich in Konya, Akşehir, Yozgat, Adana, Çorum, Aksaray und in İstanbul Menschen vor den Häusern der Familien der Gefallenen. Für den Abend kündigten Zivilorganisationen Massenproteste in den Großstädten an.
Bereits in der Nacht zum Mittwoch flog die türkische Luftwaffe Ziele der PKK im Nordirak an. Die Flüge wurden nach der Bekanntgabe der Terroranschläge in Çukurca und Yüksekova intensiviert und auf die nordirakische Zap- und Hakurk-Region ausgeweitet. Kampfjets starteten von der Luftwaffenbasis in Diyarbakir. Spezialeinheiten des türkischen Heeres sollen in den Nordirak eingedrungen sein, berichten Nachrichtenagenturen. Der Präsident der Autonomen Region Kurdistan im irakischen Staatsverband Masud Barzani kündigte an, die Camps für kurdische Bürger in der umkämpften Region alsbald zu eröffnen, um die Zivilisten aus der Region zu evakuieren.
Der PKK-Terrorangriff ist seit 1991 der viertschwerste in der Terrorgeschichte der Türkei. Am 29 September 1992 fielen bei einem Angriff der PKK in Semdinli 28 Soldaten. Im Mai 1992 wurden in Sirnak 27 Soldaten getötet, nach dem Hunderte Terroristen in die Kreisstadt eingesickert waren. Am 25. Oktober 1991 wurden in Çukurca 3 Gendarmeriestationen angegriffen bei der 27 Soldaten getötet wurden.
Veteranenverein vor dem Ministerialamt in Ankara - Terror in Cukurca
Demonstrationszug in Adana - Terror in Cukurca
Demonstrationszug in Ardahan - Terror in Cukurca
Demonstrationszug in Bolu - Terror in Cukurca
Bataillion in der nähe von Cukurca da ebenfalls Gefallene verzeichnet
Nach der Nachricht über den Gefallenen Sohn - Terror in Cukurca
Nach der Nachricht über den Gefallenen Verwandten - Terror in Cukurca
Nach der Nachricht über den Gefallenen Vater - Terror in Cukurca
Trauermarsch in Denizli - Terror in Cukurca
Trauermarsch in Kayseri - Terror in Cukurca
Trauermarsch in Mersin - Terror in Cukurca
Trauermarsch in Nigde - Terror in Cukurca
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