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Der ehemalige Oberstleutnant der türkischen Gendarmerie Onur Dirik bricht sein Schweigen: "Als wir dabei waren, uns gegen den Angriff zu wappnen, wurden wir in die entgegengesetzte Richtung gelenkt"
Dağlıca, ein Dorf das im Oktober 2007 wochenlang die Medien und die Gesellschaft beschäftigte. Dağlıca liegt nur 4km. vor der irakisch-türkischen Grenze und besitzt ein Vorposten der Gendarmerie. Die damals mit knapp 300 Mann besetzte Station wurde erst neu errichtet, als am 21. Oktober 2007 die Gendarmeriestation von PKK-Terroristen angegriffen wurde 1. Bei dem Angriff starben 12 Soldaten, 8 wurden entführt und später unter Vermittlung der pronationalistisch-kurdischen Partei BDP von der Terrororganisation PKK freigelassen. Der Dağlıca-Überfall entwickelte sich neben der Aktütün, Gediktepe und Hantepe Gendarmeriestation zum Synonym offener Fragen.
Oberstleutnant Onur Dirik der die Befehlsgewalt über die Station hatte, ist seit dem Fall ein einfacher Soldat und seit jüngstem ein Zivilist, nachdem er vor einem Kriegsgericht wegen einem anderen Fall zu einer Haftstrafe von 2,5 Jahren verurteilt und von der Armee entlassen wurde. Gegenwärtig versucht Dirik die Pensionierung zu erreichen und fällt seit Montag mit neuen Aussagen auf, die er gegenüber der türkischen Tageszeitung ZAMAN in einem Interview abgab. Dirik zufolge hatte die gesamte Generalität inklusive der angeschlossen Befehlskette Kenntnis über einen bevorstehenden Angriff seitens der PKK, zumindest wurde der rege Funkverkehr der PKK in diesem Gebiet für sehr ernst genommen. Trotzdem soll die Gendarmeriestation, die sich damals für einen Angriff wappnen wollte und auf eine Operation vorbereitet hatte, Stunden zuvor mit einem Befehl der Infanterieeinheit in Hakkari dazu veranlasst worden sein, die Operation abzublasen. Dirik berichtet auch über ein unbemanntes Flugzeug das vier Stunden lang das Gefecht mitverfolgt habe. Die gesamte Bataillionseinheit hätte das mitbekommen, so Dirik und merkt an, dass die türkischen Streitkräfte zu damaliger Zeit über keine eigenen Aufklärungsdrohnen verfügten. "Das ist nur die Spitze des Eisbergs" sagte Dirik im Interview weiter.
Dirik erklärt: "28 Tage vorher wussten es alle"
In der ZAMAN berichtete Onur Dirik über die damalige Zeit, die Vorbereitungen zu einer Operation. 28 Tage vor dem Angriff hätte man regen Verkehr der PKK in der Region ausgemacht. Die geheimdienstlichen Auswertungen hätten das bestätigt. Aus diesem Anlass heraus soll Dirik eine Operation mit Teilen des Bataillions vorbereitet haben, um eventuelle Bewegungen im Keim zu ersticken. Doch vier Stunden vor dem eigentlichem Angriff der PKK hätten die "Oberen" die Operation ausgesetzt und sein Bataillion in die andere Richtung gelenkt. Gleichzeitig kritisiert Dirik die Zeit davor, in der er mit Bauarbeiten in der neubezogenen Station beschäftigt worden sei. Er hätte dadurch sich weniger um die Sicherheit und Zustand des Bataillions kümmern können, dennoch durch getroffene Maßnahmen einen noch blutigeren Ausgang verhindert, so Dirik.
Dink warf man vor, einen Offizier zur Entschärfung einer Granate genötigt zu haben
Dirik kritisiert auch das Kriegsgericht bzw. unbestimmte Personen, weil er wegen eines anderen Vorfalls, in dem ein Offizier starb, zur Verantwortung gezogen wurde. Er habe mit der Sache nichts zu tun gehabt. Alle Beweise die für ihn gesprochen hätten, seien vernichtet oder unterschlagen worden. Man habe ihm die Verantwortung für diesen und in diesem Zusammenhang für den Ausgang im Dağlıca-Überfall anlasten wollen. Man habe ihn als unverantwortlichen Befehlsgeber darstellen wollen, so Dirik. Seine Berichte die er den Verantwortlichen überreicht hätte, würden Licht ins Dunkle bringen und in der Lage sein, offene Fragen aus dem Weg räumen.
Das gesamte Bataillion sah es: eine Drohne
Dirik erklärt, dass der Überfall über die taktische Fähigkeit der PKK hinaus war. Man habe dort einen Stellungskrieg geführt. 33 Stunden lang habe die PKK versucht die Station regelrecht auszulöschen, alle bis auf ihn wenn möglich gefangen zu nehmen. Die Absicht dahinter sei womöglich gewesen, die Regierung, die Gesellschaft sowie anderweitige Kräfte unter Druck zu setzen. Die Terroristen hätten in der Umgebung der Station seelenruhig 18 schwere Boden-Luft-Raketen stationiert, drei Seiten der Station umzingelt, die einzige Zufahrtsstraße in die Luft gesprengt. Nur durch Vorsichtsmaßnahmen seinerseits habe man nur ein Dutzend Gefallene gehabt, ansonsten hätten es mehr sein können, so Dirik. Dirik greift auch die Worte des bei einem Hubschrauber-Absturz verstorbenen Muhsin Yazıcıoğlu (Abgeordneter und Vorsitzender der national-islamisch konservativen Partei der Großen Einheit (BBP)) und Şamil Tayyar (Reporter der Tageszeitung STAR) wieder auf. Ein unbekanntes unbemanntes Flugzeug hätte vier Stunden lang die Station während des Angriffs überflogen. Erst nach dem Skorsky- und Kobra-Kampfhubschrauber zu hören gewesen seien, habe man das Flugzeug nicht mehr gesehen. Über diesen Umstand wurde nicht berichtet oder eine Untersuchung eingeleitet. Zu damaliger Zeit hätte die Armee über keine einzige Drohne verfügt, sagt Dirik im Interview.
Die türkischen Medien greifen das Thema erneut auf
Der TARAF-Reporter Ahmet Altan beglückwünscht die ZAMAN für diesen Bericht. Mustafa Gürlek habe eine sehr gute Arbeit hingelegt, in dem er Dirik interviewt habe. Dirik habe dabei erklärt: "die PKK wurde 28 Tage zuvor bemerkt. Vier Stunden vor dem Angriff wollten wir eine Operation durchführen, wurden aber daran gehindert. Stattdessen wurden wir in das entgegensetzte Gebiet der Terroristen gelenkt". Dirik habe mit der Aussage, "die Türkei verfüge über keine Drohnen" auch angedeutet, dass ausländische Staaten in diesen Fall verwickelt sein könnten. Nach dem Angriff bei der 8 Soldaten verschleppt und später freigelassen wurden, wollte man sie nach der Rückkehr zur Verantwortung ziehen und stellte sie vor das Kriegsgericht, um ihnen die Schuld an dem Versagen anzulasten, so Altan. Altan vermutet darin einen schmutzigen Krieg, der seiner Meinung nach durch das Militär angeregt wurde, um die nordirakische Regierung zur Zusammenarbeit bei einer grenzüberschreitenden Operation zu bewegen. Die türkische Regierung habe Altan zufolge womöglich den "Braten" gerochen und nicht zugestimmt.
Yavuz Oğhan von der INTERNETHABER schreibt dazu: "Ist Oberstleutnant Dirik ein Opfer der Ergenekon oder er selbst ein Mitglieder der Ergenekon?". Oğhan bezieht dabei eine Audio-, Videoaufzeichnung des ehemaligen Offiziers, der sich darin über die magelnde Bewaffnung beschwert und der Generalität nahelegt, den Posten zu verlassen. Auch wenn er in den Aussagen nicht grundsätzlich die Ergenekon beschuldigt, so habe Dirik zumindest Andeutungen gemacht. Dabei übersehe man aber auch die vorangegangenen Berichte, wonach Dirik selber mit der Ergenekon in Zusammenhang gebracht wurde, so Yavuz Oğhan. Noch vor vier Jahren habe man Dirik in den Medien im Ergenekon-Verfahren zumindest als Verdächtigen eingeordnet, heute richte er wenn auch nur unter der Hand mit Mutmaßungen, den Finger in Richtung Ergenekon. Er zeige sich nun Kooperativ und habe bereits angekündigt, bei staatsanwaltschaftlichen Untersuchungen auszusagen. Man werde sehen, ob Dirik nur versucht sich reinzuwaschen oder bedeutende Hinweise erbringt, die zur Aufklärung des Falles beitragen, so Oğhan.
Innerhalb der Gesellschaft wurde der Angriff scharf verurteilt. DTP-Parteizentralen in Bursa, Samsun und Istanbul wurden angegriffen. In mehreren Großstädten versammelten sich Tausende zu spontanen Kundgebungen. Vor den Wehrdienstämtern bildeten sich lange Schlangen, um sich zu verpflichten und in der Armee eingesetzt zu werden. Die türkische Regierung forderte die nordirakische Regierung auf, den Zustrom von Terroristen über die Grenze zu verhindern.
Nach dem Angriff beschlossen die USA und die Türkei, geheimdienstliche Informationen, ausgewertete Aufklärungsbilder von Drohnen zeitnah auszutauschen. In diesem Zuge wurde auch der Kauf von Drohnen forciert. Kurz nach dem Angriff startete die türkische Luftwaffe am 17. Dezember 2007 eine großangelegte Operation. Ziele im Nordirak wurden angeflogen und mutmaßliche Stellungen der PKK bombardiert. Am 21. Februar 2008 startete die türkische Armee eine grenzüberschreitende Boden-Offensive und rückte bis vor das Zap, Avaşin, Hakurk und Kandil-Gebirge vor, in der die PKK Camps unterhält.
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Re: Oberstleutnant: "Das ist nur die Eisspitze"
Zu diesem allbekannten Thema fällt es mir schwer meine Gefühle/Gedanken in Worte zu fassen!
Diese Tatsachen kann man nicht nur in der AKP-Regierung beobachten!
Auch in den ehemaligen Regierungen und Militärs, die sich mit dem PKK-Terror auseinandersetzen mussten, kamen solche intern motivierten Rückschläge zustande!
Soldat:"Kommandant erlauben Sie uns und wir machen diese Hunde(Terroristen) in ein paar Stunden dem Erdboden gleich."
Kommandant:"Nein, wir warten erstmal ab. Außerdem fehlt uns die Erlaubnis von OBEN!"
Was für eine gottverdammte Erlaubnis? Die laufen an euch vorbei und ihr lässt sie einfach durchmarschieren und werdet wahrscheinlich stundenspäter von den gleichen Streunern ermordet!!! (wie in Daglica)
Ein Schloss kann man meist nur von innen zerstören! Dank unserer "Freunde" zerstören wir uns selber. Da braucht keiner einzugreifen! Deshalb PKK legt die Waffen nieder. Wir bringen uns schon gegenseitig um!!!
Wie ging das Osmanische Reich unter? Erinnert euch und vergisst es nicht!
Imza
Ezel: "Kanımızı akıttıklarında değil, umudumuzu kırdıklarında başlarız ölmeye."
Ama bu UMUT asla bitmeyecek!!!
Re: Oberstleutnant: "Das ist nur die Eisspitze"
Vielleicht bin ich ja naiv in dieser Sache oder habe ein schlechtes Gedächtnis. Aber bei Vorfällen dieses Kalibers würde ich doch erwarten, dass ein parlamentarischer Ausschuss gebildet wird, dem Vertreter der MHP, CHP und AKP angehören ( die BDP darf nicht teilnehmen, sonst könnte man auch gleich deren politische Brüder, die Terroristen von der PKK einbeziehen) und das Ganze untersuchen. Das türkische Volk darf nicht akzeptieren, dass unsere Soldaten (die Söhne unseres Volkes, nicht die Söhne von Politikern, hohen Tieren und Millionären, die sich drücken oder im Westen in der Militärkantine Tee servieren) auf diese Art und Weise vorsätzlich oder aus Fahrlässigkeit geopfert werden. Die Verantwortlichen, egal ob hohe Politiker oder hohe Militärs müssen aus ihren Ämtern gejagt und schwer bestraft werden. Die Arbeit unserer Soldaten ist schon schwer genug und ohne Fehlentscheidungen gefährlich genug. Das Volk muss sie parteienübergreifend schützen. Das Leben eines einzigen unserer Soldaten ist für mich mehr wert als das eines Sesselfurzers aus Ankara, egal welcher Partei oder welchem Stand er angehört. Die Verantwortlichen müssen bestraft werden. Da weder Regierung noch der höhere Militärapparat sich selbst bestrafen werden, muss das Volk aktiv werden. Wir müssen unsere tapferen Soldaten beschützen, genauso wie sie uns beschützen. Die PKK kann man in kurzer Zeit militärisch unschädlich machen. Das haben uns ehrenvolle und fähige Offiziere schon gezeigt. Wer was anderes behauptet lügt und führt was anderes im Schilde.
Re: Oberstleutnant: "Das ist nur die Eisspitze"
"Die PKK kann man in kurzer Zeit militärisch unschädlich machen. Das haben uns ehrenvolle und fähige Offiziere schon gezeigt. Wer was anderes behauptet lügt und führt was anderes im Schilde. "
Wann wurde die PKK in kurzer Zeit militärisch unschädlich gemacht?
Hat es jemals einen totalen Waffenstillstand gegeben?
Außer an die Pseudo-Waffenstillstände kann ich mich an keine ruhige Phase erinnern.
Die ehrenvollen und fähigen Offiziere und auch Polizisten wurden an ihrer Arbeit gehindert und einige von ihnen sogar ermordet. Erinnern wir uns an Gaffar Okkan in Diyarbakir.
Imza
Ezel: "Kanımızı akıttıklarında değil, umudumuzu kırdıklarında başlarız ölmeye."
Ama bu UMUT asla bitmeyecek!!!
Re: Oberstleutnant: "Das ist nur die Eisspitze"
Vielleicht erinnerst Du Dich auch noch an Pamukoglu, der durch eine simple Umstellung der Strategie diese Mordgesellen fast im Alleingang besiegt hat. Oder an den Pascha, der mit einer einzigen klaren Botschaft an Damaskus dafür gesorgt hat, dass der Kopf dieser Mörderbande aus Syrien ausgewiesen wurde. Und letztendlich im Knast gelandet ist.
Entscheidungen dieser Art kann man aber nur treffen, wenn man keine Marionette der USA ist. Das heisst, man muss sich als Ministerpräsident der Türkei begreifen und nicht Pophans der USA. Vielleicht sollte sich unsere Regierung nur ein bisschen der Verantwortung für dieses Land nachkommen und nicht irgendwelchen Ablenkungsmanövern im Ausland hinterherlaufen. Wer die Macht hat, hat auch die Verantwortung. Das ist so einfach, dass es selbst ein RTE verstehen sollte. Wie ich das von jedem erwarte, erwarte ich das von Dir auch.
Slm.
????
So einen Artikel hätte ich von euch nicht erwartet, eher von akp oder gülen medien, die das Türkische Militär in einem schlechten Licht darstellen wollen.
Also merkwürdig das man Artikel der zaman zeitung ernst nimmt und auch eine person die sich eher rächen will.
Diese Art der hezte gegen das Türkische militär ist doch wirklich etwas merkwürdig, die pkk wird von vielen staaten immer noch unterstützt und wie ernst kann man wirklich einen nehmen der degradiert wurde und dann seine vorgesetzten beschuldigt an allem schuld zu sein.
http://egoversusautre.blogspot.com