Apoyevmatini kann wieder hoffen

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Griechischsprachige Zeitung Apoyevmatini - Mihail Vasiliadis

Die türkische Tageszeitung in griechischer Sprache Apoyevmatini kann nach einer Unterstützungskampagne wieder in die Zukunft blicken

Die Auflagenstärke von einst bis zu 30.000 Exemplaren in den 1920er Jahren erreicht die griechischsprachige Tageszeitung die seit dem 25. Juli 1925 erscheint, nicht mehr. In den letzten Jahren sank die Auflage auf kritische 500 Zeitungen am Tag. Damit wurden nur noch in den Vierteln Zeitungen von Hand abgesetzt, in denen die griechische Minderheit konzentriert sind, wie in Beyoğlu, Fener und Balat. Seit einer Kampagne durch die Gesellschaft und Zusagen des Presse- und Informationsamtes der Türkei, kann die Zeitung wieder aufatmen. Die Auflagen steigen, seit dem den Lesern der Zeitung auch ein Abonnement-Verfahren angeboten wird, die Zeitung auch an zahlreichen Kiosken erhältlich ist.

Mihail Vasiliadis, Inhaber der Apoyevmatini-Zeitung, in seinem Büro, in Istanbul. Apoyevmatini ist die wichtigste Zeitung der kleinen griechischen Gemeinde von Istanbul.

 Mihail Vasiliadis, der Inhaber der Apoyevmationi und Chefredakteur hat die turbulente Geschichte der Türkei, die türkisch-griechischen Beziehungen miterlebt. Der 86-jährige sah sich aber einer anderen Gefahr ausgesetzt, die ihn aus Griechenland erreichte. Die Wirtschafskriese im Land hatte auch seine Zeitung erreicht. Mit der griechischen Gemeinde in Istanbul konnte die Zeitung alleine nicht überleben, weshalb man auch auf die Griechen im Ausland angewiesen war. Die Abhängigkeit hätte der Zeitung letztendlich den Ruin gebracht. Immer weniger Griechen wollten die Zeitung kaufen, die Auflagen von knapp 600 Exemplaren mussten kontiunierlich nach unten korrigiert werden. Auch die Unterstützung durch griechische Unternehmen, Banken oder Fluggesellschaften in Griechenland, die seit 1980 mit Werbeaufschaltungen der Zeitung finanziell unter die Armee griffen, hatten durch die Krise ein Ende gefunden. Die Hellenic Airways und die Ethniki Bank kündigten den so wichtigen Werbevertrag auf. Düster blickte Mihail Vasiliadis in die Zukunft, legte er doch knapp 130 Euro am Tag aus der eigenen Portotasche nach, um den Druck überhaupt noch zu finanzieren. Dabei war die griechischsprachige Zeitung ein Speichermedium der griechischen Minderheit in der Türkei.

Vasiliadis kann aber wieder aufatmen. Nach dem türkische Künstler, Politiker und Intellektuelle in einer Online-Kampagne auf die Situation der Zeitung aufmerksam gemacht hatten, schaltete sich auch der türkische Ministerpräsident ein. Auf Anordnung dessen besuchte der Direktor des türkischen Presse- und Informationsamts, Mehmet Atalay, Vasiliadis in seiner Redaktionsstube und erkundigte sich über die Situation. Atalay versprach, sich diesem Problem anzunehmen und auch andere Zeitungen die von Minderheiten im Land gelesen werden, zu unterstützen. Dazu sollen in einer Konferenz die Sorgen und Nöte der Redaktionen im einzelnen besprochen und erörtert werden, so Atalay. Die Föderation der Westthrakien-Türken in Europa begrüßt diesen Ansatz, hat die Kampagne zumindest bei der Apoyevmatini Wirkung gezeigt. Der Vorsitzende des Verbandes (ABTTF) ist auch über die Anteilnahme des Ministerpräsidenten erfreut. Erst durch die Kampagne im Internet, habe Ministerpräsident Erdogan davon erfahren und das Presseamt eingeschaltet. Das zeige, dass die Politik der Regierung auf einem erfreulichem Kurs ist, sagte Halit Habipoğlu. Apoyevmatini hat nun wieder genügend Werbeaufschaltungen, um mit den jetzt 600 Abonnementen am Leben zu bleiben.

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