Eine Bombe gegen das Parlament aus Diyarbakir

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PKK-Terroropfer Baris Cicekdagi - Familie und Angehörige

Die Todesnachricht von 13 gefallenen türkischen Soldaten in der kurdischen Provinzhochburg Diyarbakir hat die Türkei geschockt

Die Nachricht über 13 gefallene türkische Soldaten in der Region zwischen Silvan und Kozluk in der Provinz Diyarbakir hat in der Türkei nach einem Schockzustand, heute für große Anteilnahme gesorgt. In zahlreichen Städten in der Türkei wurden Konzerte abgesagt oder vorzeitig beendet. In Trabzon hatte gerade das Konzert von Popstar Tarkan angefangen, als die Nachricht vom Tod der 13 Soldaten einging. Tarkan Tevetoglu unterbrach das Konzert.

Der Angriff erfolgte nach bisherigem Informationsstand um 14.45 Uhr, als das Bataillon aus Silvan eine Ruhepause im Waldgebiet zwischen Silvan und Kozlak einlegte. Der Generalstab teilte mit, dass die Einheit für die Suche und Rettung der drei Personen im Einsatz war, die am vergangenem Samstag von der Terrororganisation PKK entführt worden waren. Die Suchmannschaft habe sich gerade in einer Pause befunden, als der Angriff mit Bomben und Raketenwerfern erfolgte. Bei der Gegenwehr wurden 7 PKK-Terroristen getötet. Die hohen Verluste seien auf den massiven Einsatz von schweren Waffen und Bomben zurückzuführen. Bei der Detonation der Raketen und Bomben hätte sich auch ein Waldbrand entwickelt, weshalb erste Hilfe in den ersten Stunden danach nur über die Luft erfolgen konnte, so der Generalstab in einer Presseerklärung. Zur Zeit befinden sich 7 Verwundete Soldaten in Behandlung. 4 Verletzte sollen in Diyarbakir in Behandlung sein. Die schwer Verletzten 3 Soldaten wurden mit Militärhubschraubern nach Ankara überführt, wo sie in der GATA, einer Akademie für das militärärztliche Bildungswesen, behandelt werden. Der Provinzgouverneur von Diyarbakir, Mustafa Toprak, teilte mit, dass die Abschiedszeremonie der Gefallenen heute um 13.30 Uhr im 7. Korp in Diyarbakir stattfinden wird. Von hier aus sollen die Gefallenen in ihre Heimatorte überführt werden. Die Identität der Gefallenen wurde heute bekannt gegeben. Demnach handelt es sich u.a. um Soldaten aus Bursa, aus Adana, Konya und Erzincan.

Der Angriff wurde nach ersten Angaben zwar abgewehrt, die Anzahl der Terrorgruppe wird aber auf mehrere Dutzend Personen geschätzt. Zahlreiche Einheiten wurden zur Unterstützung und Einkesselung der Terrorgruppe aus entfernteren Militärbasen eingeflogen, darunter Spezialeinheiten des Militärs aus Kayseri und aus Bolu. Vereinzelte Gefechte sollen auch in dieser Nacht gehört worden sein, berichten Bewohner der Region.

Politik reagiert mit Entschlossenheit - BDP mach Politik verantwortlich

Die türkische Presse berichtete am Abend über die Gefallenen, deren Identität jetzt bekannt gegeben wurde sowie über die Sondersitzung der Regierung, die kurz danach einberufen wurde. Ministerpräsident Erdogan war gerade auf dem Weg in das Regierungsviertel in Ankara, als die Nachricht über den Anschlag einging. Zusammen mit dem Innenminister, dem Geheimdienstchef der MIT, dem Generalstab sowie dem Gendarmeriestab wurde den ersten Angaben zufolge eine Bewertung vorgenommen und dem Ministerpräsidenten Erdogan mitgeteilt. Erdogan stellte sich kurz danach vor die Presse und erklärte, dass das Ziel des Angriffs und die die dahinter stecken bekannt seien. "Die türkische Republik hat wie in diesem Terrorproblem, die Kraft und die Entschiedenheit dagegen anzugehen" sagte Erdogan und fügte hinzu, dass die Türkei weiterhin am Kurs festhalten werde, die die Regierung eingeschlagen habe. Erdogan sprach gegenüber den Angehörigen der Gefallenen sein Beileid aus.

Heftig verurteilt wurde der Angriff auch im Cankaya. Staatspräsident Gül erklärte, man werde mit der gewohnten Härte und Durchsetzungskraft gegen den Terror vorgehen, der die Lösung vieler Probleme zu verhindern versuche. Gleichzeitig rief Gül die Politiker aller Fraktion auf, eine ebenso entschiedene Einstellung wie geschlossene Haltung gegenüber dem Terror an den Tag zu legen. Erste Reaktionen kamen von der MHP. Zahlreiche Abgeordnete der MHP verurteilten den Angriff auf die Einheit. Devlet Bahceli erklärte, man müsse den Demokratisierungskurs sofort aussetzen. Der Kurs habe ungeahnte Folgen mit sich gebracht, die die Regierung nicht mehr unter Kontrolle bringen könne. Der gesellschaftliche Friede sei längst am Siedepunkt angelangt, da ethnisierende Separatisten nachwievor an keiner Lösung interessiert seien. In manchen Teilen der Türkei werde offen gegen die Regierung rebelliert, die Staatssouveränität in Frage gestellt. Die Regierung spekuliere weiterhin für eine friedliche Beilegung des Problems und gehe dabei das Risiko ein, in einem verdecktem Kuhhandel mit Öcalan eine annehmbare politische Lösung herbeizureden. Diese Politik sei gefährlich und zeige jetzt ihre fürchterlichen Folgen. Bahceli forderte die Regierung auf, entschlossen gegen die PKK auch im Nordirak vorzugehen und sprach von einem großen Vergeltungsschlag.

Der stellvertretende Ministerpräsident Bekir Bozdag nahm die BDP in die Pflicht und sprach von einer gescheiterten Prüfung. Die BDP könne sich nicht auf der einen Seite für die Demokratie, Menschenrechte und Freiheit lautstark einsetzen und gleichzeitig stumm dem PKK-Terror entgegentreten. Sie habe sich in diesem Punkt als politischer Partner disqualifiziert.

Der Vorsitzende der Republikanischen Volkspartei, Kemal Kilicdaroglu erklärte in Ankara, zuallererst sollte die AKP ihre verfolgten Ziele offenlegen. Die AKP habe immer noch nicht dargelegt, wie sie den Terror zu bekämpfen beabsichtige, führe Geheimgespräche in Imrali und verhandle mit einem Terroristen. Dass der Terror ein Menschheitsverbrechen sei, habe sich wohl in der AKP noch nicht herumgesprochen, obwohl diese Weisheit in der ganzen Welt bekannt sei. Kilicdaroglu rief die Regierung auf, offen über ihre Pläne zu sprechen, damit die Gesellschaft und Politik verstehen, wie die AKP das Terrorproblem in den Griff bekommen wolle.

Selahattin Demirtas, Vorsitzender der prokurdischen Partei BDP erklärte in der gestrigen Presseerklärung, er fühle mit dem Angehörigen mit und spreche sein Beileid aus. Die Unentschlossenheit der Regierung, die zugeschlagenen Türen innerhalb der Politik seien maßgeblich an dieser Tragödie verantwortlich, sagte Demirtas und rief die Verantwortlichen auf, eine politische Lösung herbeizuführen.

Kultur- und Tourismusminister Ertuğrul Günay gab in Izmir ein Interview, in der er die BDP aufforderte, von diesem Terrorakt Lehren zu ziehen. Sollten die Abgeordneten der BDP Verantwortung übernehmen, müsste jeder einzelne heute im Parlament vortreten und dem Terror die Rote Karte zeigen. Ansonsten werde die AKP ihre bisherige Position gegenüber der BDP überdenken. Man habe bisher keine Partei mit der PKK in Verbindung gebracht, werde das auch weiterhin beibehalten. Falls aber die Reaktionen ausbleiben, die man von der BDP erwarte, werde die Arbeit der Partei schwerer und die AKP werde ihre Haltung überdenken müssen, so Günay.

Heftig reagierte auch Gesundheitsminister Recep Akdag auf die Attacke und die Entführung der 3 Personen, die von Ahmet Türk, dem DTK-Vorsitzenden als Folge der Repression bezeichnet wurde. Akdag forderte Türk auf, zu erklären was er denn damit meine. Sei es ein Fehler, wenn man als Schwangere in einen türkischen Krankenwagen einsteige, um das Gesundheitswesen in Anspruch zu nehmen, fragte Akcag und stellte fest, dass bei der Straßensperre dieser Krankenwagen angehalten wurde, die Schwangere vor die Frage gestellt wurde, weshalb sie dort eingestiegen sei. Daraufhin habe man den Sanitäter und zwei in Zivil bekleidete Soldaten entführt. Türk müsse erklären, weshalb es einem kurdischstämmigen untersagt sei, in ein türkisches Krankenwagen einzusteigen und ob das auch eine Folge der Repression sei. Dagegen höre man aber immer, Türk stehe für das Wohl des kurdischen Volkes ein. Das könne nicht mehr ernst genommen werden, sagte Akdag gegenüber den Journalisten und kritisierte zugleich die BDP, die kritisch gegenüber den Verbesserungen im Sozialwesen im Lande und besonders in der Region stehe und am besten abschaffen würde.

Innenminister İdris Naim Şahin gab kurz vor seiner Abreise nach Diyarbakir ein Statement ab und forderte die Gesellschaft auf, besonnen zu reagieren. Jeder müsse sich von diesem Schock befreien und besonnen handeln. Das Militär werde ihr möglichstes tun, um den Terror ein Ende zu bereiten. Dies hier sei die Türkei und sie werde auf der einen Seite militärisch gegen Separatisten vorgehen und auf der anderen Seite weiterhin die Region wirtschaftlich voranbringen.

PKK war bereits länger in diesem Gebiet - Angriff war von langer Hand geplant

Nach der Erklärung des Generalstabs am gestrigen Abend, teilt die Tageszeitung HÜRRIYET mit, das nach internen Angaben von Sicherheitskreisen Informationen darüber vorlagen, wonach eine 6-köpfige Terrorzelle sich seit mehr als 10 Tagen in der besagten Region aufgehalten habe. Man nimmt daher an, dass die Gruppe zu Beobachtungszwecken vor Ort war und nach einem Entschluss durch einen Kommandierenden der PKK in Silvan der Angriff erfolgte. Dabei sollen auch Terrorzellen aus Batman und Bitlis hinzugestoßen sein. Der Nachricht zufolge sollen an dem Angriff 20 PKK-Terroristen beteiligt gewesen sein.

Selbstverwaltungs- und Selbstbestimmungsrecht ausgerufen - Generalstaatsanwalt ermittelt

Unterdessen hat die gestrige Erklärung der DTK (Demokratik Toplum Kongresi) - Demokratischer Gesellschaftskongress - in Diyarbakir die Generalstaatsanwaltschaft mobilisiert. Aysel Tugluk hatte gestern das Selbsbestimmungs- und Selbstverwaltungsrecht ausgerufen und alle europäischen Staaten aufgerufen, diese Selbsbestimmung anzuerkennen. Der DTK berief sich dabei auf Art. 1 der Internationalen Menschenrechtspakte von 1966 über das Selbstbestimmungsrecht der Völker. Dieses Recht hatte die UN-Generalversammlung 1970 in ihrer "Prinzipiendeklaration“ bestätigt. Darin heißt es: "Auf Grund des in der Charta der Vereinten Nationen verankerten Grundsatzes der Gleichberechtigung und Selbstbestimmung der Völker haben alle Völker das Recht, frei und ohne Einmischung von außen über ihren politischen Status zu entscheiden und ihre wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung zu gestalten, und jeder Staat ist verpflichtet, dieses Recht ... zu achten...“. Die Generalstaatsanwaltschaft in Diyarbakir hat der Meldung zufolge eine Abschrift der Erklärung gefordert und will die Erklärung auf mutmaßliche separatistische Aussagen hin untersuchen.

Heftige Reaktionen der Gesellschaft

Ahmet Altan von der Tageszeitung TARAF umschrieb den gestrigen Angriff als hinterhältig und gezielt koordiniert. Bei diesem Angriff habe es zwei Opfer gegeben. Zum einem die 13 Soldaten, zum anderen Abdullah Öcalan selbst. Öcalans Versuche, eine politische Lösung mit der türkischen Regierung auszuhandeln, wurde nach Angaben von Altan gezielt torpediert. Das sei ein sicheres Zeichen, dass die PKK selbst den Führungsanspruch und die Lösungssuche von Öcalan regelrecht in Frage gestellt und ihn ins Abseits gebracht hat. Der Angriff der in einer unmöglichen Zeit erfolgt sei, habe bewusst eine Wirkung erzielen wollen und die PKK habe das mit dieser Attacke jetzt erreicht. Öcalan stehe nun als Opfer da wie auch die 13 Soldaten, die daran Glauben mussten. Die Message sei klar: "Wir wollen Öcalan´s Pläne nicht anerkennen".

In Istanbul, Izmir, Adana, Yozgat und Trabzon versammelten sich Bürger, um gegen den Terror zu protestieren. In Slogans riefen die Teilnehmer die Regierung auf, hart gegen den Terror vorzugehen. Man werde eine Teilung des Landes nicht zulassen, hieß es in einer Erklärung der Arbeiterpartei (IP) in Istanbul. In Kücükcekmece wurde das 6. Internationale See-Festival abgesagt und in Trabzon unterbrach Tarkan sein Konzert. Zahlreiche Verbände und Organisationen sprachen den Angehörigen ihr Beileid aus und verurteilten den terroristischen Akt scharf.

Frankreich und USA verurteilen den Angriff

In der französischen Botschaft in Ankara wurde am französischen Nationalfeiertag eine Gedenkminute eingelegt und den Opfern des Terroranschlags gedacht. Botschafter Laurent Bili erklärte, gestern habe Frankreich in Afghanistan 6 französiche Soldaten in die Heimat überführt, heute habe man erfahren, dass die Türkei 13 Soldaten bei einem Terroranschlag verloren hat. Der Schmerz sei tief, erfühle sich wohl auch durch den langen Aufenthalt in der Türkei als ein halber Schwarzmeerbewohner. Seine Söhne Tayfun und Volkan würden ihm dahingehend zustimmen.

Der Sprecher des US-Außenministeriums Mark Toner betonte, dass die Attacke auf das türkische Militär scharf verurteilt werde und die USA weiterhin an der Seite der Türkei gegen den Terror vorgehen werde. Außenministerin Hillary Clinton habe bereits bei ihrem Besuch in der Türkei zugesagt, in diesem Zusammenhang intensiver zusammen zu arbeiten.

Die Gefallenen

Gökhan Yıldırım (Adana/Ceyhan)
Mustafa Güney (Adana/Yüreğir)
Fahrettin Aksu (Hatay/Kırıkhan)
Mehmet Kaz (Gaziantep/Nizip)
Emrah Eker (Giresun/Dereli)
Necmettin Torun (Samsun/Alaçam)
Ufuk Başarı (Konya)
Noyan Aydın (Zonguldak/Ereğli)
Aykut Delimehmetoğlu (Bursa /İnegöl)
Barış Çiçekdağı (Gaziantep)
Vefa Çelik (Ağrı)
Ethem Okkay (Şanlıurfa/Payamlı)
Gökhan Kaplan (Tekirdağ/Şarköy)

Die Verletzen

Regaip Özdemir (Trabzon/Araklı/İstanbul)(schwer verletzt im GATA)
Erdem Yıldız (Kars/Arpaçay) (schwer verletzt im GATA)
Abdulvahap Turan (Adıyaman)
Ahmet Önder (Afyon)
Aşkın Özel (Karaman/Burdur)
Ahmet Eroğlu (Tokat/İstanbul)
Faruk Kılıç (Şanlıurfa)  

Galerie

Re: Eine Bombe gegen das Parlament aus Diyarbakir

Bild von TLD

wesen hochburg? es handelt sich hier nur um eine Stadt in der Türkei und keine hochburg von irgendjemanden! man muss doch nicht allen unsinn westlicher medien wiederholen!

http://www.turksolu.org/25​7/usumezsoy257.htm

http://www.facebook.com/pa​ges/K%C3%BCrtlerEkrad-hakk​inda-gercekleri-acikliyoru​z-Die-Wahrheit-%C3%BCber-d​ie-Ekrad/136557349749401

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