Biopiraten wollten seltene Tulpen ausser Landes schaffen

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Türkische Tulpe - Frittilia

Am bulgarisch-türkischen Grenzübergang Kapitan Andreewo - Kapıkule wurden zwei Niederländer in der Türkei verhaftet, die seltene Pflanzenarten ausser Landes schaffen wollten

Wie die Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi mitteilt versuchten zwei Niederländer mit dem PKW an die 5.236 Pflanzen, Samen und Setzlinge über den bulgarisch-türkischen Grenzübergang nach Europa zu schaffen. Nach Untersuchungen der Universität Thrakien und dem Atatürk-Institut in Yalova, die mit der Untersuchung der Schmuggelware betraut wurden, sind unter den 5.236 Pflanzen die aus 160 Arten bestehen, auch seltene Pflanzen die nur in bestimmten Regionen Kleinasiens, dem Kaukasus und Syrien natürlich vorkommen, darunter auch die Türkische Schachtbrettblume mit der lateinischen Bezeichnung Fritillaria Michailovski. Nach Angaben von Erdal Kaya, einem Experten der Universität Thrakien, wurden unter der Schmuggelware auch die letzten wildwachsenden 57 Glockenblumen samt Zwiebeln der Gattung Frittilia, die in Nordosten der Türkei in der Nähe von Erzurum vorkamen, gefunden. Kaya unterstrich die Notwendigkeit, diese und andere Pflanzenarten unter besonderen Schutz zu stellen. Die Maßnahmen würden nicht ausreichen, den Bioraub zu stoppen.

Die zwei niederländischen Staatsbürger hatten nach ersten Ermittlungsergebnissen bei dem Raubzug an die 20 Länder besucht und dabei seltene Pflanzenarten in Syrien, in den Kaukasusländern und in der Türkei gesammelt. Nach Angaben von Franciscus Johannes Linschoten und Micheal Hubertus Klok, die am Grenzübergang Kapıkule gestellt wurden, wollten sie die Pflanzen im heimischen Garten anpflanzen. Es stellte sich auch heraus, dass beide in der Vergangenheit an der Universität Çoruh in Artvin Biologie studiert hatten. Die Grenzbeamten wurden durch Behörden gewarnt, nach dem Waldschützer im Naturschutzgebiet von Artvin die Männer beobachtet und das Kennzeichen des Fahrzeugs aufgenommen und der Polizei übermittelt hatten. Das Fahrzeug wurde am Grenzübergang zunächst oberflächlich untersucht, wobei einige Pflanzen und Samen sichergestellt wurden. Bei der weiteren Untersuchung mit einem Röntgengerät stellte sich jedoch heraus, das auch im Unterboden des Fahrzeugs Pflanzen und Setzlinge verstaut waren. Die Grenzbeamten stellten so insgesamt 5.236 Pflanzen sicher. Den beiden Schmugglern droht nun eine Haftstrafe zwischen 6 Monaten und 2 Jahren sowie eine Geldstrafe mit bis zu 5.000 Tagessätzen. Sie wurden zunächst freigelassen.

Die Flora der Türkei gilt als die vielfältigste und abwechslungsreichste im Nahen Osten. Es finden sich rund 9.000 Pflanzenarten mit 850 Gattungen; im Süden vor allem Pflanzen, die sich an die trockenen Sommer angepasst haben, z. B. immergrüne Hecken und Sträucher, Eichenbäume, Oliven- und Johannisbrotbäume. In den Hochebenen von Tarsus, besonders am Randes des Kaukasus sind wilde Blumen und Bodendecker heimisch. Aus den nordöstlichen Bergen der Türkei stammt die Fritillaria Michailovski, sicherlich eine der schönsten Frittilarien überhaupt. Die Persische Kaiserkrone wie sie auch genannt wird, ist im vorderen Orient und der Türkei beheimatet. In Europa ist sie eine seltene Zierpflanze, die kaum bekannt ist. Die bis zu 20 cm. hoch werdende, mehrjährige Pflanze mit dünnem Stengel und lanzettförmigen, grau-grünen Blättern, treibt am Stengel eine 2 bis 3 cm lange Blütenpracht, die an der Basis purpurrot und an der Spitze leuchtend gelb ist und der Blütenkorb kopfüber hängt. Die Pflanze blüht von März bis Mai. Die Bekanntheitsgrad der Türkische Schachbrettblume ist in Europa eher gering. In der Türkei gilt die giftige Pflanze unter Biologen als Heilmittel gegen die Alzheimer Krankheit. Zahlreiche Experten sind daran, deren chemische Zusammensetzung und Heilwirkung zu untersuchen.

Um die seltenen Pflanzenarten unter Schutz zu stellen, hatte die türkische Regierung in Zusammenarbeit mit örtlichen Biologen und Experten zwischen den Jahren 1983 und 1988 umfangreiche Gesetze herausgebracht. In Schutzgebieten die von örtlichen Provinzbehörden ausgesprochen werden können, sollen so endemische Pflanzenarten geschützt werden. Nur in Absprache mit Behörden und einem zugewiesenen Personal der Universität Ankara oder Thrakien dürfen Pflanzen begutachtet, untersucht oder ins Ausland geschafft werden, sofern eine Ausfuhrgenehmigung vorliegt. Erdal Kaya von der Universität Thrakien fordert nun eine strengere Verfolgung der Gesetze und die Ausweitung der Schutzgebiete, um dem Pflanzenraub ein Ende zu bereiten. Die verlorene genetische Vielfalt können kaum noch rückgängig gemacht werden. Die letzten wildwachsenden 57 Schachtbrettblumen die in der Region Erzurum Karayazı beheimatet seien, wären für immer verloren. Die meisten sichergestellten Zwiebeln und Setzlinge seien eingegangen oder kaum noch für die Aufzucht geeignet, so Kaya.

Re: Biopiraten wollten seltene Tulpen ausser Landes schaffen

Bild von Adiyamanli

Ich hoffe das die Behörden diese europäer ordentlich zur Kasse gebeten haben. Würde mir genugtuung geben. Ich erinnere mich noch an die Frage eines deutschen Polizisten, nachdem ich einen schweren Autounfall hatte all zu gut. Er fragte, ob ich das Bußgeld (70 Mark) für den angekratzen Baum am Straßenrand gleich oder später zahlen möchte. Während ich blutüberströmt vor ihm stand.. Unabhängig von diesem Bußgeld bekam ich einige Tage später eine weitere Rechnung, und zwar in Höhe von 3000 Mark, Schadensersatzforderung für den beschädigten Baum! 5200 Pflanzen wurde hier gesagt. Viele von denen kämen nur in der Türkei vor, manche gar unter Schutz. Ich fände es sehr angebracht wenn diese europäer pro Pflanze sagen wir mal 50 Lira zahlen würden. Endemische Pflanzen 100 Lira und für Pflanzen unter Schutz 200+ 1000 Lira Strafe. Natürlich sollten auch die Verwaltugsumkosten schön entrichtet werden. Ohne Außnahme und ohne Verhandlung und bitte mit der selben Hackfresse wie es ihre europäischen Beamten ebenfalls haben, wenn sie Ausländer zur Kasse beten. 

 

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