Nach der türkischen Parlamentswahl

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Türkische Flagge

Gewählte Abgeordnete, Gewinner und Verlierer dieser Wahl und eine Momentaufnahme der Türkei

Kurz nach 19.00 Uhr MEZ stand der Gewinner bei 70 Prozent der landesweit ausgezählten Stimmzettel bereits fest. Die regierende AKP hat zum dritten mal die Parlamentswahl für sich entscheiden können und wird mit 49,9 Prozent der Stimmen mit insgesamt 326 Abgeordnete in das türkische Parlament einziehen. Die Republikanische Volkspartei unter dem Vorsitz von Kemal Kilicdaroglu konnte 25,9 Prozent verbuchen und 135 Abgeordnete aufstellen. Die MHP hat die 10 Prozent Hürde gemeistert und kann mit 13 Prozent 53 Abgeordnete nach Ankara schicken. Insgesamt 36 Unabhängige Kandidaten können ebenfalls ins Parlament. Davon 35 im Block der BDP, die diesmal an der Parlamentswahl nicht teilnahm, um die 10 Prozent Sperrklausel zu umgehen.

An der gestrigen Parlamentswahl beteiligten sich nach Angaben des Fernsehsenders NTV 84,5 Prozent der mehr als 50 Millionen Stimmberechtigten. In insgesamt 66 von 81 Provinzen konnte die AKP unter dem Vorsitz von Ministerpräsidenten Erdogan die Mehrheit der Stimmen für sich gewinnen. Damit hat die AKP im Vergleich zur 23. Legislaturperiode auch in Hochburgen der CHP, MHP und der Nachfolgepartei DTP, der heutigen BDP, Stimmenzuwächse erhalten. Nur im äussersten Westen, in den Provinzen Tunceli und in Igdir sowie in den Hochburgen der BDP, in Sirnak, Mus, Hakkari, Diyarbakir, Mardin, Batman und Van ist die AKP weiterhin auf dem zweiten Platz. Im Vergleich zu der Parlamentswahl von 2007 hat die AKP einen leichten Zuwachs von 3,33 Prozent erhalten. Die CHP konnte dagegen 5,03 Prozent mehr Stimme einfahren. Die nationalistische Volkspartei MHP musste dagegen bis zuletzt um den Einzug ins Parlament fürchten und verlor entsprechend 1,28 Prozent.


Re: Nach der türkischen Parlamentswahl

Bild von Adiyamanli

Ich gratuliere der Regierung. Sie hat ihr Progamm in die Tat umgesetzt und es endlich geschafft die Türken sowohl religiös-, als auch in etnhische Lager zu spalten, indem eine jahrelange Politik von Religionsausbeute und ethnisch begründetem Seperatismus erfolgreich gemacht wurde. Endlich bekennt jeder Türke Farbe. Das viele kleinere Parteien wie zB die DP oder die SP oder ein Abdüllatif Sener bedeutungslos geworden sind ist Beweis dafür. Eben für diese erfolgreiche Politik. Den Menschen interessiert weder eine Ideologie, noch wichtige Tagestehemen. Bestes Beispiel dafür ist die aktuelle Grundwasservergiftung in einem Dorf bei Kütahya. Obwohl die Menschen dort wissen das sie eben wegen dieser Regierung nichts gegen die Verantwortlichen rechtlich unternehmen konnten, und das sie deshalb gar vergiftet wurden, beugen sie sich ihrem Schicksal und wählen weiterhin geschlossen diese Regierung. Ähnliche Beispiele gibt es auch zu Hauf am Schwarzmeergebiet, wo es zB um willkürliche Landräube und willkürliche Stauseeprojekte geht. Die Menschen wählen nicht den der sie ideologisch vertritt, sondern den zu dem sie sich religiös oder ethnisch hingezogen fühlen. Genau daraufhin wurde jahrelang gearbeitet. Mit Erfolg sehen wir heute das Kurden die BDP wählen. Das Sunniten die AKP wählen und das Aleviten die CHP wählen. Ganz gleich was diese Parteien vorhaben, der Wähler weiß was zu tun ist. Hinzu kommt der Bildungsstand was ich in einem anderen Forum bereits erwähnt hatte. Menschen mit niedrigerer Bildung haben sich besser formen lassen. Das ist so offensichtlich das ich mühelos gerade ein disbezügliches Diagramm erstelle. Eliten oder Anatolier, ländliche Bevölkerung, arme oder reiche spielen keine Rolle. Wichtig ist nur die Religion/Ethnie und die Bildung. Liegt die Bildung niedriger greift der religiöse und ethnische Seperatismus schneller. Genau aus diesem Grund kann eine CHP in Provinzen wie Ardahan oder Artvin an der Ostgrenze groß mitspielen, während sie in den Provinzen Van und Agri ebenfalls an der Ostgrenze keine 2 Prozent bekommt. Ist ja nicht so das es in Ardahan mehr Wohlstand als in Agri gäbe. Ein weiteres Beispiel. Die Nachbarstädte in der Provinz Hatay, nämlich Yayladagi und Samandagi. Beides ländlich, beides nebeneinander, beides gleich entwickelt. In dem einen bekommt die AKP über 80% und in dem anderen 10%. Jeder weiß was zu tun ist. Zu welcher Gruppe gehört man? Und man weiß schon wen man zu wählen hat. Das hat die Regierung sehr gut gemacht. So nehme ich mir die Aroganz und sage großlaut das ein sunnitischer Türke mit niedriger Bildung zu 90% die AKP wählt. Ein alevitischer Türke mit niedriger Bildung zu 90% die CHP wählt, ein sunnitischer Kurde mit niedriger Bildung zu 70% die AKP und zu 30% die BDP wählt, schließlich sitzt er zwischen zwei Stühlen. Parteien wie die MHP sind dem Untegang geweiht. Genau das ist die Politik welches wir auch in Europa in den letzten Jahren beobachten, nämlich ethnischer und vorallem religöser Seperatismus, Kulturkampf. Man schaue nur auf Leserkommentare in österreichischen Zeitungen. Genau das passiert auch gerade im Nahen Osten. Es wird neu geformt. Neu geordnet. Die Türkei ist sich Ihrer Rolle des Vizepräsidenten dieses großen demokratischen, freien Nahostprojektes, oder wie man es noch nennen mag, bewusst und mischt ordentlich mit. Wie man es heute gut an der Syrienpolitik beobachten kann. Natürlich steht die Türkei nicht allein da, sie ist nur Vize. Viel Lob wird die Türkei von westlichen Medien ernten. Weiter so.. Vergessen wir nicht, das dieser Plan auch ein neugeordnetes Kurdistan enthält. Viel Erfolg, und mögen meine Landsleute immer volle Taschen und satte Mägen haben.

 

 

 

 

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