Cyanid-Belastung im Westen der Türkei festgestellt

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Silbermine in Kütahya

Nach dem Anfang Mai zwei von drei Cyanidlauge-Becken einer Silbermine durchgebrochen waren, stellen Experten erste Cyanidwerte in der Umgebung fest

15 Millionen Kubikmeter giftige Cyanid-Lauge fassen mehrere Becken eines Gesamtbeckens einer Silbermine in der Nähe von Kütahya, die im Westen der Türkei liegt. Seit dem zwei von drei Becken durch Regenfälle aufgeweiht und schließlich Anfang Mai gebrochen waren, bedroht die hochgiftige Lauge weite Teile der Region. Experten sprechen gar von einer größeren Katastrophe, als die Rotschlammkatastrophe im vergangenem Oktober in Ungarn.

Nachdem zwei von drei Becken der Innendämme gebrochen waren, befürchten Umweltexperten und der Ingenieurverband für Umwelttechnik TMMOB ein durchsickern der hochgiftigen Lösung, die für die Silbergewinnung benutzt wird. Zwar beschwichtigte zunächst die Umweltbehörde und das Umweltministerium damit, dass die Lage unter Kontrolle sei und ein weiterer Damm um die Unglücksstelle das Durchbrechen der äusseren Dämme verhindern würde, doch die Lage scheint ernster zu sein als bisher bekannt ist. Auch das Unternehmen, dass die Silbermine vor Ort unterhält, hatte zunächst Entwarnung gegeben und mitgeteilt, dass die Dämme aufgestockt und Grundwasserwerte vom Umweltministerium und von der Unternehmerseite aus ständig überprüft werden.

Die Umweltexperten der TMMOB teilten hingegen heute in einer Pressemitteilung mit, das in einer Wasserquelle 4,5km. vom Unglücksort der Silbermine entfernt, nach nur 5 Tagen nach dem Dammbruch bis zu 40-fache an Cyanid-Wert festgestellt worden ist. Normal wären in dieser Region Werte gegen null und nach der Trinkwasserverordnung des Landes, Werte von 0,05 ppm, was 0,05mg/l entspricht. Dagegen wurden in der besagten Quelle nach Angaben der Ingenieure bis zu 40-fache des Normalwerts, also ein Wert mit mehr als 0,71 ppm festgestellt (1 ppm = Teile pro Million). Die Werte sollen von Greenpace-Aktivisten bestätigt worden sein, heißt es in der Erklärung. Man nimmt daher an, dass die hochgradig giftige Cyanid-Lösung in das Grundwasser gelangt ist und nun an entsprechenden Quellwasseraustritten zu Tage kommt.

In der Pressemitteilung wurde gleichzeitig der Provinzgouverneur von Kütahya aufgefordert, so schnell wie möglich den Trinkwasser-Bedarf der Bevölkerung in der Umgebung des Unglücksortes durch andere Quellen sicherzustellen. Man ist sich dem Bericht zufolge sicher, das mit jedem Tag das erneut verstreicht, die Menschen einer erhöhten Dosis von giftigen Substanzen ausgesetzt sind und die Werte ständig ansteigen werden sofern der Grund nicht abgestellt werden kann. Zu den Behörden die mit der eigentlichen Messung betraut sind, erklärte die TMMOB, das man erhebliche Zweifel habe, dass die zuständige Behörde die nötige Qualifikation und Ausrüstung aufbringen könne. Daher werde man weiterhin die eigenen Messungen fortsetzen und auch nach Spuren von Schwermetallen suchen. 

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