Öcalan: Entweder Verhandlung oder die Apokalypse

Artikel »

Aysel Tugluk

PKK-Chef Abdullah Öcalan hat in einer Kolumne in der ANF die Türkei gewarnt: entweder Verhandlungen oder die Apokalypse

In einer Kolumne die am vergangenem Donnerstag in der ANF (kurdische Nachrichtenagentur) veröffentlicht wurde, gab PKK-Terroristenführer Abdullah Öcalan an, dass die DTK (Demokratische Gesellschaftskongress) eine Vorreiterrolle spielen kann, sofern sie ihre eigenen Entscheidungen trifft, im Alleingang eigene Führer aufstellt. Kurdische Politiker hätten es noch nicht geschafft, die politische Bühne zu betreten, womit auch keine großen Schritte bewältigt werden würden. Die ehemaligen DTP-Politiker würden sich wie kleine Bourgeois verhalten.

Der auf der Gefängnisinsel Imrali eine lebenslange Haftstrafe verbüßende Öcalan ging dabei mit der Führungsriege der DTK nicht unkritisch um, merkte aber in der Kolumne zugleich an, dass die "Unterdrückung" durchbrochen werden, die DTK eigene Antworten darauf entwickeln muss. Eine demokratische Politik sei aber hier nach wie vor nicht zu erkennen, weshalb man von einer Bourgeois sprechen könnte, die das kurdische Begehren nicht entsprechend würdigt. In Tunesien sei infolge einer Selbstverbrennung die Regierung umgestürzt worden. Wenn die Kurden die Frage ernsthaft angehen würden, hätte man entsprechende Ergebnisse. Das Bild in Syrien zeige auf, dass die demokratische Bewegung Fortschritte erzielt hat. Entweder werde die Türkei bis zum 15. Juli wichtige Verhandlungen und Schritte einleiten, oder aber mit einem "großen Krieg" konfrontiert werden. Beide Optionen würden einschneidend sein.

In Ankara bewertete man diese neuerlichen Aussagen eher nüchtern. Parlamentspräsident Sahin erklärte, man werde derartige Schleimereien und Ankündigungen keineswegs ernst nehmen oder aber auch nur in Betracht ziehen.

BDP zum Anschlag: das Leid ist auch unser Leid, die Verhinderung dessen liegt im ermessen der Regierung

Inzwischen hat auch die prokurdische Partei BDP zum Anschlag in Kastamonu Stellung bezogen. Vorsitzender Selahattin Demirtas entschärfte zwar die momentane Situation, die zuvor durch Äusserungen ihrer ehemaligen Parteikollegin Aysel Tugluk am Siedepunkt waren; aus Ankara wurde aber auch dieses Statement scharf kritisiert. Selahattin Demirtas erklärte, er sehe alles Leid in einem Zusammenhang. In den letzten 40 Tagen hätte es 30 Opfer gegeben, darunter 25 PKK-"Sympathisanten". Er verstehe nicht, wieso man die Opfer in Zusammenhang mit der BDP sehe. Nicht die BDP habe das zu verantworten, sondern die Regierung die die Möglichkeit habe, dieses gemeinsame Leid zu beenden.

Aysel Tugluk die auch als unabhängige Kandidatin zur Parlamentswahl antreten wird, hatte in einer Veranstaltung angegeben, dass die Türkei noch weit schlimmere Ereignisse zu erwarten hat, sie am Abgrund stehe. Die stellvertretende Vorsitzende der DTK hatte angegeben, dass das kurdische Volk längst eine Entscheidung getroffen hat und die Schmerzgrenze überschritten ist. "Die Geduld der Kurden ist zu Ende" sagte sie zum Schluss. Es würden die Türkei schlimme Zeiten bevorstehen, so Tugluk gestern in einer Veranstaltung in Diyarbakir. Die Türkei sehe die PKK-Sympathisanten als Störenfriede. Man gehe weder auf sie ein, noch höre man ihre Worte.

In Ankara wurden die Äusserungen scharf kritisiert. Bülent Arinc erklärte in einem Interview, dass die politische Verantwortung für die BDP und ihre freien Kandidaten ein Tabuthema sei. Von Verantwortungsbewusstsein dieser Leute könne keine Rede sein. So etwas vertrete nach eigener Überzeugung auch ein Volk das hinter ihnen stehe. Man werde nach der Parlamentswahl sehen, inwieweit das kurdische Volk hinter diesen kurden Vorstellungen stehe. Auch Parlamentspräsident Sahin und MHP Vorsitzender Bahceli kritisierten und stuften die Worte der kurdischstämmigen Politiker in letzter Zeit als Maßlos und gefährlich ein. 

Mustazaflar-Gemeinschaft in Aufruhr

Übeydullah Durna der gestern während einer Auseinandersetzung zwischen PKK-Sympathisanten und Mustazaflar-Gemeinschaft ums leben kam, wurde heute Mittag zu Grabe getragen. Mehr als 300 Gemeinschaftsmitglieder, die der Hizbullah zugerechnet werden, nahmen im Anschluss daran an einem Marsch durch die Stadt Pülümür teil. Die Polizei konnte trotz hohem Sicherheitsaufgebot Ausschreitungen zwischen prokurdischen Anhängern und Mustazaflar-Anhängern nicht verhindern. Zeitweise gingen Sicherheitskräfte mit Tränengas und Wasserwerfern gegen die Marschierenden vor. Die KCK (Union der Gemeinschaften Kurdistans) gab in einer Internetveröffentlichung an, dass die momentane Situation von anderen Kräften provoziert werde. Man habe mit dem Tod des 30-jährigen nichts zu tun und billige derlei Gewalt nicht.

Bei den gestrigen Ausschreitungen, die durch die Polizei vorerst beendet werden konnten dann aber immer wieder aufflammten, starb der 30-jährige Übeydullah Durna. Zu den Ausschreitungen kam es, nach dem etwa 200 BDP- und PKK-Anhänger in Pülümür eine Straßensperre eingerichtet hatten, um gegen die Tötung von 7 PKK-Terroristen zu protestieren, von denen vier am gestrigen Tag in Diyarbakir bestattet wurden.

Re: Öcalan: Entweder Verhandlung oder die Apokalypse

Bild von Adiyamanli

"  Übeydullah Durna der gestern während einer Auseinandersetzung zwischen PKK-Sympathisanten und Mustazaflar-Gemeinschaft ums leben kam, wurde heute Mittag zu Grabe getragen. Mehr als 300 Gemeinschaftsmitglieder, die der Hizbullah zugerechnet werden, nahmen im Anschluss daran an einem Marsch durch die Stadt Pülümür teil.  "

Erlauben sie mir einige Fragen in den Raum zu werfen. Was machen eigentlich 300 Hizbullah-Mitglieder im 100% alevitischen Pülümür/Tunceli? Wer siedelt die dort an, während ganz Tunceli beinahe entvölkert ist? Sorgt die Hizbullah für Ordnung? Sollen wir uns jetzt zwischen PKK-Mörderkommunisten und Hizbullahmördern entscheiden? Ich möchte keines von den beiden. Angeblich sei die Türkei die Republik Ihres Staatsgründers. Davon sehe ich aber keine Spur. Nur weiter so. 

Re: Öcalan: Entweder Verhandlung oder die Apokalypse

Bild von Arif Kara

Es wird Zeit dass sich das Militär bewegt. Ich würde in diesen Regionen den Ausnahmezustand verhängen und Personen, die als Straftäter bekannt sind in den Nordirak abschieben und die Grenze zu machen sowie den Schlüssel weckwerfen.

Die Türkei hat alles versucht und dafür mit dem Leben von über 40 Tausend Menschen bezahlt. Irgendwann ist Schluss mit Lustig. Sogar die PKK durfte mit einem Feigenblatt in das türkische Parlament. Wir hatten gehofft, das dadurch alles besser werden würde und? Nichts ist besser geworden, ganz im Gegenteil.

Was wollen diese Terroristen oder fragen wir mal anders was können sie noch außer Menschen ermorden, erpressen und mit Kriminalität Geld verdienen? Nichts. Und ich denke genau das ist der Grund, warum dieser Terror nicht enden wird. Es ist ihr Job, um es mal Platt zu formulieren. Sie können nichts anderes. Doch was das schlimmste ist: Sie wollen auch nichts anderes können, denn es ist zu schön Herr zu sein über leben und Tod und nicht arbeiten zu müssen.

Und deswegen: Staatsterror… dem kann nur das Militär einhalt gebieten, unsere Polizei ist überfordert. Und wie gesagt: Diese Grenze zum Osten MUS ZU!!!

Liberal - konservativ - Verfassungstreu

Loading