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Der Stachel im Sitzfleisch innerhalb der SPD sitzt tief und sorgt weiterhin für Läsion
Als Türkischstämmiger hat man es in Deutschland nicht leicht. Nicht beim schulischen Werdegang, auch nicht bei der Jobsuche und auch dann nicht, wenn man seinen Arsch aufgerissen hat, das Studium mit Bestnoten absolvierte. Dagegen will nun SPD-Parteivorsitzender Sigmar Gabriel vorgehen, zumindest innerhalb der Parteistruktur. Nach Frauen-Quote nun die Migranten-Quote. Regeln sind gut und wichtig. Aber Überregelung ist auch gleichzeitig Übersteuerung und alles was durch eine Gewalt geregelt wird, macht die Betroffenen davon immer abhängiger. Die Gefahr ist groß, dass die Gewalt zu einem Bevormundungsapparat wird, auch in dieser Frage, der Migranten-Quote.
Sigmar Gabriel und Generalsekretärin Andrea Nahles wollen wohl nach dem Sarrazin-Debakel, die Gemüter der Migranten ruhig stellen, die in der SPD immer noch den Garant für den sozialen Frieden sehen. Mit einer entsprechenden Quote - man spricht von 15 Prozent - sollen in Zukunft Vertreter in Parteien mit Migranten besetzt werden. "Wenn es mehr als zehn Prozent Migranten in Deutschland gibt, darf es keine Liste zu Bundestags-, Landtags- und Kommunalwahlen oder zum SPD-Parteivorstand geben, auf der nicht mindestens zehn Prozent Migranten aufgestellt sind“ urteilte Gabriel. Das setzt aber voraus, dass die Vertreter auch akzeptiert werden. Wo keine Akzeptanz, da auch kein Friede, schon gar kein sozialer Friede. Und da liegt wohl der Hund begraben.
Sigmar Gabriel und Andreas Nahles können noch so oft von sich geben, in der SPD stehe man gegenüber den Migranten offen gegenüber, der Fall Sarrazin hat es gezeigt, das man mit sich selbst nicht im reinen ist. Just wo die SPD also die Migranten wieder an der Seite sehen will, zumindest mit 15 Prozent, hakt Thilo Sarrazin erneut rein - während ich hier schreibe. Sarrazin kritisiert nicht nur die SPD für den Vorschlag zur Migranten-Quote, Sarrazin macht es auch deutlich, weshalb die Quote Unsinn ist, weil "Der Verstand kommt oder geht ja nicht damit, dass man Migrant ist... Je migrantischer diese Leute eingestellt sind, desto weniger neigen sie dazu, Probleme oder Schwierigkeiten objektiv zu sehen.". Wie man "migrantischer" sein kann, dazu äußert sich zwar Sarrazin nicht, aber es verdeutlicht auf der anderen Seite allzu gut, mit welch einem Kalkül der Ex-Bundesbanker weiterhin Migrantenthemen innerhalb der SPD anpackt.
Sarrazin hat während des Parteiausschlussverfahrens der SPD nie einen Hehl daraus gemacht, wie er gegenüber Migranten oder Migrationsthemen und insbesondere seinem veröffentlichtem Buch "Deutschland schafft sich ab" steht. Die SPD ließ sowohl mit der heftigen Kritik als auch mit dem im Anschluss daran angestrengtem Parteiausschlussverfahren und dem Statement danach erkennen, wie Sarrazin erst in die Schranken verwiesen und dann geläutert wurde. Aber bei diesem herumgeeiere blieb es auch. Sarrazin blieb samt Thesen in der SPD.
Thilo Sarrazin in Walttop: "Der Verstand kommt oder geht ja nicht damit, dass man Migrant ist... Je migrantischer diese Leute eingestellt sind, desto weniger neigen sie dazu, Probleme oder Schwierigkeiten objektiv zu sehen."Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach dem Parteiausschlussverfahren jüngst in nordrhein-westfälischen Waltrop, wurde man aber eines besseren belehrt. Sarrazin erklärte, wenn die Erblichkeit von Intelligenz weiterhin geleugnet werde, würde man "strohdumm oder auf kriminelle Weise denkfaul" sein. Das muss auch innerhalb der SPD nach bekannt werden gesessen haben. Die Migranten können daher getrost davon ausgehen, dass der Verteilerschlüssel innerhalb der SPD und natürlich auch in den anderen Parteien, samt Grünen und Linken, in hohen Parteiführungen weiterhin von der Abstammung abhängt. Da kann man noch so viele Quoten einführen; wenn in den Köpfen selbstständig kein Reset stattfindet, kann auch eine noch so gute (chaotische) werbewirksame Parteiselbstdarstellung nichts bewirken, so lange Flügel innerhalb der Partei, zumindest mit Stillschweigen sarrazinischen Thesen nicht entgegentreten. Sozialen Frieden kann man so nicht garantieren. Sozialdemokratische Grundwerte wie sie die Nord-SPD erneut klarstellte, sind daher gefragter denn je: Thesen von vererbbarer Intelligenz und fehlendem Integrationswillen der Muslime sind menschenunwürdig und widersprechen diesen Werten. Aber nicht nur diese sozialdemokratischen Werte, sondern alle Werte, die uns Menschen eigentlich ausmachen.
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