Der Wadenbeisser Horst und meine letzte Patrone

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Die letzte Patrone

Politiker sind eine Spezies für sich.

In ihrer übergrossen Mehrheit sind es rücksichtslose Egoisten, die ihre Befriedigung aus der Ihnen geliehenen Macht und Privilegien, aber auch der zusammengerafften materiellen Vermögen ziehen. Ihr charakterlicher Nachteil: Sie müssen stets für die vermeintliche Mehrheit wählbar bleiben, um dieses von ihnen gewünschte Leben führen zu können.

Ich hatte mal einen sehr guten Freund. Sein Name war Hans. Man könnte sogar sagen, er war mein bester Freund. Vor vielen vielen Jahren. Wir haben uns seither entfremdet, Stück für Stück, ganz langsam. Der Anfang vom Ende kam, als er sich eines Tages einen Hund zulegte - wegen seiner Freundin, wie er mir später sagte. Weil sie Hunde so mochte - und ganz speziell diesen, weil er so klein und "süss" (gewesen) sei, und sie dann bei dessen Anblick immer positiv gestimmt war und schnell ganz lieb wurde. (Sie hatte eine Neigung zur Depression.)

Um es deutlich zu sagen: Er kriegte sie in dieser Stimmung dann leichter ins Bett, um sie ordentlich durchzuvögeln. Wie dem auch sei, ich wiederum konnte diesen Hund nicht leiden. Nicht etwa, weil ich keine Tiere mögen würde, es ist nur so, dass ich erstens keine sabbernden Kriecher leiden kann und zweitens Hunde nun mal übelst stinken, wenn sie nass werden. Und da es in Deutschland nun mal viel regnet, stinken sie auch oft. Wenn man dann im Café sitzt und dort frühstücken will, kann man sich ausmalen, wie sich der betörende Duft nasser Köter vom Nebentisch in den Nasennebenhöhlen sammelt, nachdem sich dort ein Hundebesitzer mit seiner Töle vom Regen in Sicherheit gebracht hat.

Mein Kumpel nannte seinen Hund Horst. Ich konnte ihn trotzdem nicht leiden. Horst hasste mich vom ersten Augenblick an, schon als kleiner Welpe. Und ich weiss bis heute nicht, warum. Mein (damals noch bester) Freund mutmaßte, ein ebenso "dunkler Typ" wie ich habe Horst vielleicht einmal geschlagen, deshalb sei er vielleicht so aggressiv gegenüber "Muslimen".

Wie das geschehen sein soll, wo er den nur wenige Wochen alten Welpen damals von einer blonden Arierfamilie abgeholt hatte, konnte er mir nicht erklären. "Oder er weiss, dass Ihr Moslems Hunde hasst!", gab er seiner Not-Theorie zum besten. Wie er auf so einen Stuss kam, weiss ich nicht, denn damals gab es zwar sicherlich schon einen Stefan Herrenmensch, aber noch keine Hasspredigerseite namens "PI-News".

Horst entpuppte sich mit der Zeit als widerlich hinterlistiger Köter. Je älter er wurde, umso widerwärtiger entwickelte er sich. Hatte er am Anfang unserer Bekanntschaft noch "nur" gebellt, wurde es mit der Zeit ein unaufhörliches "Maschinengewehr-Bellen", so dass eine Unterhaltung zwischen Freunden faktisch gar nicht mehr möglich war. Bald fing er auch an, zur Belustigung anderer Spaziergänger (und Hans)  mich von hinten unerwartet in die Wade zu beissen, wenn wir mit ihm im Park spazieren gingen. Wenn ich zu Besuch bei Hans als anständiger Moslem die Schuhe auszog, fand ich sie beim Verlassen nass vor, weil er hineingepinkelt hatte. Mit einem Wort: Horst war ein Köter, den man am liebsten sofort und gnadenlos erschossen hätte, um ihn anschliessend Katzen zum Frass vorzuwerfen.

Die Geschichte ging damit zu Ende, dass mich Hans' Freundin schliesslich "entsorgen" liess. Sie hatte mich, ähnlich wie der Köter Horst, sowieso nie gemocht, obwohl ich mich ihr gegenüber stets höflich und zuvorkommend gezeigt hatte. Mit Horsts deutlicher Abneigung gegen mich hatte sie die Legitimation, die Freundschaft zwischen Hans und mir auf hinterlistige und subtile Weise zu zerstören. Ich hatte Hans immer gemocht und war ihm ein sehr guter Freund gewesen, aber der Köter Horst ging ihm wegen seines sexuellen Nutzens vor.

Ich bedaure das bis heute. Und obwohl ich expliziter Pazifist bin und Gewalt ablehne, könnte ich mir dennoch sehr gut vorstellen, dass ich meine letzte Patrone für diesen gemeinen Hund aufheben würde.

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