Protestkundgebung gegen AKW in Akkuyu

Artikel »

Akkuyu - Mersin

In der Türkei wollen Verbände und Atomkraftgegner gegen den Bau der ersten AKW in Akkuyu protestieren

Die Ingenieurskammer der Türkei (TMMOB) hat angesichts der sehr ernsten Lage im Atomkraftwerk Fukushima in Japan, eine Kundgebung gegen den Bau der ersten AKW im Land angekündigt. Mit der Demonstration will die TMMOB, Energieminister Taner Yildiz auffordern, von seinem Amt als Minister zurückzutreten.

Die in einer Kammer vereinten Ingenieure aller Fachrichtungen (TMMOB) haben in einer Erklärung angekündigt, für den morgigen Tag in Ankara bei einer Kundgebung gegen den Bau der AKW in Akkuyu, Energieminister Yildiz zum Rücktritt aufzufordern. Zuvor hatten einzelne Ingenieurwesen in Erklärungen verlautbaren lassen, dass die türkische Regierung die Beraterfunktion der TMMOB trotz aller Risiken nicht in Anspruch nehme. Alle Warnungen die im Hinblick zum Bau von Atomkraftwerken in der Türkei ausgesprochen wurden, seien unberücksichtigt gelassen worden. Energieminister Yildiz könne anhand der beunruhigenden Situation in Japan, nicht zur Tagesordnung übergehen. Trotz der Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, habe Energieminister Yildiz sich von den Kammern nicht beraten lassen und alle kritischen Stimmen in der Gesellschaft unberücksichtigt gelassen. Die Kammern rufen daher Energieminister Yildiz zum Rücktritt auf.

Die Kammern kritisieren u.a. den Bau der AKW in Akkuyu wegen ihrer Nähe zum Ecemis-Erdbebenspalte, die nur 25km. entfernt liegt. Zwar berufe sich die Regierung auf einen Untersuchungsbericht die in den 70´er Jahren erstellt wurde und das Gebiet für unbedenklich hält. Die Untersuchungskommission habe jedoch damals von der Erdbebenspalte keine Kenntnis gehabt. Die Region werde seismologisch erst seit den 90´er Jahren intensiv beobachtet. Es komme der Verdacht auf, dass die Regierung ungeachtet der Katastrophe in Japan, so schnell wie möglich die Pläne umgesetzt Wissen will.

Die Ingenieurgeologen erklärten in einer Pressemitteilung, dass Akkuyu nicht die richtige Adresse für den Bau einer Atomkraftanlage ist. Die Erdbebenspalte, die sich 20 bis 25km. neben der geplanten AKW befinde und 300 km. entlang der Ost-West Achse verlaufe, bewege sich jährlich um 3mm. östlich. Seit 500 Jahren habe in der Region kein Erdbeben stattgefunden, dass die Stärke über 6 bis 7 auf der Richterscala hatte. Man befürchte, dass in naher Zukunft ein weitaus stärkeres Beben die Region treffen wird. Unter diesen umständen sei der Bau einer AKW geradezu fahrlässig. Wie man seinerseits festgestellt habe und vergleichend hinzuziehen könne, hätte sich in Aegion-Griechenland im Jahre 1995 ein Erdbeben mit der Stärke 6.6 ereignet. Eine Region, die die damalige griechische Regierung ebenfalls als sicher eingestuft habe und als Erdbeben-Frei erklärte. Die Ausmaße der Zerstörung von 1995 seien eine Warnung an die Türkei.

Prof. Dr. Tolga Yarman von der Untersuchungskommission, die damals den Bericht mit zwei weiteren Kommissionsvorsitzenden erstellt hatte, erklärte in der Tageszeitung AKSAM, er sei inzwischen gegen den Bau der AKW. Nach den damals vorliegenden Kriterien und dem Wissen den man hatte, sei der Bau verantwortbar gewesen. Heute stelle sich die Situation anders dar. Die "Informationsvielfalt, die besseren und genaueren Studien sprechen eine andere Sprache", gibt Yarman zu und ist sich sicher, dass die Genehmigung für den Bau der AKW inzwischen ungültig ist. Seiner Ansicht nach müsse eine Entscheidung die alle Bürger des Landes betreffe, in einem Referendum getroffen werden. Dass man über den Bau einer weiteren AKW in Sinop nicht nur Rede sondern auch Vereinbarungen treffe, sei ein Skandal ohnegleichen. Es gebe keine Genehmigung und die Regierung plane bereits den Bau. Entgegen der Angaben der Regierung, hänge man auch nach dem Bau einer AKW wirtschaftlich von anderen Ländern ab, in diesem Fall von Russland, dass die Türkei heute Gas beliefere.

AKW Akkuyu

Der Bau des Atomkraftwerks in Akkuyu ist seit Ende 2010 amtlich. Das russische Unternehmen Rosatom wird für umgerechnet 20 Milliarden US-Dollar, den Bau vorfinanzieren. Die Atomkraftanlage soll mit vier Reaktoren sowjetischer Bauart der 4. Generation (VVER-1200 (AES-2006)) mit jeweils 1200 MW. und einer Gesamtleistung von 4800 MW. ans Netz gehen. Den Bau soll eine eigens gegründete Unternehmensgruppe unter einer gemeinsamen Leitung übernehmen. Die ersten geologischen Arbeiten sind bereits im Gange. Mit dem Bau soll frühestens Ende 2011 begonnen werden und bis spätestens Ende 2018 fertig gestellt sein. Die türkische Regierung verflichtet sich im Gegenzug, für jede gelieferte kW. umgerechnet 12,35 Cent an das Joint-Venture Unternehmen zu zahlen, die über das türkische Stromkonzern TETAS abgewickelt wird. 15 Jahre wird das Unternehmen von Steuern und Abgaben entbunden und danach 20 Prozent vom Gewinn abführen. Die Lieferung, Lagerung und Entsorgung von gebrauchten Brennstäben soll Russland auf sich genommen haben.

AKW Sinop

Eine zweite AKW ist an der Schwarzmeerküste in der Nähe der Stadt Sinop geplant. Erste Gespräche zwischen Energieminister Yildiz und Investoren fanden bereits statt. Südkorea hatte erst Interesse bekundet und vielversprechende Gespräche aufgenommen, die jedoch nicht fruchteten. Auch der staatliche russische Kraftwerksbauer Atomstroiexport hatte sich um den Bau des Atomkraftwerkes beworben. Zur Zeit finden jedoch Gespräche mit Japan statt, um den Bau der AKW in Sinop unter Dach und Fach zu bringen. 

Re: Protestkundgebung gegen AKW in Akkuyu

Bild von Abraxas01

Physikstudenten schwärmen von der neusten Nukleartechnik. Die meisten Unfälle stammten aus alten und den damaligen Wissen eher stümperhaft gebaute Kraftwerke. Leider gibt es aber auch noch sehr viele Fragen für die Entsorgung von Uranbrennstäben und deren Lagerung. Ob der Standort, oder ob überhaupt ein Standort günstig ist lässt sich nie wirklich beweisen. Irgendetwas unhervorgesehenes könnte immer eintreffen, und die Pläne für ein Kernkraftwerk dürfen nicht aufgegeben werden. Den Stromhunger der Türkei lässt sich nicht nur mit Alternativenergie stillen. Vielleicht tun es auch Leistungschwächere Kraftwerke, dafür mehrere statt 2 Giga-Kraftwerke. Oder solche die wie in Fukushima an einem System hängen sollten nicht in Erwägung gezogen werden. Die grösste Gefahr für ein Kernkraftwerk, stammen von PKK und ASALA und Konsortium-Symphatisanten. Dort steckt der mögliche Super-GAU, und deswegen sollten alle Involvierten Personen die von der Idee über den Standpunkt bis zur Ausschreibung und so weiter noch mal durchleuchtet werden und wo nötig nochmal überprüft werden. In Sachen Nuklearsicherheit darf es keine Kompromisse geben.

Re: Protestkundgebung gegen AKW in Akkuyu

Bild von Zwangsdeutscher

ich befürworte den bau von atomwaffen  in der türkei...die türkei braucht a-waffen ohne zweifel...sonst fallen die europäer und ihre schergen irgendwann mal über die türkei  her..dazu bracht man atom kraftwerke...leider!

Loading