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Kein Mann hat Deutschland mehr gespalten als Thilo Sarrazin. Von einigen als Held gefeiert, wurde er zur heiligen Ikone der Meinungsfreiheit ausgerufen.
Doch was hat dieser Mann eigentlich nun verändert im Land? Was machen türkische und muslimische Mitbürger denn nun anders? Hat die Bundesregierung irgendetwas verändert am Ausländergesetz? Gibt es auch nur ansatzweise Lösungsvorschläge von der "Pro-Sarrazin" Gemeinde?
Das Buch von Thilo Sarrazin "Deutschland schafft sich ab" kletterte innerhalb weniger Wochen auf die Bestsellerlisten. Angeblich soll er über drei Millionen € Umsatz gemacht haben. Im großen und ganzen beschimpfte er die ausländische Gruppe und unterstellte ihnen, dass sie - zitat-
"Die Türken erobern Deutschland genauso, wie die Kosovaren das Kosovo erobert haben: durch höhere Geburtenrate. Das würde mir gefallen, wenn es osteuropäische Juden wären mit einem um 15 Prozent höheren IQ als dem der deutschen Bevölkerung"
"Eine große Zahl an Arabern und Türken (..) hat keine produktive Funktion, außer für den Obst- und Gemüsehandel, und es wird sich auch vermutlich keine Perspektive entwickeln."
"Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert."
Solche Sprüche ärgern nicht nur Menschen mit Migrationshintergrund sondern auch genau jene, denen er unterstellt, dass sie "einen bestimmten Gen der Intelligenz" in sich tragen würden.
Stephan J. Kramer, Generalsekretär des Zentralrats der Juden rügte Sarrazin und sagte:
"Auch bei Thilo Sarrazin lohnt es sich, in den Ton hineinzuhören, um zu begreifen, welche Register er zieht. Ihn stören die „kopftuchtragenden Mädchen" aus moslemischen Familien. Vor genau 130 Jahren schrieb Heinrich von Treitschke, wütiger deutscher Antisemit des 19. Jahrhunderts: „Über unsere Ostgrenze aber dringt Jahr für Jahr aus der unerschöpflichen polnischen Wiege eine Schar strebsamer hosenverkaufender Jünglinge herein." Gemeint waren Juden. Ob „kopftuchtragende Mädchen" oder „hosenverkaufende Jünglinge": Die Melodie ist auf erschreckende Weise gleich. Von demselben Treitschke stammte übrigens der später vom „Stürmer" zum Motto erhobene Spruch: „Die Juden sind unser Unglück....
Da hilft auch Sarrazins plumpe Anbiederung nicht, osteuropäische Juden hätten einen um fünfzehn Punkte über dem Durchschnitt liegenden Intelligenzquotienten. Die Integrationsprobleme, die die deutsche Gesellschaft im frühen 21. Jahrhundert plagen, sind sozialen und kulturellen Ursprungs, nicht aber genetisch bedingt. Eine genetische Einteilung der Menschheit in Superkluge und Dumme, Nutzbringende und Nutzlose, Oberschicht und Unterschicht – das ist Rassismus pur. Und mit Rassismus wird Deutschland die Integrationsprobleme nicht etwa lösen, sondern sie verschärfen. "1
Sarrazin's Buch war, kurz und knapp gesagt, nur heisse Luft. Daher sind die Vorahnungen vieler ausländischen Mitbürger auch eingetroffen. Der deutsche Staat hat alles beim alten gelassen und sie sehen auch keinen weiteren Handlungsbedarf. Auf der einen Seite wird also über die türkischen bzw. muslimischen Migranten/innen hergezogen und auf der anderen Seite erkennt man nichts, was auch nur annähernd eine Annäherung erkennen liesse.
Viele ausländische Mitbürger meinen, dass noch einmal 40 Jahre vergehen werden, bis die Regierung erkennt, dass sie sich selbst ins Knie schießt.
Was ist denn nun geschehen nach Thilo Sarrazin? Nicht viel... außer, dass die ausreisenden Migrantenzahlen in die Höhe geschossen ist.
Man vermutet, dass die Zahlen sich verdoppeln werden. Im Jahr 2010 zogen ca. 40 000 zurück in die Türkei. 2011 wird diese Zahl wahrscheinlich bei 60 000 - 80 000 liegen. Wohlgemerkt, alles gut ausgebildete, studierte Fachkräfte!
Zu eins war Thilo Sarrazin aber dennoch gut. Die muslimischen Mitbürger möchten überhaupt nichts mehr von der Integrationsdebatte oder dergleichen hören.
Sarrazin hat bewirkt, dass die muslimische Community dem Staat Druck macht.
Viele wollen in der Politik etwas bewirken und für ihre Rechte kämpfen wenn nötig.
Fazit: "Integration? Nein Danke" heisst die neue Offensive der türkischen Community.
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Re: Sarrazin - Ikone der Meinungsfreiheit?
"Im großen und ganzen beschimpfte er die ausländische Gruppe und unterstellte ihnen..."
Meiner Meinung nach 3 Fehler in diesem kurzen Satz:
1. Sarrazin beschimpft nicht, er stellt unterschiedliche Integrationsbemühungen und -erfolge fest,
2. er beschimpft nicht "die ausländischen Gruppen" sondern im Vergleichsergebnis schließen die türkischen und arabischen Migrantengruppen deutlich schlechter ab als z.B. Russlanddeutsche und Koreaner und
3. er "unterstellt" nicht, sonder stellt anhand von vergleichenden Daten Unterschiede in der Geburtenraten, Bildunges- und Arbeitserfolge fest.
"Sarrazin's Buch war, kurz und knapp gesagt, nur heisse Luft."
Ich bin auch nicht mit allem, was und wie Sarrazin geschrieben hat, einverstanden, dennoch verwerfe ich nicht den ganzen Rest, wenn mir 10% nicht zusagen, "heiße Luft" ist in meinen Augen nur der Erklärungsversuch von Mißständen mit der Intelligenzforschung, vom Rest stimmt leider vieles.
"Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert."
Hier dasselbe, den letzten Nebensatz hätte er sich schenken können, aber der Rest ist doch ok? Oder nicht?