Das Massaker von Xocalı und die armenische Besatzung

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Kaukasus - Berg Karabach

In einer Woche jährt sich das Massaker von Xocali zum 19´ten mal. Die Elite der Roten Armee die in der Stadt wütete

In der Nacht vom 25. zum 26. Februar 1992 griffen armenische Truppen, mit Unterstützung der zur ehemaligen UdSSR gehörenden und zu jenem Zeitpunkt in der Stadt Khankendi befindlichen 366. Regiments, die aserbaidschanische Stadt Xocali (Khojaly - Chodschali) an, in der 7.000 Menschen lebten. Ziel war es, das Gebiet um Berg Karabach ethnisch von der aserbaidschanischen Zivilbevölkerung zu säubern und an Armenien anzugliedern. Der großzügig einverleibte Korridor bis zur iranischen Grenze ging dabei in Flammen auf.

Mit Hilfe des 366. Regiments wurde die Stadt Khojaly völlig zerstört und niedergebrannt. Die Zivilbevölkerung wurde einem infernalischem Massaker unterworfen – Kinder, Frauen, Ältere und Kranke wurden mit unglaublicher Brutalität getötet.

Dieses Massaker der armenischen Truppen an der aserbaidschanischen Zivilbevölkerung kostete nach Verlautbarungen verschiedener Hilfsorganisationen und der Aseris bis zu 613 Menschen das Leben 1. Bis zu 1.275 Zivilisten wurden dabei gefangen genommen. Nach Berichten der Aseris ist das Schicksal von 150 dieser Gefangenen bis heute noch unklar. Das Massaker armenischer Truppen an der aserbaidschanischen Zivilbevölkerung blieb für die Weltöffentlichkeit unbemerkt und die Kriegsverbrechen Armeniens wurden bisher von keiner einzigen demokratisch-westlichen Regierung öffentlich verurteilt. Im Gegenteil; da Armenien keinen internationalen Druck befürchtet, äußerten sich armenische Politiker ganz offen zu diesem Massaker oder versuchen seit neuestem den Sumgait-Pogrom 2 vorzuschalten, wobei hier nach Meldungen des Hamburger Abendblatts vom 5. März 1988 etwa 31 Menschen ums Leben kamen 3 4. Die Täter, an die 80, wurden dabei juristisch belangt. Im Fall des Xocali-Massakers wurden bisher keine Urteile ausgesprochen, weil das De-facto-Regime in Berg-Karabach die Täter deckt und die armenischen Regierung sowie Gesellschaft diese als Helden etabliert hat 5 6.

In der russischsprachigen und in Armenien erscheinenden Zeitung "Novoje Vremja" äußerte sich der armenische Parlamentssprecher Vahan Hovanessian in einem Interview in der Auflage vom 16. März 2004 wie folgt:

Ich bin stolz, dass wir im Karabach Krieg 25.000 Aserbaidschaner getötet haben und nur 5.000 Armenier starben

Als Folge des von Armenien begonnen Krieges gegen Aserbaidschan wurden über eine Million Aserbaidschaner aus ihrer Heimat vertrieben und lebten lange Zeit unter menschenunwürdigen Umständen in den Kriegsflüchtlingslagern in Aserbaidschan 7. Armenien hält bis heute noch 20 % aserbaidschanischen Territoriums völkerrechtswidrig besetzt. Armenien ignoriert insgesamt vier UN-Resolutionen, die die Besetzung Berg Karabachs uneingeschränkt als völkerrechtswidrig einstufen und Armenien zum bedingungslosen sofortigen Rückzug auffordern 8.

Als die ersten Wellen der kaukasischen Unruhen um die Karabach-Frage die westlichen Medien erreichten, stand noch die Berliner Mauer und Erich Honecker hatte von seiner Esel-Ochsen-Metapher keinen Gebrauch gemacht. Trotz hoch bezahlter Auslandsreporter, trotz hoch dotierter Forschungsprojekte, hatten die Kreml-Astrologen den Zerfall des sozialistischen Blocks überhaupt nicht voraussehen können. So gesehen war es selbstverständlich, dass Völkerknirpse - um hier die Urväter des Marxismus zu rekapitulieren - sich weit hinter der Türkei, wenn auch im selbsternannten Lager der Völkerverständigung, gegenseitig die Köpfe blutig schlugen, ohne dabei den analytischen Verstand der freien Welt herauszufordern. Hinterher ist man bekanntlich schlauer. So wusste man gleich nach dem Mauerfall alles über die Gründe und Ursachen, die die Welt des real existierenden Sozialismus zum Einsturz brachte. Ausnahmen bestätigen gewöhnlich die Regel: eine befriedigende Erklärung, geschweige denn eine Analyse der Karabach-Frage steht immer noch aus, gerade die deutschsprachige Fachliteratur hatte in diesem Zusammenhang einen Nachholbedarf.

Nur wenige Interessenten dieses Konflikts wagten sich bei der schwachen Quellenlage in einen Tunnel hinein, dessen Licht am Ende bis dato praktisch kein Forscher erblickt hatte. Die jüngste Erscheinung von Ferhat Avşar: "Schwarzer Garten Im Land Des Ewigen Feuers" 9 macht dabei eine Ausnahme.

Seit 1988 floss viel Wasser unter kaukasischen Brücken. Aserbaidschan und Armenien bekriegten sich zur Abwechselung als freie Staaten, und in Karabach entstand ein angeblich unabhängiger dritter Staat. Eines hat sich jedoch nicht verändert, nämlich die verzerrte, wenn auch spärliche Berichterstattung der Medien 10 11. Die schwierige Frage, ob und wie Identitätsformung bzw. Identitätskrise durch ideologische Intervention von außen Konfliktstrukturen innerhalb eines bestimmten Staates neu aufbaut oder sie nur verschärft, wird gar nicht tangiert. Welche Wechselwirkung zwischen den besagten Strukturen und deren institutionellen Rahmen stattfindet, wird glatt unter den Teppich gekehrt.

Dabei war das kaukasische Experiment als Konfliktperpetuierung während der Systemtransition unvergleichlich wertvoll. Bei dem geradezu chronischen Fehlen der soziometrischen Daten bleibt dem mutigen Forscher aber nichts anderes übrig, als anhand historischer Beispiele zu erklären, auf welchem politisch-ideologischen Nährboden solchen Interventionen "Erfolg" beschieden ist. Wohlklingende Begriffe, wie "Globale Machtverteilung, politisch und wirtschaftlich diffusives Grundmuster der Bipolarität im militärstrategischem Bereich" existieren dabei nicht einmal als Worthüllen weiter.

Den geographischen Rahmen des Geschehenen zu definieren gelingt nicht einmal annähernd. Der Kriegszustand in Karabach ist, obwohl völkerrechtlich unsinnig, ein vorgeschobener Zustand. Die Lage kann und darf nicht unabhängig vom großarmenischen Traum, vom armenischen Irredentismus gegenüber sämtlichen Nachbarn, mit Ausnahme des Iran, von der unseligen Völkermorddebatte betrachtet werden. Gerade dort fängt die Grenze der Unbestimmtheit an.

Bei der Erörterung der ethnischen Frage, bringt die Definition der "gemeinsamen Herkunft, Religion, Sprache und die Gemeinsamkeit des Verhaltens" einige Schwierigkeiten mit sich. All diese Merkmale sind sekundärer Natur, wenn sie nicht durch bewusste Ideologie und/oder Legendenbildung untermauert werden. Diese Legenden wiederum werden während der Schulzeit eingeprägt und weiter tradiert. Diese Art der Identitätsbildung kann nicht selten zur Entstehung eines kollektiven Verfolgungswahns führen, womit ihrer Analyse im Rahmen der Konfliktforschung eine primäre Bedeutung zufällt. Ob die Erziehung und Bildung historisch gesehen zur Ausweitung des Wissenshorizonts und kulturellen Synthesefähigkeit der betroffenen Völker oder Ethnien beigetragen oder das Gegenteil bewirkt haben, würde gewiss zu wertvollen Anhaltspunkten führen. Es wäre abenteuerlich, mit solchen Zufallsprodukten zu einer wissenschaftlichen Grundaussage zu gelangen.

Es ist müßig die ethnischen Konflikte aus puren endogenen Faktoren auf rein ökonomische Gründe zurückzuführen. Die Kontrahenten von Karabach verteilen sich vertikal in deren eigener nationaler Gesellschaft. Analogien zur europäischen Sozialgeschichte erweisen sich hier als unglückliche Missgriffe in einen Prozess, die eine saubere Analyse nur erschweren. Umgekehrt ist es allerdings richtig, dass jede Einmischung in ethnische Konflikte durch fremde Mächte sich mit einem sehr konkreten wirtschaftlichen Anspruch koppelt. Pure Hegemonie ist dabei ein selten angestrebtes Ziel. Marxens Kritik an Cobden am Vorabend des Krimkrieges ist heute im Zeitalter der Globalisierung frischer denn je: Nicht weil die Armenier damals ihre Identität innerhalb des Osmanischen Reiches bedroht sahen, sondern weil die Türken rassisch-kulturell unfähig für eine kapitalistische Entwicklung befunden wurden, hätten sie von der Bildfläche verschwinden müssen. Die gleiche Argumentation hört man heute, wenn auch ein wenig paraphrasiert und der Menschenwürde angepasst, vom Grundtenor her unentwegt weiter.

Viel mehr als die Aseris, zehren die Armenier vom Vermächtnis einer Geschichte, die sie moralisch zu höchsten Ansprüchen berechtigen sollte. M. Hiller, die keineswegs einen türkenfreundlichen Gesichtspunkt vertrat, schrieb über die Quelle des kollektiven armenischen Gedächtnisses folgendes:

Die Neigung, Schwierigkeiten und Härten nur im eigenen Fall wahrzunehmen, um dann mittels Intervention von außen Abhilfe schaffen zu lassen, hatte längerfristig die sozioökonomische Stärkung vor allem des christlichen Bevölkerungsteils zu Folge. Die Ausbeutung der Minderheitenproblematik bei der Wahrnehmung politischer, strategischer oder ökonomischer Interessen sollte bis zur endgültigen Auflösung des Osmanischen Staates im Repertoire der europäischen Diplomatie bleiben. Andererseits leistete die Instrumentalisierung der Minoritäten als Vorposten ausländischer Interessen islamischen und türkisch-nationalen Bewegungen insofern Vorschub, als sie eine assoziative Verbindung zwischen den eigenen religiösen und ethnischen Minderheiten und der Gefährdung durch die imperialistischen Staaten Europas herstellte 12

Die Geschichte wiederholt sich auf der Mikroebene ziemlich gleichmäßig. Zur Funktionalisierung sozialer und nationaler Unruhepotenziale durch europäische Großmächte diente in erster Linie die Religion. England rekrutierte, zum Ärger armenischer Patriarchen seine eigene protestantische Gemeinde durch Proselytenmacherei, um sich dann deren Schutzrecht sicherzustellen. Diese Schützlinge wiederum sollten den russischen Einfluss bei den gregorianischen Armeniern eindämmen. Rein ökonomisch gesehen durfte die Einheit des Osmanischen Reiches nicht tangiert werden.

Wie so oft nach dem Zweiten Weltkrieg haben die USA viele Positionen besetzt, die früher von Großbritannien verteidigt wurden. Die Diaspora wird gegen russenfreundliche Armenier in der Heimat eingesetzt, wobei man Aserbeidschan nach der jüngst errungenen Stellung in der Energiepolitik langsam und sicher der russischen Umklammerung entzieht. In so einem Fall, müsste man davon ausgehen, dass die Karabach - Wunde noch lange offen gehalten wird. Historisch bedingte Widersprüche sind eigentlich Legion: Während man bezüglich der zunehmenden Zersplitterung des staatlichen Milieus und der damit einhergehenden Gefährdung des internationalen Systems den Schluss zog, dass man um des Friedens willen zu größeren Einheiten gelangen müsste, bemühte man sich gleichzeitig alle ähnlichen Versuche nicht westeuropäischer Provenienz durch und durch zu torpedieren und die vorhandenen Einheiten zu balkanisieren. Das Prinzip der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten galt für diese Staaten auch lange vor der Entdeckung global-moralischer Ausreden nicht. So konnte ein Cem Özdemir während einer Fernsehdiskussion im Namen des Europäischen Parlaments erklären, Aserbeidschan müsse sich erstmals demokratisieren, bevor Baku seinen Souveränitätsanspruch in Karabach durchsetzen darf.

Die Aseris sind in Karabach nach dem 11. September 2001 in eine nicht selbstverschuldete heikle Lage geraten. Die Hypothesen über das Verhältnis von Außenpolitik und öffentlicher Meinung sind zwar ziemlich schwach belegt, aber der Einfluss, den eine verzerrte Berichterstattung ausübt, ist Tatsache. Sie zielt öfters darauf ab, das objektive Umfeld der politischen Ereignisse dahingehend zu manipulieren, in dem sie Freund- und Feindbilder nach Belieben prägt und zahlreiche Missperzeptionen verursacht. Versucht man sich in bewährter Terminologie nach Karl Deutsch auszudrücken, wurde die Kombination von Primär- (Umwelt), Sekundär- (Bewusstsein) und Tertiärformation (Gedächtnis) in dem gegebenen Fall eindeutig zugunsten der Armenier verschoben, indem man ihre diskussionsbedürftige Wahrnehmung bar jeder Kritik rezipiert und reflektiert. So wird nicht zuletzt der Lernpathologie Tür und Tor geöffnet. Norman Daniel leistete dazu eine Pionierarbeit, indem er die unzureichende Informationsverarbeitung christlicher Entscheidungsträger und ihre einseitige Selektion von Informationen, ihr zu frühes Abschotten neuer Informationen (defensives Zögern) oder ihr ungerechtfertigtes Favorisieren einer Handlungsweise seit dem Mittelalter belegt hat.

Ob diesem Selektivismus ein irrationales Selbstverständnis, wie es bei den Armeniern leicht zu diagnostizieren ist, zugrunde liegt, ist an sich von sekundärem Wert. Viel wichtiger erscheint, dass er dabei keine Integrations- sondern eine Expansionsfunktion hatte und menschliche Tragödien enormen Ausmaßes verursachte. Konflikte lassen sich am wenigsten durch religiöses oder zivilisatorisch-messianisches Sendungsbewusstsein beilegen. Gerade dies versuchten jedoch die christlichen Missionen im Osmanischen Reich, die heute für ihre Rückkehr extremen Druck ausüben, und dabei renommierte Historiker wie Hans-Lukas Kieser als Rammbock benutzen. Dabei übersieht man allzu schnell, dass die Missionen obendrein rassistische Elemente ihrer Ideologie annektiert hatten. Wer im 21. Jahrhundert die längst säkularisierten Muslime mit der Wiederkehr Christi und seiner tausendjährigen Herrschaft vor dem jüngsten Gericht traktiert, darf sich darüber nicht wundern, dass gerade aus solchen Kreisen eine wenn auch ungewollt religiös gefärbte Reaktion kommt.

Grabill belegte zweifelsfrei, dass insbesondere während der Regierungszeit des Präsidenten Wilson the American Board - die amerikanische Außenpolitik, mehr als jeder beliebige Diplomat beeinflusste. Noch vor wenigen Jahren herrschte in den USA ein Präsident Bush, der seine Inspiration direkt von Gott zu empfangen glaubte. Für den legendären Board-Präsidenten, James L. Barton, bestand die Welt aus drei Völkerklassen. Erstens: diejenigen, die wie die Amerikaner sich und andere Völker zu verwalten in der Lage waren. Zweitens: solche, die wie die Armenier für sich selbst sorgen konnten und schließlich, wie die Türken, die weder für die eine noch für die andere Funktion tauglich waren. Es ist nicht schwer zu erraten, dass die Konsequenzen solcher Bilder nichts anderes als ein "lernpathalogischer Realitätsverlust" sein konnten. Zu dieser Eigenschaft gesellt sich nach mehr als 100-jähriger Erfahrung eine ganz gewöhnliche Lernunfähigkeit. Vereinigt in den Händen der Mächtigen dieser Erde, lassen sie auf dem Weg zu einer friedlichen Koexistenz verschiedener Kulturen keine Hoffnung gedeihen.

Kommunikationsimperialismus ist kein Modebegriff der Gegenwart. Das Auseinanderklaffen von Erwartungen und Erfüllungen wurden damals wie heute insbesondere durch publizistische Exzesse geschürt. Exemplarisch ist die Behauptung, die Armenier würden in ihrem persönlichen Erscheinungsbild "[…] dem wahrscheinlichen Aussehen unseres Herren Jesus Christus ähnlicher [kommen] als das irgendeiner anderen Rasse". An sich existieren Parallelen in der Wortwahl und den Argumenten zwischen den Missionaren von damals und den gegenwärtigen Modernisierungstheoretikern. Dichotomien wie "village versus town, illiteracy versus enlighthment, resignation versus ambition, piety versus excitement", "nationalistic, positivistic spirit" gegen fatalistisch, apathisch, unkreativ, nicht leistungsmotiviert, überfüllen deren Berichte. Die Methoden sind mittlerweile subtiler geworden, man räsoniert sogar darüber, dass "der mit einer oberflächlichen Aufklärung gepaarte Nationalstolz [...] für den Samen des Evangeliums ein noch härterer Boden als der strengste Koranglaube" ist.

Durch Desinformations- und Destabilisierungsmaßnahmen allein entstehen keine Konflikte. Ohne sie aber wäre manche politische Krise glimpflicher zu Ende gegangen, da die Kompromisskanäle nicht von vornherein verstopft worden wären. Es sollte nicht erwarten werden, dass das Verhalten der Akteure des Karabach-Konflikts durch den Mainstream als Untersuchungsgegenstand per se behandelt wird, sondern lediglich als Input für den eigenen Entscheidungsprozeß. Politik entsteht nicht aus statischen und unbeweglichen Faktoren, wozu die Geschichte zweifelsohne gehört, sondern wird in beträchtlichem Maße vom Lauf der Ereignisse bestimmt. Es kommt im Endeffekt darauf an, wer den Lauf der Ereignisse zu dirigieren in der Lage ist. Massenkommunikation, und die Medienlandschaft bleiben dabei natürlich die Stichwörter. Kein geringerer als der amerikanische Präsident Kennedy sagte einst: "Perceptions are more important than reality!" Nach gefestigter Meinung unter Konfliktforschern heißt es: Je größer die Intensität einer Krise

  • desto größer die psychologische Anspannung und der Druck, unter dem die Entscheidungsträger stehen
  • desto größer die Stereotypisierung der Gegenseite
  • desto geringer die Anzahl der Optionen, die berücksichtigt werden können
  • desto häufiger kommt es zu Fehlbeurteilungen der Lage, falschen Wahrnehmungen und die Vernachlässigung möglicherweise falscher Informationen
  • desto wahrscheinlicher ist die Tendenz der Entscheidungsträger, sich auf vorgefasste Meinungen zu verlassen und intuitiv vorzugehen und
  • desto ausgeprägter ist die Tendenz der Entscheidungsträger, sich auf Präzedenzfälle und traditionellen Verhaltensweisen zu stützen.

Nach diesem Schema analysiert, erweckt der Karabach-Konflikt hinsichtlich seiner künftigen Lösung wirklich keine großen Hoffnungen. Allgemein werden, um auf den Prozess der "Willensbildung" der Gegenseite Einfluss zu nehmen und um die Meinung der an einer Krise nicht beteiligten Länder zu formen, drei Hebel gleichzeitig bedient: Vorgehen legal, machtpolitisch legitim und ideologisch gerechtfertigt. Es liegt auf der Hand, dass die armenische Seite dabei nur den dritten Hebel einsetzte und dies auch genügte. So etwas perpetuiert jedoch eine Krise, lässt die Wunden unheilbar chronisch werden. Die Zugehörigkeit zum christlichen Kulturkreis darf kein aggressives Handeln bei der Durchführung außenpolitischer Ziele legitimieren. 13 

Bald jährt sich der 19. Jahrestag des Massakers von Xocali. Das europäische Gewissen nahm davon bis heute, abgesehen von einigen Lippenbekenntnissen, keine Notiz 14. Parallel dazu geben sich die europäischen Parlamente die Klinke in die Hand, um der Türkei eine völker- und strafrechtlich längst ausgesprochene Sache aufs Brot zu schmieren. Dieses Schandfleck am Rande Europas, in einem Jahrzehnt in der Europa vermehrt als Akteur der Demokratie auftrat, ist weiterhin sichtbar und nicht vergessen. Wie unrühmlich dieses Thema ist, kann man als Randnotiz immer noch wahrnehmen. Eine TV-Dokumentation über den Berg-Karabach-Konflikt löst immer noch heftige Reaktionen innerhalb der armenischen Diaspora in Deutschland aus. Im aktuellem Fall sorgte in der ZDF 15 der Dokumentarfilm “Der kaukasische Knoten” von Dietmar Schumann für Wirbel. Wie heikel dieses Thema für die Armenier 16 immer noch ist, kann man am 13.02.2011 auf Phoenix 17 erneut verfolgen.

  • 1. Wikipedia: Beurteilung von internationaler Seite
  • 2. Wikipedia: Pogrom in Sumqayıt 1988
  • 3. Hamburger Abendblatt 5.3.1988: 31 Tote bei Unruhen in Sumgait
  • 4. Sumgait.info: Incomplete list of innocent victims of Sumgait
  • 5. Hamburger Abendblatt 17. Mai 1988:  Erstes Pogrom-Urteil in Sumgait
  • 6. TURKISHPRESS: Armenien - Ehre mit Terror
  • 7. Hamburger Abendblatt 2. Oktober 1993: THW will 50 000 Flüchtlingen helfen
  • 8. Wikipedia: "Republik" Bergkarabach
  • 9. Open Library: "Schwarzer Garten im Land Des Ewigen Feuers"
    Title:
    Author(s):
    Publisher:
    Pages:
    Date:

  • 10. New York Times - Published: March 3, 1992: Massacre by Armenians Being Reported
  • 11. TURKISHPRESS HISTORY: Zeitungen und Zeitschriften zum Konflikt ab 1987
  • 12. Marlene P. Hiller: Krisenregion Nahost: russische Orientpolitik im Zeitalter des Imperialismus, 1900-1914
  • 13. Herangezogene Quellen:
    Hiller, Marlene P. (1985): Krisenregion Nahost.
    Montesquieu, Charles Louis de (1989): Vom Geist der Gesetze. Stuttgart : Reclam.[Nachdr.]
    Deutsch, Karl W. (1971): Bedrohungsvorstellungen als Faktor der internationalen Politik.
    Daniel, Norman (1975): The Arabs and mediaeval Europe.
    Hans-Lukas Kieser (2000): Der verpasste Friede. Chronos-Verlag
    Grabill, Joseph L. (1971): Protestant diplomacy and the Near East.
    Berkel, Karl (1984): Konfliktforschung und Konfliktbewältigung.
  • 14. Wikipedia: Beurteilung von internationaler Seite
  • 15. ZDF-Sendung: Der kaukasische Knoten
  • 16. ZAD (Zentralrat der Armenier in Deutschland): OFFENER BRIEF an die ZDF Redaktion
  • 17. Phoenix-Wiederholung: "Der kaukasische Knoten"

Re: Das Massaker von Xocalı und die armenische Besatzung

Bild von Abraxas01

Die Welt muss denn Azeris endlich helfen Ihr Territorium zurück zubekommen. Und dazu muss Armenien als Strafe den gleichen Landteil in Prozent, besser den doppelten, wie sie den Azeris stehlen, Aserbaidschan überlassen werden. Noch Strafzahlungen leisten, und ein Internationales Kriegsverbrecher Tribunal das alle Armenische Mörder, Vergewaltiger zu rechenschaft ziehen... mit samt Ihren Hetzerischen Faschistischen Politikern. Die Türkei kann Ihren Beitrag auch leisten, in dem Sie alle Illegalen Armeniern zurück in Ihr gestohlenes Land abschiebt. Und alle abgeschobenen müssen einen Reisbeitrag bezahlen. Man darf sich nicht einschüchtern lassen und wenn die dortigen Hinterwäldler sofort weinen, und klagen es werden Erinnerungen mit der Art wach. Abschieben!! Das Massaker in Xocali ist eines von vielen, aber leider werden solche Verbrechen gegen die Menschheit bei den Armeniern geduldet. Aber den Sudanischen Präsidenten als Kriegsverbrecher belangen zu wollen und gleichzeitig Armenische als nichtig anzuschauen ist eine riesen Sauerei. Die Türkei sollte hier darauf drängen ein Tribunal einzurichten, oder selber die Initiative für ein Gericht ergreifen... und gleich mal schauen unter den Hunderten von Tausenden Illegalen ob darunter nicht Tausende Kriegsverbrecher sich verkrochen haben.

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