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Die Trittbrettfahrer und Helfershelfer des Dr. gen. Sarrazin
In meiner Stadt gibt es ein Viertel, das es in jeder größeren und kleineren Stadt gibt: das Viertel, in dem die "bildungsfernen Schichten" leben. Oder, wie man früher sagte: die Asozialen. Das Viertel hat sicherlich eine lange Geschichte, vielleicht war es vor 100 Jahren einmal eine wohlhabende Gegend, ich weiss es nicht. Aber seit ich mich erinnern kann, lebten dort schon immer Menschen, denen man nicht begegnen möchte, weil sie roh, niederträchtig und gewaltbereit sind. Der Typ Mensch, der immer auf Ärger wartet oder ihn selbst provoziert, um Gewalt gegen andere auszuüben. Gerne alkoholisiert, aber auch nüchtern gefährlich.
Als ich dieser Tage die "taz" las, musste ich unwillkürlich an diese Leute denken. Ich fragte mich, ob die Asozialen in dem verruchten Viertel eigentlich religiös waren. Dunkel erinnerte ich mich meiner Kindheit, die mich durch falsche Freunde oft dorthin geführt hatte. Interessante wie auch schockierende Erlebnisse von damals gingen mir durch den Kopf. Meine Erinnerungen an die Menschen dort waren durchweg negativ. Aber ich konnte mich nicht an ein einziges Mal daran erinnern, dass auch nur eine dieser asozialen Existenzen bei ihren Taten, Untaten und sonstigen gewalttätigen und aggressiven Handlungen ihr Glaubensbekenntnis abgelegt oder sie gar mit einer möglichen Religion begründet hätte. Asoziale erscheinen mir per se nicht religiös zu sein, sie glauben maximal an die Kraft ihrer Physis und Überlegenheit ihrer Fäuste - und dass die Gesellschaft ihnen von der Natur als Beute dargeboten wird.
Als die "taz", die sich gerne als Verfechterin von Multikulturalismus und Liberalität ausgibt, aber auf taz.de seit der Machtergreifung der Chefredaktion durch Ines Pohl auffällig viele Leserkommentare freischaltet, die ein Spiegelbild der rechtsextremistisch-gewaltaffinen Kommentare auf "PI-News" sein könnten, über die jüngste Studie des Kriminologen Christian Pfeiffer berichtete, fragte ich mich unwillkürlich, ob sich die religiöse Haltung der Menschen in dem üblen Viertel geändert haben mochte.
Der Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen und ehemalige niedersächsische Justizminister unter der SPD gibt in seiner Studie zum Thema Jugendgewalt unter anderem folgende These zum Besten: "Eine islamische Religiosität erhöht die Gewaltbereitschaft indirekt, in dem sie Faktoren fördert, die Gewaltbereitschaft fördern." Zu diesen Faktoren gehöre neben einer geringeren Integration auch die Identifikation mit "gewaltorientierten Männlichkeitsnormen".
Ich durchforstete daraufhin die "taz", aber ebenso andere Tageszeitungen nach Meldungen, wonach "muslimische" Kriminelle bei ihren Straftaten ein Exemplar des Koran mit sich geführt oder ihre Opfer zusätzlich mit Suren daraus traktiert hätten. Hatte beispielsweise der türkischstämmige Münchner U-Bahn-Schläger Serkan A. den 76-jährigen Realschullehrer mit einem Koran fast totgetreten, während sein griechischstämmiger Freund Spyridon L. griechisch-orthodoxe Litaneien sang und ebenfalls zuschlug? Oder waren diese gewalttätigen Beispiele "doch etwas anderes", eine Ausnahme von der Pfeifferschen Regel?
Die Studie und die Rezeption durch die "taz" zeigen jedenfalls eines: Die Ethnisierung von Problemgruppen schreitet unaufhörlich voran. Es sind heute nicht mehr "jugendliche Gewalttäter aus sozialen Randgruppen", sondern per se muslimische Jugendliche. Da verwundert es auch nicht, dass Asoziale und Kriminelle für die Mehrheit der deutschen Bevölkerung ausschliesslich "Muslime" sind. Seit der erfolgreichen Stilisierung von Muslimen zu Terroristen, Sozialhilfeempfängern und gewöhnlichen Kriminellen verschwimmen schliesslich auch Nationalitäten und Herkünfte - sofern sie schwarzhaarig, dunkelhäutig und aus dem arabischen oder türkischen Raum sind.
Die Helfershelfer von Hasspredigern möchten an dem gesellschaftlichen und finanziellen Erfolg eines Dr. gen. Sarrazin teilhaben. Das ist weder strafbar noch illegitim. Kann man das einem nach Öffentlichkeit strebenden Christian Pfeiffer, der "taz" oder den Springer-Blättern verübeln?
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