Türkei: Museum für Bevölkerungsaustausch

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Museum in Catalca

Das einzige Museum zum Bevölkerungsaustausch zwischen Griechenland und Türkei wurde in Catalca eröffnet

Mit dem am 30. Januar 1923 zwischen Türkei sowie Großbritannien, Frankreich, Italien, Japan, Griechenland, Rumänien und dem Serbisch-Kroatisch-Slowenischen Staat abgeschlossenen Lausanner-Vertrag, wurde auch eine Vereinbarung zum Bevölkerungsaustausch getroffen. Die Konvention zum Bevölkerungsaustausch zwischen der Türkei und Griechenland war ein Teil des Lausanner Vertragwerks und sah vor, dass ein Austausch zwischen der muslimischen Minderheit in Griechenland sowie der griechisch-orthodoxen Minderheit in der Türkei stattfindet. Ausgenommen von der Regelung waren die griechisch-orthodoxen Christen in Istanbul und einigen Inseln sowie die muslimischen Minderheiten in Westthrakien, die zu Griechenland gehörte.

Der damalige britische Aussenminister George N. Curzon bezeichnete den Vertragswerk als eine durch und durch schlechte und böse Lösung, die welche die Welt während der nächsten hundert Jahre noch eine schwere Buße werde entrichten müssen. Dabei war die Idee nicht neu und gerade durch die Briten angeregt worden, die im Verlaufe der "Orientfrage" die gleichen Lösungsansätze durchzusetzen versuchten.

Fast 87 Jahre danach haben Nachfahren dieses Umsiedlungsplans das erste Museum zur Geschichte des Bevölkerungsaustausches im türkischen Catalca eröffnet. Geladen waren Gäste wie der ökumenische Patriarch von Istanbul Bartholomäus I., Anwohner von Catalca, die mehrheitlich nach der Umsiedlung in Catalca angesiedelt wurden, sowie Griechen deren Familienangehörigen einst Kleinasien verlassen mussten. In einem zeremoniellen Akt wurde die Dauerausstellung in einem ehemaligen Lagerhaus, musikalisch untermalt durch das Kammerorchester, feierlich eröffnet.

Bevölkerungsaustausch Museum in CatalcaDie Geschichte der Vertriebenen ist geprägt von Schmerz, Leid und Neuanfang. Die Ölcer-Familie die im Rahmen des Auftakts zur Eröffnung eine Rede hielt, erklärte, das Lagerhaus und der Stadtviertel hätten in der Kindheit prägenden Einfluss gehabt. Man habe schliesslich dafür hingearbeitet, dieses Erbe zu erhalten und einen Geschäftsmann gefunden, der das Lagerhaus gestiftet habe. Man sei Stolz darauf, dass die Geschichte wieder einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft erhält, zumal die Erinnerungen der muslimisch-griechischen Minderheit eine andere Geschichte erzähle. Catalca werde in der Türkei beachtet, eine Stadt die Charakter zeige sowie Leid, Elend und Neuanfang besonders gut wiederspiegle.

Die Dauerstellung wird Alltagsgegenstände zu jener Zeit ausstellen, die im Rahmen des Bevölkerungsaustausches mit sich geführt wurden oder die kulturellen Eigenarten aufzeigen. Atilla Karaelmas, der Initiator der Dauerstellung hatte in mühsamer und zeitintensiver Arbeit, die Vertriebenen in allen Himmelsrichtungen in der Türkei aufgesucht und Gegenstände gesammelt, die während und nach der Zeit des Bevölkerungsaustausches die Menschen prägten. Auf rund 40m² werden etwa 200 Exponate wie Fotos, Briefe, Alltagsgegenstände aufgestellt sowie Geschichten der Familien erzählt. 

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