Unaufgeklärte Morde - Wegen Abdullah Öcalan

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PKK-Terroristen

In Diyarbakir wird die Verhandlung über unaufgeklärte Morde im Südosten der Türkei fortgesetzt.

Neue Erkenntnisse und neue Zeugenaussagen haben das Blatt gewendet. Die 6. Große Strafkammer in Diyarbakir muss sich nicht nur mit der Ergenekon, sondern auch mit einer Reihe von Konfliktparteien auseinandersetzen, nach dem ein führender Dorfbeschützer aus der kleinen Kreisstadt Cizre im Südosten Einzelheiten über sein Werdegang berichtet. Der ehemalige Dorfbeschützer und Bürgermeister soll laut eigenen Angaben, an die 500 Dorfbeschützer geführt haben, die widerum 3000 Anhänger hatten.

Die Aussagen von Kamil Atak, einem kurdischstämmigen der über 25 Jahre im Dienste der Regierung als Dorfbeschützer tätig war, liest sich wie ein Kriminalroman. 25 Jahre habe er auch gegen das eigene Volk gekämpft, 25 Jahre sei er auch ein Führer der Kurden gewesen, so Atak vor Gericht. Der Dorfbeschützer und vor kurzem noch Bürgermeister der Stadt Cizre sagte vor Gericht, er habe mit über 500 Dorfbeschützern und annähernd 3000 Anhängern sowie einem bewaffneten Clan (Asiret) die Region befrieden wollen. Geendet sei es in einer Reihe von Anschuldigungen. Er sei mitverantwortlich für unaufgeklärte Morde in der Region, so jetzt die Beschuldigungen. Man habe ihn und andere beschuldigt, beleidigt und verhaftet. Mit dreckigen Machenschaften habe er aber nichts zu tun haben wollen, aber der Druck der auf ihm und anderen gelastet habe, letztendlich sei er deshalb Dorfbeschützer geworden. Abdullah Öcalan, der inhaftierte PKK-Führer habe sie dazu gedrängt. Deshalb seien sie Dorfbeschützer geworden. Nach dem Ableben werde er in der anderen Welt Abdullah Öcalan zur Verantwortung ziehen, so Atak.

In seiner Laufbahn als Dorfbeschützer, sei er von anderen als Verräter gebrandmarkt, von der PKK für Vogelfrei erklärt worden. Jetzt stehe er zwischen den Parteien, als Mörder betitelt und ohne Zukunft. Wenn man die unaufgeklärten Morde aufklären wolle, er stehe nun zur Verfügung, aber seine Familie solle man freilassen. 73 Mäuler seien zu ernähren, zumindest seinen Sohn solle man wieder freilassen. Er werde dem Gericht alles sagen und Familienmitglieder hinzuziehen, die Aussagen treffen könnten.

Die USA wollte mich als Informant

Laut Bericht der Großen Strafkammer soll Kamil Atak auch von der USA angesprochen und als Informant angeheuert werden sollen. Er habe sich nach eigenen Angaben für sein Land und gegen die USA entschieden. 1997 sei die USA auf ihn zugekommen und wollte ihn als Informanten einstellen. Er habe das Angebot abgelehnt. Jetzt sei er zwischen den Parteien, zwischen militanten Kurden und der Regierung und sitze in einem D-Typ Gefängniszelle. Nur weil er aber Levent Ersöz und Hursit Toron kenne, die im Ergenekon-Verfahren beschuldigt werden, paramilitärische Aktivitäten im Südosten der Türkei betrieben zu haben, sei er nicht automatisch Ergenekon-Mitglied. Er kenne die Herren wegen ihres Dienstes in der Region.

In der Großen Strafkammer in Diyarbakir wird auch gegen die sogenannte Ergenekon ermittelt. Ergenekon ist eine angebliche nationalistische verschwörerische Organisation in der Türkei. Laut Pressedarstellungen ist sie innerhalb der staatlichen Strukturen und der Sicherheitskräfte aktiv und richtet sich insbesondere gegen separatistische Bestrebungen und vermeintliche Landesverräter. Die Organisation soll insbesondere gegen die türkische Regierung um Recep Tayyip Erdoğan vorgegangen sein. Bisher gibt es kein rechtsgültiges Urteil, welches die Existenz einer solchen Organisation und ihrer vermeintlichen Taten bestätigt. Seit mehr als 2 Jahren sitzen mehrere Hundert Verdächtige in Untersuchungshaft. 

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