Die Türkei in den WikiLeaks-Enthüllungen

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Wikileaks-Enthüllungen erschüttern die Weltdiplomatie.

Nach dem die Internet-Plattform den Start der Enthüllungen durch die New York Times und Der Spiegel abgewartet hat, werden auch vertrauliche Daten über die Türkei bekannt.

Die Veröffentlichung von vertraulichen Dokumenten aus US-Botschaften betrifft auch die türkischen Politiker. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan wird in der US-Diplomatie unter der Hand als höchst stolzer Mann, eifrig, gerecht und zielstrebig dargestellt. Er sehe sich von Gott auserwählt, neige zur Autorität, sei ein Macho und vertraue keinen Frauen. Die um Ministerpräsident Erdoğan aufgestellten Berater und Staatssekretäre seien ungenügend und nach ideologischen Gesichtspunkten ausgesucht.

Die Enthüllungen berichten auch über die Regierungspartei AKP, dessen internen Streitigkeiten, die Lagerpositionierung innerhalb der Partei und persönliche sowie ideologische Einstellung von einzelnen Persönlichkeiten innerhalb der Parteiführung. Fehler und Behauptungen über einzelne Politiker werden auch angesprochen.

In einem ersten enthüllten Bericht unterzeichnet vom ehemaligen Diplomaten und US-Botschafter Eric Edelman wird Erdoğan als ein stolzer Mann bezeichnet. Erdoğan Glaube daran, dass er von Gott auserwählt ist. Er habe einen Hang zur Autorität. Edelman findet das Kader um den Ministerpräsidenten zu damaliger Zeit als ungenügend. Viele würden die politischen Spielregeln ausserhalb Ankaras nicht kennen, so Edelman im Bericht.

In einem anderen Punkt stellt Edelman fest, dass zwischen Abdullah Gül und Recep Tayyip Erdoğan Streitpunkte herrschen. Das sei dermaßen ausgeprägt, dass sich beide deshalb in der internationalen Politik gegenseitig in heikle Positionen bringen würden.

Aussenminister Ahmet Davutoğlu kommt in den Enthüllungen besonders schlecht weg. In der Periode des US-Diplomaten Edelman war Davutoğlu aussenpolitischer Berater des Ministerpräsidenten. Davutoğlu wird als besonders gefährlich eingestuft, so dass man auch Washington informiert. Edelman gibt an, Davutoğlu sei der Architekt für die Neoosmanischen Fantasien Erdoğan´s. Aber auch weitere Namen von Politiker aus dem Umfeld Erdoğan´s werden in den Enthüllungen genannt. Über Bülent Arınç, dem stellvertretendem Ministerpräsidenten schreibt Edelman, er sei ein Störfaktor gegenüber Erdoğan.

Ilham Aliyev über türkische Regierung nicht begeistert

Über die derzeitige Regierung ist der amtierende Präsident Aserbaidschans Ilham Aliyev nicht begeistert. Aliyev meine, dass die Türkei keine Drehscheibe für die Energieversorgung sein darf. Aliyev finde die türkische Aussenpolitik für naiv und sei über die Regierung nicht sonderlich begeistert.

Mossad über Tendenzen zur Islamisierung der Türkei besorgt

Im gleichen Bericht wird die Mossad zitiert, wonach die Tendenzen der Türkei 2007 als Radikalisierung zu verstehen sind. Inwieweit das Militär noch still bleiben werde, sei fraglich, so die Mossad.

Wieso hasst Erdoğan Israel?

US-Botschafter James Jeffrey schreibt in einem Bericht 2009 über die israelisch-türkischen Beziehungen. Jeffrey zufolge habe Erdoğan seinen Beitrag dazu geleistet, dass sich die Beziehungen insbesondere mit dem israelischem Botschafter Levy verschlechtert haben. Levy habe hingegen die Beziehungen zu Aussenminister Ahmet Davutoğlu als vielversprechend bezeichnet. Levy macht den muslimischen Hintergrund und die bodenständige Art für den Hass Erdoğan´s auf Israel verantwortlich. Jeffrey teilt diese Ansichten.

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