Integration: Gangster, Die Linke und das System

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Cem Gülay - Türken-Sam
Der "Türken-Sam" Cem Gülay auf Gangstertour in Bremen zu Besuch bei den Linken.
Integration ist ein lateinisches Wort und steht für die Herstellung eines ganzen. Würde man einem Kleinkind Knetmasse in verschiedenen Farben vorlegen, die Integration wäre innerhalb weniger Minuten vollzogen. Nicht so bei dem leidigem Thema Ausländer-Integration. Das Wort selber ist politisch derart verkommen, das keiner mehr genau sagen kann, was damit überhaupt bezweckt werden soll.
Manch einer ist pragmatisch und sieht in der Integration einen langsamen aber stetigen gesellschaftlichen Wandel, der ohne politische Vorgaben alleine von statten geht. Andere versuchen wiederum diese Integration zu beschleunigen. Vorschläge dazu gibt es zuhauf. Vielleicht ist es ein Mix von allem, um die Integration voranzubringen, aber vor allem muss eine homogene Masse auch bereit sein, Integration zuzulassen. Alle Wege führen nach Rom: ist dass der Lösungsansatz für alle Fragen?
Cem Gülay zu Besuch bei den DIE LINKEN in Bremen. Der Buchautor und ehemalige selbstbekennender Gangster im türkischen Mafiamillieu in Hamburg, stellte auch hier sein Buch vor, um Probleme zu erörtern und Lösungen aufzuzeigen. Es müsse sich grundlegendes im System ändern, meint der 40-jährige und zeigt in Richtung Bildungssystem. Selbst nach der Muster-Abitur in die Gangsterszene abgedriftet, schiebt er die Schuld auch auf die Gesellschaft, die die Hetze "selbsternannter Patrioten" wie Sarrazin, Koch und Stoiber Folge leiste. Jugendliche Ausländer würden sich auf Grund dessen ausgegrenzt fühlen und in Elend und Gewalt versinken. Den deutschen "Patrioten" drängt Gülay regelrecht das Buch "Türken-Sam" auf, um die Hintergründe Buchstabe für Buchstabe selbst in Erfahrung zu bringen. Es ist ein Lebensabschnitt, das Cem Gülay beschreibt, in der er desillusioniert von der Abitur in das wirkliche Leben eintauchte, so er selbst im Buch. Darauf aufbauend warnt er auch vor einer regelrechten Explosion der Gewalt, die von Jugendlichen ausgeht.
Von der Linksfraktion eingeladen, diskutierte Cem Gülay mit der Gastgeberin Sirvan Cakici von der Bremer Bürgerschaft, über Sinn und Unsinn der ihnen vorschwebenden und jetzigen Schulpolitik. Radikale Maßnahmen seien nötig, um die angesprochenen Probleme zu bewältigen. Schüler sollten laut Gülay Gemeinsamkeiten finden, gemeinsam lernen, Essen, miteinander auskommen können. Jugendliche mit rechtsradikalen wie auch linksradikalen Ansichten. Die Linken und die Grünen würden sich nicht darauf einlassen, obwohl man für alles offen stehe. Sirvan Cakici wollte dazu nicht viel sagen, widersprach aber auch nicht. Ein Zugeständnis?
Das zumindest ist eines der größten, wohl auch dringlichsten Aufgaben, den politischen Extremismus zu entschärfen. Seit mehr als 40 Jahren hat man sich mit den innenpolitischen Querleien über Ausländer auseinander gesetzt und kann als Ausländer damit mittlerweile umgehen. Rechtsradikales Gedankengut aus dem Inland hat die Jugendlichen Ausländer der 2 und 3 Generation ständig begleitet. Das wird auch in der 4 und 5 Generation nicht anders sein. Doch womit man wohl überhaupt nicht klar kommt, ist das ständige heranziehen von Krisen, Problemen und sicherlich auch existierender demokratischer Unreife von Herkunftsländern, in die deutsche Innenpolitik. Das hat sich bei den Türken in Europa insbesondere dadurch ausgezeichnet, das im Zuge der Beitrittsverhandlungen der Türkei, die Integrationsfrage immer mehr in Verbindung gebracht wurde. Der Erfolg hänge insofern von der Türkei und von der Haltung der Türken in Deutschland ab. Zwar leben und arbeiten türkische Staatsbürger, darunter sehr viele mit der doppelten Staatsbürgerschaft in Deutschland seit mehr als vielen Jahrzehnten und haben sich mehr oder weniger erfolgreich integriert (was auch immer das zu bedeuten hat). Einen Zusammenhang mit ihrer Daseinsberechtigung in Deutschland und der Probleme der Türkei, ob in Fragen der Politik, Gesellschaft oder Kultur, können auch sie nicht verstehen. Die andauernden Etikettierungen mit ihrem Herkunftsland, die andauernde Gegenüberstellung mit Krisen, Konflikten und Problemen in der Türkei, haben spuren hinterlassen. Teilweise wird bereits Außenpolitik in Deutschland mitgestaltet. Von Migranten über Herkunfstländer anderer, von Vereinen und Verbänden gleichfalls. Armenische Diaspora, Kurden, Assyrer, Griechen, und und und. 
Von der Ablehnung, sich mit diesen Türkei-Fragen als türkischer Staatsbürger der in Deutschland lebt, zu beschäftigen, bis hin zu aktiver Teilnahme ist das Spektrum der Betätigung. Es finden sich rechtsextremistische, wie auch linksextremistische Kreise, die Türkei-Fragen zugunsten oder zu ungunsten in Deutschland mitgestalten wollen. In diesem Umfeld ist eine Integration fast unmöglich, weil sie eine Beziehung zum Lebensmittelpunkt quasi verhindert. Die eine Seite sieht darin eine Ausgrenzung, die andere findet darin gefallen, dass die Türkei-Fragen in der deutschen Innen- wie Außenpolitik etabliert werden. Einen Bezug zur Gesellschaft oder Innenpolitik hat jedenfalls keines davon. Wo der Bezug zum Land in der man lebt, lernt oder arbeitet, fehlt, da ist auch die Integration unmöglich, zumal dieser Klassenkampf in der deutschen Öffentlichkeit missfallen hervorruft. 
Cem Gülay hat zwar einen Aspekt angesprochen, das wären: die Bildung und die gesellschaftliche Akzeptanz. Integration bedeutet aber auch, das Migranten nicht mit der Politik der Herkunfsländer andauernd konfrontiert und unter Spannung gehalten werden. Sollen Migranten in diesem Land Integrationsleistungen erbringen, so müssen sie sich auch auf diese konzentrieren können, ohne dabei jedesmal mit der Politik des Herkunftslandes in Zusammenhang gebracht zu werden. Hier sind alle Parteien in Deutschland gefragt, die Politik im Sinne Deutschlands gestalten. Das gilt insbesondere für Politiker mit Migrationshintergrund, die Türkei-Themen zum Schwerpunkt ihrer politischen Arbeit nehmen und mit ihr politische Karriere machen. Das gilt aber auch für deutsch-deutsche Politiker, die Türkei-Themen, ob nun der EU-Beitritt, Christen, Armenier oder Kurden zu innerpolitischen Themen avancieren lassen, um von eigenen politischen Missständen oder Untätigkeit abzulenken. Denn erst ihre politische Ausrichtung hat auch sehr viele Vereine, Verbände und Organisationen dazu angeregt, außenpolitische Themen als Schwerpunkt für ihre Tätigkeit in Deutschland zu wählen. Ob das die Integration fördert oder verhindert, darüber sollte man sich lieber einmal Gedanken machen.

Re: Integration: Gangster, Die Linke und das System

Bild von Hüzün

Wie traurig ist das denn?. Da setzt die Abgeordnete der Bremer Linksfraktion Frau Cakici die Ehefrau ihres Freundes durch Drohungen so unter Druck, dass die Staatsanwaltschaft gegen sie ermittelt und ihre Immunität als Parlamentarierin aufgehoben wird... Und was macht Frau Cakici. daraus Sie klagt ihrerseits die Medien an und spricht von einer Hetzkampagne der Medien gegen "Migranten". Wovon eigentlich will Frau Cakici ablenken? Von ihrer eigenen Biografie. Warum lädt sie den Autor Cem Gülay ein? Um Aufklärung zu betreiben? Oder doch nur, um ihren kriminell gewordenen Bruder zu rechtfertigen? Und vielleicht sich selbst?

Zitat taz: "Sie kenne die Mechanismen aus eigener Anschauung: Ihr Bruder habe eine kriminelle Karriere eingeschlagen. "Erst haben die Lehrer behauptet, er sei ,schwer erziehbar'. Dann hat er einen anderen Weg eingeschlagen. Er war nicht so ein großer Gangster, aber in Sachen wie Drogenhandel und Messerstechereien verwickelt." http://www.taz.de/1/nord/bremen/artikel/?dig=2010%2F06%2F19%2Fa0189&cHash=a2d3820d13

 

Re: Integration: Gangster, Die Linke und das System

Bild von Akın Ruhi Göztaş

Hallo Hüzün, dieß bezüglich hat dieTurkishpress schon einen Artikel geschrieben siehe hier.

Des weiteren gibt es dazu noch mal ein Update siehe hier.

Und ja Hüzün, ich muss Ihnen wirklich zustimmen. Sehr viele Migranten sind in sogenannten "Problemvierteln" nicht kriminell.

Re: Integration: Gangster, Die Linke und das System

Bild von Meryem

Selam,

also finde nur ich diese Aussagen etwas wirr - was sollen wir daraus nun lernen? Mir drängt sich auch der Verdacht auf, dass Frau Cakici ihre eigenen und familiären kriminellen Verwicklungen gesellschaftsfähig machen will. Indem sie dem "Türken-Sam" zustimmt, dass das "wirkliche Leben" sich im kriminellen Milieu abspielt? Da soll doch jemand nicht die Gesellschaft dafür verantwortlich machen, dass er trotz guter Schulbildung zum Verbrecher wurde und nun mit 40 Jahren es zu nichts gebracht hat.

Nicht nur die Diskussion in Deutschland hat so manchen Verein dazu gebracht, sich mit innenpolitischen Themen der TR zu beschäftigen, sondern hinter deren Ausrichtung versteckt sich ebenso die ideologische und finanzielle Erpressung ihrer Landsleute (das gilt nicht für jeden Kulturverein).

Die allermeisten Einwanderer leben allerdings recht gut in Deutschland und werden nicht zu Verbrechern. Es ist eine Schande, diese verbal zu benutzen um eigenes Versagen zu kaschieren.

Da braucht man auch kein Foto vor der Kulisse einer städtebaulichen Verirrung in Bremen zu machen. Ich kenne die Gegend sehr gut - heute würde man so nicht mehr bauen, aber es wurde dort schon viel getan und auch dort kann man leben, ohne zum Gangster zu werden.

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