Türkische Nachrichten über die Free Gaza Hilfsflotille

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Mavi Marmara - Free Gaza
Über die Erstürmung der Hilfsflotille durch die israelische Marine berichten die türkischen Medien ausgiebig. Hier die auflagenstärksten und meistbesuchten Zeitungen und Online-Nachrichtenportale in der Türkei im Überblick.

CNNTurk

Unter der Titelschlagzeile "Testet nicht unsere Geduld" wird über die Rede des Ministerpräsidenten Erdogan berichtet. Erdogan teilt die Auffassung, dass dieses Massaker in aller Form verflucht werden muss. Jeder könne bei diesem Unrecht ein Auge zu drücken und unterstützen. Die Türkei sei aber nicht jederman und dieser Fehler darf nicht begangen werden. Daher werde man weiterhin das Leid vortragen, auch wenn alle schweigen werden.
Einer weiteren Schlagzeile widmete sich die CNN zu Außenminister Davutoglu und der Protestkundgebung in Tel Aviv. In einer Pressekonferenz forderte Davutoglu die USA förmlich auf, Israel scharf zu verurteilen. Davutoglu wolle sich diesbezüglich mit Amtskollegin Clinton in Verbindung setzen. Ausserdem wurden die Namen der vier türkischen Todesopfer verkündet, die bei der Erstürmung erschossen wurden. In Tel Aviv protestieren Ultranationalisten in Sprechchören vor der türkischen Botschaft. Dabei skandierten die Demonstranten "Haltet die Hamas auf", "Tode und Verletzte, die Türkei ist überglücklich" und "Israel ist nicht Erdogans Pflaster". Auf Plakaten standen u.a. "Atatürk, dein Land ist in den Händen von Islamisten".

sabah

Die Tageszeitung SABAH berichtet über die Pressekonferenz des Kapitäns eines der unter türkischer Flagge verkehrenden Schiffes. Kapitän Soner erklärte während der Pressekonferenz, die von der IHH organisiert wurden, dass die israelische Marine vor der Erstürmung Nebelwände vor den Bug des Schiffes erzeugte und sie hineinfuhren. Soner habe zuvor die hinter ihr verkehrende "Mavi Marmara" über die Funksprüche mit den israelischen Kriegsschiffen informiert. Man habe ihnen mit der Erstürmung und Beschuss bedroht sofern man nicht den Kurs ändert, obwohl man erklärt habe, dass das Schiff auf internationalen Seegewässern einen legalem Kurs verfolgt und die Besatzung sowie die Helfer Zivilisten sind. Danach seien Gummiboote zu sehen gewesen und Hubschrauber hätten sich über das Schiff positioniert und es seien sofort Schüsse gefallen. Die Soldaten seien dann auf das Schiff, er habe gesehen, wie zwei Soldaten einen auf dem Boden liegenden Mann mit angeschlagener Waffe direkt auf den Kopf gerichtet festhielten. Die "Mavi Marmara" habe über Funk noch mitgeteilt, das sie "Menschen umbringen" und sich sehr viele Verletzte auf dem Schiff befinden.
In einem anderen Artikel berichtet die SABAH, dass die Schiffe am Hafen von Aschdod gelöscht wurden. Ein kleiner Teil der Hilfsgüter, darunter etwas Kleidung, Speiseöl und Medizin sei auf LKW´s beladen worden und habe die Erlaubnis bekommen, in den Gaza-Streifen einzufahren. Der für den Wohnungsbau benötigte Beton, elektrische Maschinen und Armierungsstahl sowie der Rest der Beladung sei jedoch beschlagnahmt worden.
Über die Ereignisse berichtet die SABAH mit den Worten der bei der Erstürmung anwesenden Helfern. Der französische Staatsbürger Yusuf Ben Derbal sagte, man habe keinerlei Provokationen gezeigt, die Soldaten hätten auf die Menschen geschossen, sich danach abgeseilt und den Kapitän aufgesucht. Der habe zunächst sich verweigert, das Kommando zu übergeben. Man habe ihn geschlagen, getreten und ihm ein Ohr abgeschnitten. Der Grieche Aris Papadokostopoulos sagte im Anschluß, "mit Booten und Hubschraubern haben sie uns angegriffen und direkt das Feuer eröffnet. In dem Augenblick wussten wir nicht, das es bereits Tote und Verletzte gibt. Danach schlugen sie auf jeden ein, den sie auf dem Deck antrafen". Dimitris Yelalis bestätigte die Angaben und fügte hinzu, man habe sie immer dann geschlagen und getreten, wenn die Soldaten keine Aufnahmen von den Helfern machten. Auch im Hafen von Aschdod seien sie während des Verhörs von Polizisten geschlagen worden.

cumhuriyet

Die CUMHURIYET berichtet über die Erklärung des israelischen Außenministers Avigdor Lieberman. Lieberman soll sich mit UN-Generalsekretär Ban Ki-moon in Verbindung gesetzt und die Weltgemeinschaft beschuldigt haben. Lieberman zufolge, hätten die Medien bei den jüngsten Ereignissen doppelte Standards angesetzt. Die Medien hätten sich auf Israel gestürzt, so Lieberman.
In einer anderen Meldung wird über die Öffnung eines Grenzübertritt zwischen dem Gaza-Streifen und Ägypten berichtet. Der ägyptischen Tageszeitung Mena zufolge, soll Staatspräsident Mubarak ein Grenzabschnitt im Süden von Rafah geöffnet haben. 

tuerkiye

In der TÜRKIYE wird mit dem Titelschlagzeile "Erdogan: Staatsterror" über den gestrigen Vorfall auf hoher See berichtet. Erdogan warne Israel davor, die Türkei mit anderen Staaten zu verwechseln. Die Geduld der Türkei sei am Ende. Jeder weitere Fehler verschärfe die Situation zusehends, der Terror Israels verhindere die Friedensinitiative der Türkei.

tercuman

Die TERCÜMAN erklärt: "Gegenüber einem Massaker dürfen wir nicht tatenlos sein". Erdogan habe erklärt, dass dies ein Staatsterror ist und nicht ohne Folgen bleiben darf. Auf dem Schiff seien weise Flaggen gehisst worden, es habe Hilfsgüter beladen und sei dennoch erstürmt worden. Er werde mit der NATO darüber reden und den Vorfall auf der Prioritätsliste ganz oben ansiedeln.

huerriyet

In der HÜRRIYET wird in einer Meldung über die israelische Freilassungabsicht der über 600 Inhaftierten berichtet. In einem weiteren Artikel berichtet man über die Videoaufnahmen, mit der sich Israel für den Vorfall rechtfertige.

taraf

Die TARAF berichtet ausführlich über die Funksprüche zwischen dem Kapitän der "Mavi Marmara" und der See- und und Rettungsbehörde mit Sitz in Istanbul. Die Funksprüche werden im gegenseitigen Verkehr schriftlich festgehalten und von der TARAF veröffentlicht. In einem anderen Artikel bezeichnet man den Vorfall 70 Seemeilen vor der israelischen Küste als einen Akt der staatlichen Pirateri. Die Funksprüche und der elektronische Verkehr zwischen den Nachrichtenagenturen und den Journalisten auf den Schiffen sei bewusst gestört worden. Sogar die Verletzten seien mit Kabelbindern fixiert worden. Fatih Kavakdan´s Aussagen finden in einer weiteren Meldung Erwähnung. Über den Vorfall berichtet Kavakdan direkt aus einem Krankenhaus in Jerusalem: "Der Beschuß erfolgte bereits aus den Booten aus".

radikal

Die RADIKAL berichtet über Gerüchte aus Israel, wonach die Hilfsflotille während der Fahrt sabotiert wurde, um sie so vom Kurs abzubringen. Es seien womöglich Ruder und Schiffsschrauben beschädigt worden. Bei dem Passagierschiff "Mavi Marmara" und der "Defne" habe man wegen ihrer Größe und der schnellen Fahrt von dieser Sabotage abgesehen und sei auf die Enterung übergegangen. Ausserdem seien Kritiken laut geworden, weshalb man Marinesoldaten eingesetzt habe, die nicht für solche Eingriffe geeignet seien. Dieser Umstand sei zu hinterfragen, melden die israelischen Medien der RADIKAL zufolge.

habertuerk

In der HABERTÜRK wird über die Videoaufnahmen der israelischen Marine berichtet. Die HABERTÜRK berichtet über die Aufnahmen mit der Schlagzeile "Israels neue Propaganda".

zaman

Die ZAMAN sieht in der Absicht, die festgehaltenen Helfern der Hilfsflotille freizulassen, den Druck auf die israelische Regierung abzumildern. Der UN-Generalsekräter habe dabei erheblich mitgewirkt, nach dem Ban ki-moon mit den Staatsführern der Türkei, Frankreich, Israel, Ägypten und den Menschenrechtskommisaren der UN die weitere Vorgehensweise besprochen hatte, so die RADIKAL.

star

Die STAR berichtet über die Festnahme der Reporter der Yeni Safak, Vakit, sowie der STAR. Insgesamt seien 15 Journalisten und Reporter weiterhin in Gewahrsam, so die STAR nach Berichten des türkischen Journalistenverbandes. Die türkische Regierung habe zudem eine Hotline eingerichtet, um Verwandten und Bekannten der festgenommenen die Kontaktaufnahme und Informationssuche zu erleichtern. Ausserdem habe die türkische Regierung drei Turkish Airline Flugzeuge geordert und nach Jerusalem und Tel Aviv gesendet, die aber wegen verweigerter Landeerlaubnis zurückkehrten. Ausserdem sollen in den israelischen Botschaften in der Türkei, die Visa-Ausstellung für türkische Staatsbürger eingestellt worden sein.
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