ROJ TV ist durch PKK unterwandert

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ROJ TV - Murat Karayilan
In einem Interview mit der dänischen Tageszeitung Berlingske Tidende bestätigt der frühere Direktor der ROJ TV die Unterwanderung des kurdischen TV-Senders durch die PKK.
Die Berlingske Tidende interviewte den früheren Direktor des kurdischen TV-Senders ROJ TV Manouchehr Zonoozi. Manouchehr Zonoozi, gebürtiger Iraner kurdischer Abstammung gab an, den dänischen Behörden bereits ein Jahr zuvor Dokumente und Bilder überreicht zu haben, in denen belegt werde, dass die PKK den aus Dänemark sendenden TV-Sender seit Jahren finanziert und mit Mitarbeitern unterwandert hat. Er werde seitdem bedroht, die Behörden hätten trotz der erdrückenden Beweislage dennoch nicht reagiert.
Die auflagenstarke Zeitung räumte im Artikel auch einer kontroversen Diskussion über die Untätigkeit der dänischen Behörden mehrere Zeilen und veröffentlichte Bilder, die Zonoozi zur Verfügung gestellt hatte. In den Bildern ist Zonoozi u.a. mit dem zweiten Chef der PKK, Murat Karayilan zu sehen. Zonoozi teilte mit, er habe die schleichende Übernahme des Senders durch die PKK erst 2005-2006 bemerkt, über die finanziellen Transaktionen bis dahin nichts gewusst. Mit dem Gang zur Polizei und den Medien habe er sich geoutet und alle Konsequenzen in betracht gezogen.  
Nach Zonoozis Angaben, soll die dänische Hausbank ihn über das im Verkehr befindliche Guthaben des Senders informiert haben, die die hohen Geldeingänge nicht erklären konnten. In den Jahren 2004 und 2005 sollen alleine 38 und 52 Millionen dänische Kronen auf das Konto der ROJ TV geflossen sein, die durch einen kurdischen Kulturfond eingezahlt worden seien. Erst bei einem Besuch in einem PKK-Camp im nordirakischen Erbil habe er die Verbindungen mit der PKK realisiert, festgestellt das auch über 16 Millionen Kronen nicht aus dem Volk stammen. Karayilan habe ständig mit europäischen Kurdenvertretern per Satelittentelefon in Verbindung gestanden und Anweisungen erhalten. Mitarbeiter des Senders hätten mehrmals Camps im Nordirak aufgesucht und Kurse erhalten. Auch die Verbindung und Verquickung des Rechtsanwalts und Vorstandsvorsitzenden des TV-Senders Henrik Caprani mit der PKK lüftete Zonoozi im Interview. Zonoozi gab an, das Caprani, er und viele weitere Führungskräfte des Senders über den Kommunismus und Öcalan Kursvorträge im Nordirak erhalten haben, in den Camps gleichzeitig Terroristen gegen die türkischen Sicherheitskräfte ausgebildet wurden.
Der Sender hatte in Deutschland nach dem Verbot erneut für Schlagzeilen gesorgt, als 2008 drei bayrische Bergsteiger durch die PKK in der Türkei entführt wurden. Damals dementierte Zonoozi eine Verbindung zum Entführungsfall. Der kurdische TV-Sender Roj-TV hatte in Kopenhagen jede Verbindung zur Entführung zurückgewiesen. Kurze Zeit zuvor hatte die PKK während eines Überfalls auf eine Militärstation 8 türkische Soldaten entführt, die dann durch die verbotene türkische Partei DTP freibekommen wurden. Im Falle der Entführung der drei deutschen Bergsteiger hatte sich die DTP erneut bereit erklärt, die Verhandlungen mit der PKK aufzunehmen. Die Bundesregierung nahm das Angebot nicht an. Die PKK-nahe Nachrichtenagentur Firat hatte damals in einer Erklärung gefordert, Berlin müsse seine "feindliche Politik" gegenüber der PKK und dem kurdischen Volk einstellen.
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