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Anfang 1845 litt Irland unter einer Kartoffel-Missernte. Sie sollte als die Große Hungersnot in die Weltgeschichte eingehen.
In Folge der Kartoffel-Missernten zwischen 1845 und 1849 kamen schätzungsweise zwischen 500 000 bis 1 Millionen Iren um. Weitere Millionen wanderten aus Irland aus, bevorzugt nach Kanada, Amerika oder Australien. Drogheda, eine Stadt nördlich der Hauptstadt Dublin, ist für seinen Halbmond und Stern bekannt. Die Geschichte um das markante Symbol hat aber einen traurigen und zugleich mit Hoffnungen verbundenen Hintergrund.
1845 litt auch Drogheda unter der Hungersnot. Durch ihre Lage im Nordosten der Insel wurde die Stadt zwar nicht vollkommen in den Würgegriff der Missernten erfasst, dennoch verzeichnete Drogheda eine Todesrate von bis zu 30 Prozent. In dieser verzweifelten Lage, während der Anfangszeit der vierjährigen Hungersnot beabsichtigte der Osmanische Sultan Abdülmecid, eine Soforthilfe von 10 000 Pfund an die irischen Landwirte zugute kommen zu lassen. Durch den Einwand der englischen Queen Victoria, reduzierte Sultan Abdülmecid den Hilfsbetrag auf 1 000 Pfund. Queen Victoria hatte nämlich 2 000 Pfund gespendet und die Sorgen darüber, das ein anderer mehr spendet, veranlasste die Diplomatie zu dieser Maßnahme.
Dennoch schickte Sultan Abdülmecid weitere Hilfen. Heimlich versuchte die Osmanische Administration 3 Schiffe mit Getreide und Lebensmitteln auf die Insel zu entsenden. Kurz vor der Ankunft wurden die Schiffe dennoch entdeckt und kurzfristig festgehalten. Nach heftigen Protesten der Hunger leidenden Bevölkerung der Insel, legten die Schiffe in der Mündung der Boyne an und löschten die Fracht. Das meiste wurde in der Stadt Drogheda deponiert, wo die Kornkammern gefüllt wurden.
Heute wird gemutmaßt, dass der Wappen der Stadt Drogheda durch diesen Umstand um den Halbmond und den Stern erweitert wurde. Nicht nur das Wappen der Stadt trägt den Halbmond und den Stern, sondern auch die Fußballmannschaft sowie etliche Geschäfte und Unternehmen. Einst zierte der Halbmond und der Stern auch das Wappen der einzigen Brauerei der Stadt, die es heute nicht mehr gibt.
In einem Reisebericht von 1853 rühmte Rev. Henry Christmas die Taten des Sultan Abdülmecid mit diesen Worten:
Ein oder zwei Anekdoten werden seinen Charakter in einem wahren Licht setzen. Während der Jahre in der die Hungersnot in Irland grassierte, hörte der Sultan von der Not in diesem im Unglück gefangenem Land; er richtete sofort seinen Wunsch an den britischen Botschafter, seine Hilfslieferungen und eine große Summe Geld anzunehmen. Es wurde ihm später angedeutet, dass es richtig war, die Summe nicht über die der Queen anzusetzen und von einer größeren Menge daher abzusehen. Er fügte sich sogleich der Korrektheit, mit der wohlwollenden Sympathie und schickte die größte zulässige Summe.
Es ist bekannt, dass seine Haltung durch den Diwan diktiert wurde und nicht durch seine persönlichen Gefühle, die durch drohende Ansprüche von Österreich und Russland, die Auslieferung der polnischen und ungarischen Flüchtlinge in die Tat umzusetzen. "Ich bin kein Ignorant," war seine Antwort und "die Macht jener Reiche, die noch mit Hintergedanken beschäftigt sind, was ihre Andeutungen zeigen. Aber ich bin durch meine Religion gezwungen, die Gesetze der Freundschaft zu beobachten, und ich glaube, dass der Sinn und das gute Gefühl, Europa nicht zulassen wird, dass mein Reich in einen ruinösen Krieg hineingezogen wird, weil ich unbedingt helfen will.
Dies ist der wahre Geist des Christentums, und es ist mehr in dem mohammedanischen Sultan der Türkei vorhanden, als in jeder der christlichen Führer in Osteuropa.
Nur kurze Zeit später brach der Krimkrieg aus. Der Krieg fand von 1853 bis 1856 zwischen Russland auf der einen und dem Osmanischen Reich, Frankreich, Großbritannien und ab 1855 auch Italien auf der anderen Seite statt. Er begann als zehnter russisch-türkischer Krieg. Der Versuch Russlands, sein Gebiet auf Kosten des zerfallenden Osmanischen Reiches zu vergrößern, wurde durch den Einsatz der Alliierten zumindest für einen weiteren Zeitraum verhindert.
Die Osmanische Flotte im Hafen von Drogheda
Gedenktafel in Drogheda, 1995 eingeweiht.
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