Leichtgewichte im Diskurs um den Islam

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Wehret dem Islam

Wenn man es mit Leichtgewichten zu tun hat, überlegt man es sich, mit ihnen überhaupt auseinander zu setzen. Dabei spielen mehrere Faktoren eine Rolle.

In München setzten sich mehr als ein Dutzend PI-Leichtgewichte mit einer Veranstaltung auseinander, die sich dann in der gleichnamigen Internetplattform gegenseitig mit einer ellenlangen Berichterstattung über die Veranstaltung in den Orgasmus aufwiegelten. Ein anderer wiederum meint, mit ausgeklügelter Schreibweise, Menschen diffamieren zu können. Allen voran Henryk M. Broder. Leichtgewichte nehmen sich ernst, meinen Mitreden zu müssen und wollen die Gesellschaft für sich gewinnen, für ihre Meinung, ihre Werte und warnen vor allem vor dem Islam und jenen, die sich ausnahmsweise mal damit auseinandersetzen. Daran sind viele gewohnt, besonders bei Leichtgewichten wie Broder und dieser Internetplattform, die einen ab und zu mit Artikeln amüsieren können.

Der Spaß hört aber dann auf, wenn Menschen, die sich kritisch mit der Gesellschaft beschäftigen, was ja diese "rechtsreaktionäre Schlechtmenschen" auch tun, massiv verleumdet werden, der Inkompetenz bezichtigt werden und eine Hetzkampagne gestartet wird. Als Hetzkampagne oder auch Schmutzkampagne werden gezielte Maßnahmen bezeichnet, die den Ruf einer Person, einer Gruppe oder Institution beschädigen sollen. Dazu wird die öffentliche Meinung durch die Lancierung falscher oder verfälschter Informationen sowie entsprechender Meinungen manipuliert. Um welche Informationen es sich dabei handelt, kann ergoogelt werden und welche berechtigten kritischen Ansichten Dr. Sabine Schiffer vertrat, auch. Schliesslich will ich nichts vorgeben, sondern zum Denken anregen. Unter anderem, wieso sich die pi-news ausserhalb des Zugriffs deutschem Rechts im WWW bewegt und was sie selber als "Verfolgung" Andersdenkender deklariert und damit den Rechtsstaat Deutschland selbst in Zweifel zieht, ist eine Frage, die mit Größenwahn und Komplottphantasien beantwortet werden kann. Wieso sich Broder zwar über das Interview der Sabine Schiffer mit dem iranischen Radiosender ( I.R.I.B.) auseinander setzt aber das eigene Interview mit derselben ausklammert, ist auch so eine offene Frage.

Zur Zeit wird der Medienwissenschaftlerin Dr. Sabine Schiffer der Gutmenschen-Prozess gemacht, nach dem die Justiz in Erlangen sie zuvor mit einem Strafbefehl zum Stillschweigen verdonnerte. Dieser Prozess findet im Internet statt, wo Ihr mit einer Hetzkampagne das Genick gebrochen werden soll. Auch wenn man mit den Fragen und Antworten, die die Medienwissenschaftlerin zum Mordfall Marwa el-Sherbini geteilter Meinung sein kann, liefern diese Lager keineswegs die Antworten auf die kritischen Beobachtungen und Analysen einer Sabine Schiffer. So sehr sie sich auch verausgaben, eine Antwort auf ihre Feststellungen können auch diese Leichtgewichte nicht hervor kramen, und wenn sie sich noch so all abendlich einen runter rubbeln; man kann die Zeilen jener rauf und runter rezitieren, eine berechtigte Frage werfen auch sie nicht auf, geschweigeden, können dieses Konstrukt auch nur ansatzweise zum wanken bringen. Es ist schwer, sich mit Leichtgewichten auseinander zu setzen, was Dr. Schiffer wohl dazu veranlasst, vorerst mal nichts zu sagen, was ihr auch angeraten wird.

Die Leichtgewichte beschäftigten sich stattdessen mit der Person und dem Umfeld in der sich Dr. Sabine zwangsläufig bewegt, wenn es um den Fall Marwa geht. Man wirft ihr die Nähe zum Islam und damit Islamismus vor und das nur, weil sie in einem iranischen Radiosender in Deutschland (IRIB), ihre Meinung über den Fall Marwa kundgetan hat. Ein anderer Leichtgewicht ertappt sie in ihrem Interview bei ihrer "wissenschaftlichen Inkompetenz, faktischer Inkonsistenz und sprachlicher Inkontinenz" im Diskurs über den Islam. Darauf eingehen will aber auch dieser nicht wirklich. Stattdessen ein Gesülze, das wohl nur in tagelanger intensiver nächtlicher Arbeit, bei Cognac und Denkpausen bewerkstelligt werden konnte. Das schlimme daran ist, das man die Gesellschaft mit so etwas vorgaukeln will, eine Größe in diesem Themenfeld zu sein. Das tun die PI-Praktikanten in Selbsthilfegruppen auch.

Statt sich vor dem Bildschirm über die Größe der Penetration nach dem rubbeln in einem bestimmten Themenfeld zu bestaunen (es gibt nur ein Bild womit man sich beschäftigt, bzw. ansieht), die mit jedem Tastendruck verstärkt wird und anonymisiert stattfindet, ist man in Teilen der PI-Praktikanten in der evolutionären Entwicklung voran gekommen und rubbelt sich jetzt von Angesicht zu Angesicht eine runter, wenn man es mit dem Islam zu tun hat. So sollen alle etwas davon haben. Es bilden sich "Gegenwehren", die sich in PI-Clubs zu einer Größe aufplustern, das jedem Anonymen Surfer der sich bisher nur mit einem Nicknamen kenntlich machte, Neid auslöst. Wundern wir uns also nicht, wenn in Veranstaltungen die sich mit der Islamophobie und Rassismus auseinandersetzen und in denen jetzt auch muslimische Verbände oder Vereine teilnehmen, vermehrt solche Clubs sich vor dem Eingang entblösen und eine Massenorgie veranstalten und darüber eine Analyse ins Netz unter pi-news stellen, die dann aus welchen Gründen auch immer, erneut editiert oder komplett gelöscht werden. Vielleicht liegt es daran, das man sich dann doch zu sehr auf die Orgie selbst konzentriert hat, anstatt die Veranstaltung im Blick zu behalten. Das ist verständlich, schaltet doch die Erregung automatisch das bisschen Hirn aus. Ich befürchte nur, das man als Gast solcher Veranstaltungen von diesen Ergüssen womöglich getroffen wird, wie Dr. Sabine Schiffer es gerade erleben muss.

 
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