DITIB-Dachverband zum Euro-Islam in der Hürriyet

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DITIB-Vorstand

In einem Interview mit der türkischen Tageszeitung "HÜRRIYET" ließ der Vorsitzende Sadi Arslan zum ersten mal Einblick in die Strukturen des DITIB-Dachverbandes. Mit der letzten Folge schließt "HÜRRIYET" das Interview ab.

In der letzten Folge des Interviews geht es um den Dialog zwischen den Religion, den Euro-Islam, Vorurteile gegenüber dem Islam und die Islamkonferenz.

H.Ç. (Halit Çelikbudak, Hürriyet):
Wie nähern sie sich dem Dialog zwischen den Religionen?

S.A.:
In der Religion gibt es keinen Zwang. Auch im Islam kann niemand dazu gezwungen werden. Ob jemand Muslim ist oder nicht, in seiner Religion verbleibt oder nicht, liegt allein an ihm. Wenn dem so ist, müssen die Menschen auch so angenommen werden. Aber wir müssen auch zusammen leben. In dieser Frage sind wir keine Fremde, wir sind es gewohnt. Der Islam traf seit seinem Bestehen immer auf verschiedene Formen. Unser Prophet hatte immer Kontakt zu Juden oder Christen. Bei den Osmanen war es genauso. In der Republik genauso. Das Problem besteht deshalb, weil der Westen dem Thema gegenüber Fremd ist. Also Europa sich erst spät geöffnet hat.

Die christliche Gesellschaft blieb bis in die 60er geschlossen. Erst mit den Konzilen zwischen 1960 und 1963 öffnete sie sich. Die hiesige Kulturlandschaft ist auf die Multikulturalität nicht gewohnt, deshalb auch die Probleme. Aber mittlerweile hat man Abstand davon genommen. Besonders in der letzten Zeit haben unsere Dialoge dazu beigetragen. Gemeinsam haben wir daran gearbeitet. Diese Arbeiten brachten uns näher. Und Ängste, Vorurteile sind in großem Maßstab abgebaut. In Fragen die die ganze Gemeinschaft betreffen, können wir gemeinsame Standpunkte veröffentlichen. Ohne auf den Religionshintergrund zu achten, können sich Muslime, Christen und Juden nähern. So sollte es auch sein.

Wie bauen sie Vorurteile gegenüber dem Islam ab?

Als ich berufen wurde, besuchte ich zu der Zeit Kardinal Lehmann. Und sie uns. In diesen Treffen werden Religionsfragen nicht erörtert. "Du bist im Recht, ich bin im Recht", so was gibt es nicht. Jeder ist berechtigt und hat das Recht, seine eigene Religion als das richtige anzusehen. Wichtig ist, das man trotz der Unterschiede zusammen leben kann. Wir sagen immer: die Streitpunkt ist nicht die Religion. Nicht der Islam und auch nicht die Christenheit oder der Judentum. Keine Religion befürwortet Gewalt und Terror. Im Namen des Islams werden Morde verübt. Aber der verübende und sein muslimischer Hintergrund verursachen Probleme. Die Religion besagt das nicht. Die Quellen des Islams, der Koran und die Ausübung dessen durch den Propheten sind bekannt. Was sagt die Religion in den Hauptpunkten? "Jemand der mordet, ermordet die Menschlichkeit". Die größte Sünde ist der Mord an einem Menschen. Man darf das nicht der Religion unterstellen. Das wird im übrigem nicht nur im Islam erlebt. Vielleicht ist die Anzahl die es im Auge größer erscheinen lässt. Aber in der Vergangenheit war das im Westen mehr. Im Zweiten Weltkrieg starben 55 Millionen Menschen. Diesen Krieg haben die Muslime nicht angezettelt. Der größte Terrorist war der, der den Krieg anzettelte. Weil er 55 Millionen Menschen ermordete. Nur weil diese Mensch einen Krieg angezettelt hat, können wir nicht die gesamten Christen als Terroristen ansehen.

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