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Der türkische Aussenminister ist auf die bulgarischen Nachrichten eingegangen, in der Staatsminister Dimitrow 10 Milliarden US$ fordert oder aber das EU-Vetorecht anwenden will.
Der türkische Aussenminister Ahmet Davutoğlu ging nach seinem Treffen mit dem brasilianischen Aussenminister Amorim anschließend auf die Fragen der Journalisten ein. Darin beantwortete Davutoğlu die Frage, was er von den Äusserungen des bulgarischen Staatsministers Dimitrow gegenüber der bulgarischen Presse halte. Ahmet Davutoğlu erklärte, die Forderungen Bulgariens müssten rationell und freundschaftlich angegangen werden. Bisher habe die Türkei kein offizielles Statement erhalten, sagte Davutoğlu.
Staatsminister Boschidar Dimitrow, der auch für die Auslandsbulgaren zuständig ist, hatte in einem Interview angegeben, die Türkei auf 10 Milliarden US-Dollar zu verklagen, falls sie sich weiterhin streubt, die Entschädigungen der vertriebenen Bulgaren seit den Balkankriegen zu zahlen. Andernfalls deutete Staatsminister Boschidar Dimitrow im Interview an, die Beitrittsgespräche der Türkei in die EU blockieren zu wollen. Dimitrov beruft sich nach eigenen Angaben auf das Zusatzprotokoll der EU-Beitrittsverhandlungen in der auch eine Klausel für Entschädigungen aufgeführt sein soll. Werde die Türkei die Klausel die auch 2008 im EU-Fortschrittsbericht genannt worden sein soll, nicht eingehalten, behalte sich Bulgarien vor, den EU-Beitritt zu blockieren.
Aussenminister Ahmet Davutoğlu erklärte gegenüber den Journalisten, dass die Türkei und Bulgarien seit dem Ende des Kalten Krieges eine für die Region beispielhafte Beziehung hergestellt hat. Diese Beziehung habe in freundschaftlicher Atmosphäre entstehen können, so Davutoğlu. Nach den Wahlen in Bulgarien, habe die Türkei auch die jetzige Regierungspartei begrüßt und damit bestätigt, weiterhin die Beziehung vertiefen zu wollen. In den Äusserungen des bulgarischen Staatsministers Dimitrow sieht Davutoğlu eine einseitige Darstellung der Presse im Bezug auf die Ereignisse vor und nach den Balkankriegen von 1912. Davutoğlu machte klar, dass gegenüber den bulgarischen Vertriebenen 2 Millionen ethnische Türken entgegen stehen. Die Frage über die historische Bewertung der Ereignisse, die dazu geführt haben, könne man gemeinsam erarbeiten und dementsprechend bewerten. In einer bilateralen Beziehung sei das nichts ungewöhnliches. Die Frage, was zu jener Zeit geschehen ist, sollte aber rationell und gemeinsam angegangen werden, sagte Davutoğlu. Auf die Frage, ob eine offizielle bulgarische Erklärung oder Note eingegangen ist, sagte Aussenminister Ahmet Davutoğlu, dass sie bisher keine offizielle Note erhalten haben. Davutoğlu sagte, dass dieses Thema nicht in die Medien gehört, so lange sie nicht offziell gestellt wurden. Die Frage werde in bereits vorhandenen Plattformen beider Staaten gemeinsam erörtert. Er habe auf die Fragen nur geantwortet und wäre darauf eingegangen, weil es in den Medien publiziert wurde.
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