Schweizer Massenblatt Blick.ch über Erdogan

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Blick.ch

Der Schweizer Ableger der deutschen BILD-Zeitung, die BLICK, hält es wie die Schweizerische Volkspartei (SVP). Mit genug Dreck bewerfen, dann bleibt auch was hängen.

Gastkommentar | Ercan Tekin

Selten habe ich so ein Geschmier gelesen, das am 20. Dezember in der Blick.ch unter dem Titel "Menschenrechtsapostel Erdogan - Schöne Worte, üble Taten" veröffentlicht wurde. Da haben sich zwei ganz schlaue etwas ausgeheckt, das nicht einmal der "konservativen" SVP eingefallen ist, als man die Anti-Minarette Debatte unter das Volk brachte und salonfähig an die Urne führte. Schon die Einleitung im Artikel, gelinde gesagt, journalistische Geschmacklosigkeit und wider besseren Wissens in Zusammenhang gebrachte Behauptung, dass ist über BILD Niveau, das ist eine Hetzschrift sondergleichen.

Aber schön zu sehen, dass man die moralischen Ansprüche eines Premier würdigt und ihm gleichzeitig Doppelmoral unterstellt. Zeigt es mir doch erneut, dass die Schweizer, zumindest die Blick.ch damit Komplexe hat und nicht auf sich beruhen lassen will bzw. ernsthaft in Erwägung zieht, die Auflagenstärke dadurch anzukurbeln. Und welche moralischen Untaten hat der türkische Premier der Blick.ch zufolge verbrochen? Erdogan hat Kurden dazu angestiftet, sich als Wirtschaftsasylanten an die Schweiz zu wenden. Richtig gehört, Scheinasylanten, Wirtschaftsflüchtlinge und Kampferprobte PKK-Sympathisanten, dass hat sich die Schweiz eingefangen. Besser, nimmt Sie auf als wären Sie vom Teufel gejagt. Was muss man dafür als Asylant mitbringen ohne ertappt zu werden? Eine kleine Geschichte; das man Verunfallt wurde, ohne Schuld in die Fänge des staatlichen "Terrors" geriet, zu Unrecht eingesperrt war, seinen Rotz an eine Straßenlaterne geklebt hat, ein Pflasterstein zufällig auf einen Polizisten fiel, als er die Straße umbauen wollte, ein Silversterknaller mehr Schaden angerichtet hat, als in der englischsprachigen oder russischsprachigen Bedienungsanleitung ersichtlich war. Das reicht meistens. Und wenn nicht, dann heimst man sich zufällig vor der Amtsstube oder Arztpraxis, die eine Bestandsaufnahme zur Lebensgeschichte und Folterspuren vornehmen wollen, mehrere blaue Flecken ein, knallt mit dem Kopf gegen die Ecke oder tritt sich selbst in den Arsch oder besser, läuft über die A3 und markiert den Selbstmordgefährdeten.

So hat es jedenfalls in der Bundesrepublik Deutschland tausendfach funktioniert. Wieso sollte das nicht in anderen Ländern genauso ablaufen? Im Jahre 2009 hat man es anscheinend in der hintersten Ecke des deutschsprachigen Raumes nicht geschnallt, dass diese Praxis seit Jahren von Generation zu Generation über Telefonate und Internet übermittelt wird und man damit recht erfolgreich fährt. Man muss sich doch Celle anschauen, wo ganze Familienclans die Stadt beherrschen, wo im Ruhrgebiet Türkei-Geschädigte plötzlich an Festivals mitmachen und über die soziale Ader der Deutschen lachen. Was tun die Herren Journalisten der Blick.ch? Sie verkaufen das weiterhin als Zeichen der in der Türkei gegen die kurdische Minderheit immer noch herrschende Unterdrückung. Mehr schlecht als recht versteht sich. Dabei bedient man sich einigen Umfragen und Statistiken, zitiert die Ämter die für die Asylanträge verantwortlich sind, also die Bundesbehörden, die die Geschichten anhören und aufgrund dessen Entscheidungen fällen. Ich will ja nicht sagen, dass eventuell noch hier oder da ein kurdischstämmiger türkischer Staatsbürger in einer türkischen Zelle mal drangsaliert wurde, aber dass es gleich Zuwachsraten in 50% Schritten gegenüber dem Vorjahr sein sollen, dass kann ich bestenfalls als ein Witz des Jahrhunderts auffassen. Ich bleibe dabei und sehe mir die BILD oder die Blick.ch nur an, wenn halbnackte Damen abgebildet sind und ihre Lebensgeschichte erzählen. Die können, müssen nicht der Wahrheit entsprechen und Kosten mich keinen Cent, da auf der Titelseite.

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