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Ein Mord sollte der Polizei angelastet werden. Laut der Nachrichtenagentur IHA, wollte die PKK einen Mord begehen um die Massen aufzuwiegeln. In Adana kam es nach Ende des Parteimeetings der DTP zu ähnlichen Ausschreitungen wie in Izmir.
Der Nachricht zufolge, hat ein junger Kurde die Polizei darüber informiert, dass für den gestrigen Tag ein Mord an einem jungen Mitglied des DTP-Kreisverbandes Cizre geplant war. Dieser Mord sollte danach der Polizei angelastet und ein Aufstand provoziert werden. Den Mordplan hätten PKK-Sympathisanten für den gestrigen Tag angekündigt. Der junge Kurde gab bekannt, dass er die Tat selbst und die Auswirkungen mit seinem Gewissen nicht vereinbart hätte und deshalb der Polizei zur Anzeige brachte, um es von den Sicherheitskräften verhindern zu lassen. Mit dem Mord an einem DTP-Parteimitglied, sollte die Demokratisierungsphase gestört, die Bevölkerung gegen die Polizei und Regierung aufgewiegelt werden.
Bei einem ähnlich angesiedeltem und unaufgeklärtem Fall, kam während der Demonstration in Cizre zum 9-jährigen Verhaftung Öcalans im Jahre 2006, der 15-jährige Yahya Menekşe ums Leben. Nach zweijähriger Untersuchung des Falles, konnte letztendlich nicht mit Gewissheit geklärt werden, ob der Junge ermordet oder durch einen Unfall ums leben kam. Die Obduktion ergab nur, dass Yahya Menekşe am Kopf durch etwas schweres überrollt oder getroffen wurde. Die Demonstranten beschuldigten damals einen Panzerwagen der Polizei, der ihn angefahren haben soll. Die Polizei gab stattdessen an, dass der Junge durch ein Pflasterstein getroffen zu Boden fiel. Ob der Junge dabei vorsätzlich getötet wurde, konnte abschließend nicht geklärt werden. Bei den Unruhen danach kam es zu Krawallen mit den Sicherheitskräften. Bilanz damals im ganzen Land: 14 Verletzte und über 195 Festnahmen.
In Adana kam es während einem DTP-Meeting zu Provokationen auf beiden Seiten. Am Meeting nahmen der DTP Bitlis-Abgeordnete Nezir Karabaş, die Abgeordnete von Van, Fatma Kurtalan sowie Özdal Uçar teil. Ahmet Türk nahm an dem Meeting nicht teil. Die Teilnehmer des Meetings sollen dabei Öcalan unterstützende Parolen gerufen, gegen seine Haftbedingungen protestiert und das bevorstehende Parteiverbotsverfahren kritisiert haben. Nach dem Meeting ging die Gruppe aus dem Saal und wollte sich auflösen. Dabei soll ein PKW um Durchfahrt gebeten, aber daran gehindert und drangsaliert worden sein. Bei den anschließenden gegenseitigen Pöbeleien mit den Anwohnern, flogen zeitweise Steine. Die Polizei hatte im Vorfeld Sicherheitsvorkehrungen getroffen, weshalb es nicht zu weiteren Eskalation kam. Der Bürgermeister von Adana äusserte sich zufrieden mit den Anwohnern, die Besonnenheit gezeigt habe, obwohl zur gleichen Zeit ein gefallener Soldat in die Heimatstadt überführt worden ist. Im November kam es im Vorfeld einer ähnlichen Veranstaltung der DTP, bei der Durchfahrt durch die Stadt zu Übergriffen auf den DTP-Konvoi des DTP-Vorsitzenden Ahmet Türk.
Bei Demonstrationen in Şanlıurfa, Cizre, Yüksekova und Doğubayazıt kam es zu Ausschreitungen mit der Polizei. In Şanlıurfa nahmen mehrere hundert Demonstranten und DTP-Politiker an einer Demonstration teil. Bei dem Demonstrationsmarsch wurde das Gebäude der Alperen Ocakları (Jugendverbände der BBP) mit Steinen beworfen, nach dem diese aus dem Gebäude die türkische Flagge gezeigt hatten. Die Polizei nahm vorübergehend 25 Demonstrationsteilnehmer fest. In Cizre wurde die Demonstration unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen gestattet. Die von der DTP angemeldete Demonstration wurde den Polizeiangaben nach für die Haftbedingungen Öcalans abgehalten. Angereiste wurden an der Stadtgrenze aufgehalten und nicht in die Stadt eingelassen. Sämtliche staatlichen Gebäuden wurden von Hundertschaften der Polizei gesichert. In Doğubayazıt versammelten sich Demonstranten vor dem DTP-Kreisverband. Der Aufforderung, die unangemeldete Versammlung aufzulösen, beantworteten die Demonstranten mit Straßenschlachten. In Yüksekova kam es während einer Kundgebung, bei der auch die 9 PKK-Rückkehrer aus Kandil anwesend waren, zu angriffen auf die Polizei. Die 2 000 Teilnehmer des Protestmarsches warfen auf dem Weg in die Stadtmitte Pflastersteine auf die Polizeifahrzeuge. Die Polizei ging mit Wasserwerfern und Tränengas gegen die Demonstranten vor. Die Unruhen halten zur Stunde an.
In einem Artikel die in der Nachrichtenagnetur Habertürk veröffentlicht wurde, forderte Ihsan Bal, USAK-Mitglied (Unabh. Organisation für internationale Strategische Forschung) die DTP auf, sich Ihrer Verantwortung nicht zu entziehen und sich dessen bewusst zu werden, dass Sie sehr wohl in der Lage ist, die aktuelle Situation zu entschärfen, wenn Sie es denn wolle. Bal zeigte sich verblüfft über die Äusserungen des DTP-Vorsitzenden Ahmet Türk, der die aktuelle Lage als Volkswillen bezeichnet hatte und die DTP in dieser Hinsicht in Schutz nahm, da diese nichts dazu beigesteuert habe. Bal sagte, die DTP entziehe sich Ihrer Verantwortung als gewählte regionale Partei, in dem Sie immer wieder auf Izmir zeige und die illegalen Versammlungen und Demonstrationen als reines Volksbegehren deklariere. In Izmir sei das geschehen, was seit dem Opferfest, heute und morgen in der gesamten Türkei geschieht. In Izmir seien kurdischstämmigen Politiker in Ihrer Autorität in Frage gestellt, der DTP-Konvoi teilweise von Anwohnern angepöbelt worden. In Diyarbakir, Hakkari und anderen östlichen Städten würde man stattdessen die Sicherheitskräfte mit Steinen und Molotowcocktails begrüßen. Was wäre da anders als in Izmir, fragt dabei Bal in seinem Artikel die DTP. Die DTP müsse sich daher von den Nebenschauplätzen befreien und die aktuelle Lage in Ihren Wahlbezirken in Augenschein nehmen. Sie hätten sehr wohl die Macht, dieses heillose Chaos zu unterbinden, wenigstens auf die Demonstranten und die örtliche Bevölkerung einzuwirken. So wie es aber aussehe, wolle die DTP scheinbar nicht, dass die Demonstrationen aufhören. Daran wäre ja nichts auszusetzen, wenn es friedliche Demonstrationen wären. Die Schmerzen der Vergangenheit gemeinsam zu bewältigen, hieße nicht, die Gewohnheiten der Vergangenheit auszuleben. So aber sehe die DTP aus, als würde Sie hinter der Gewalt stehen. Alle müssten darin übereinstimmen, dass die Demokratie gemeinsam gestärkt werden kann. Ein in Anlehnung an die Menschenrechte aufbauendes rechtsstaatliches Verständnis zu entwickeln ist, einen Schritt nach dem anderen auf diesem Wege fortgeschritten werden muss, sagte Ihsan Bal gegenüber der Habertürk.
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