Trauerfeier und Kulturzentrum „Marwa el-Sherbini“ in Dresden

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Am Samstag fand in Dresden die Trauerfeier für die ermordete Ägypterin Marwa al-Sherbini statt.

Während einer Gerichtsverhandlung stach ein angeklagter 28-jähriger Russlanddeutscher auf die 31-jährige schwangere Frau ein. Das Gericht in Dresden verhandelte am 1. Juli die Klage der Ägypterin gegen den deutschen, der auf einem Spielplatz sie als "Schlampe", "Islamistin" und "Terorristin" beschimpft hatte. Kurz nach der Eröffnung der Verhandlung im Gericht sprang der Täter auf und stach auf die Frau mehrmals ein, bevor der Ehemann und ein Beamter ihn aufhalten konnten. Bei der Rangelei wurde der Ehemann durch die Schußwaffe des Beamten nicht beabsichtigt schwer verletzt.

Am gestrigem Tag fanden sich etwa 1500 Teilnehmer aus der Politik und Gesellschaft ein um dem Mord zu Gedenken. In der islamischen Welt war der Fall Marwa mit Empörung aufgenommen worden und hatte vor allem in Ägypten Proteste ausgelöst. Experten warnen vor einem schwindendem vertrauen der Nahostler zu den deutschen. Der Zentralrat der Muslime verlangt indes weitergehende Schritte. "Denn Islamphobie, versteckt oder offen, existiert in unserem Land leider bereits seit längerem", sagte der Zentralrat. Integrationsbeauftragter der Bundesregierung Böhmer sagte in einem Interview, das „In Deutschland kein Platz für rassistisch oder religiös motivierte Gewalt.“ sei. Der ägyptische Botschafter in Deutschland, Elsayed Ramzy, forderte von der Bundesregierung eine „eindeutige Geste“, lies aber offen, was er damit konkret meint. Der Zentralrat hingegen fordert die Kanzlerin auf, eine eindeutige Geste an die gesamten Muslime in Deutschland zu richten. Es reiche nicht aus, den Ehemann zu vertrösten. Mazyek, Generalsekretär des Zentralrates sagte, „Denn Islamphobie, versteckt oder offen, existiert in unserem Land leider bereits seit längerem.“ Die Tat von Dresden offenbare nur eine neue Dimension. Es gelte jetzt, „die uneingeschränkte Freiheit des Glaubens zu verteidigen, wozu auch das Tragen eines Kopftuches gehört“.

Sowohl der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan Kramer, als auch der Generalsekretär des Zentralrats der Muslime hatten sich tags zuvor erstaunt gezeigt über die "unverständlich spärlichen Reaktionen" von Politik und Medien. Auch in der muslimischen Community reagiert man mit Unverständnis über die Zurückhaltung. „Wenn bei einer schändlichen Tat in München drei vermeintlich ausländische Schläger einen Rentner verprügeln, erreicht es bundesweites Aufsehen und mindestens drei Monate Wahlkampf in Hessen. Wenn eine Muslima aus Islamhass ermordert wird, will keiner darüber sprechen“, so ein Moscheebesucher aus Köln.

Unterdessen hat sich der Islamischer Kultur- und Erziehungszentrum Dresden e.V. zu Wort gemeldet und ruft zu einer Initiative auf. Man habe die Idee ein Versöhnungssymbol wie die Dresdener Frauenkirsche aufzubauen. Die Familie der ermordeten stehe hinter dieser wunderbaren Idee. Daher werde man dafür die Hilfe der Menschen in Anspruch nehmen, Spenden seien erforderlich, so das Islamisches Kulturzentrum in Dresden in einer Presseerklärung, um das Vorhaben einer islamischen Kulturzentrum „Marwa el-Sherbini“ in Dresden zu vollenden.

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