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Bei den Übernahmegesprächen der insolventen Rosenthal AG hat der türkische Porzellanhersteller Kütahya Porselen ein neues Angebot vorgelegt.
Neben dem italienischem Sambonet Paderno und 2 unbekannten Investoren, hat sich nun eine weitere ausländische Firma in die Übernahmegespräche eingeschaltet. Der Sprecher des Insolvenzverwalters Christoph Möller erklärte, dass das Angebot der Kütahya Porselen hochinteressant sei, sofern es sich ernsthaft erweise. Die Gespräche müssten aber bis Ende Juli abgeschlossen und der Vertrag unterschrieben sein, da ansonsten die Bank of America als Hauptgläubiger ihre Forderungen von der Rosenthal AG mit den Markenrechten abdecken werde.
Insolvenzverwalter Volker Böhm bezifferte die Gesamtschulden des fränkischen Traditionsunternehmens auf 132.3 Millionen Euro. Die bisher als Favorit gehandelte Sambonet-Gruppe verhandelt seit Monaten, ohne das ein absehbares Ergebnis in Sicht ist. Die aktuell noch 900 Mitarbeiter des Unternehmens hatten bereits ein Stellenabbau von 300 Mitarbeitern hinnehmen müssen und der Absatz an Porzelan ist weiterhin stark rückläufig.
Im Schloss von Erkersreuth legte Philipp Rosenthal 1879 mit einer Porzellanmalerei den Grundstock der späteren Rosenthal AG. Seit 1997 gehört die börsennotierte Rosenthal AG mehrheitlich zur britisch-irischen Waterford Wedgwood plc, Dublin, die derzeit 90 % der Rosenthal-Aktien besitzt. In Deutschland ist Rosenthal Marktführer für hochwertiges Geschirr und Kunsthandwerk aus Porzellan und Glas und im Verbund mit Waterford Wedgwood Weltmarktführer. Trotzdem wurden im Juni 2008 Gerüchte laut, Waterford Wedgwood suche aufgrund von Liquiditätsschwierigkeiten im eigenen Konzern einen Käufer des Rosenthal-Aktienpakets, dessen Prosperität die herausragendste im Waterford Konzern sei. Am 9. Januar 2009 meldete die Rosenthal AG offiziell Insolvenz an. Die Gesellschaft sei „illiquid“ geworden, nachdem die Mehrheitsaktionärin Waterford Wedgwood am 5. Januar 2009 ein Insolvenzverfahren eingeleitet habe. Rosenthal war durch den Zusammenbruch von Waterford Wedgwood kurz vor einem bereits eingefädelten Verkauf an die italienische Sambonet Paderno zahlungsunfähig geworden.
Die Kütahya Porselen hat dem Insolvenzverwalter Volker Böhm und dem Bayerischen Wirtschaftministerium ein verbessertes Angebot vorgelegt, das nach Angaben von Bülent Tulay, Mitglied im Deutsch-Türkischen Wirtschaftsvereinigung, um 3% erhöht wurde. Die Kütahya Porselen wurde 1973 durch ein Bankenkonsortium, von einem traditionsreichen Familienunternehmen zu einer börsennotierten Firmengruppe ausgebaut. Im letztem Quartal konnte die Kütahya Porselen trotz der Wirtschaftskrise im Land ,einen Nettogewinn von 650 000 Euro verbuchen. Der Nettogewinn der Kütahya Porselen belief sich 2008 auf ca. 16 Millionen Euro.
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